Castrum, n., lat., 1. das Lager. Die befestigten Lager der Römer theilten sich in verschiedene Arten: Sommerlager, castra aestiva, waren nur für kurze Zeit bestimmt und minder wichtig, auch leichter befestigt als die castra stativa, welche als Operationsbasis bei Eroberung und Behauptung der Länder dienten; castra hiberna endlich, für die Winterquartiere bestimmt, enthielten Waffenmagazine (armaria), Werkstätten (kabricae), Spitäler (valetudinaria) etc., und aus ihnen entstanden oft Städte. Ueber die castra hiberna und die kleinen Lager, castella, burgi u. turres, s. d. Art. Burg. u. Castellum. Bei Anlegung der Feldlager wurde zuerst durch Einstecken von Fahnen jedem Korps sein Platz angewiesen u. dadurch die Größe des Lagers bestimmt. Zunächst wurde nun der Graben, fossa, 2, m. breit, 3, m. tief, gezogen, u. zwar entweder eine fossa kastigata, beiderseits geböscht, oder fossa punica, mit fast lothrechter Contre-Escarpe. Vor diesen lag, mindestens an den Thoren etc., noch ein zweiter Graben (titulus). Palissaden (oervoli) und ein Erdwall (vallum), 2,3 m. breit u. 15, m. hoch, flankirt von Thürmen od. Hügeln u. mit Brustwehr u. Pfahlreihen garnirt, vollendeten die Umhegung, welche oft noch durch vorgeschobene castella geschützt war: wenn diese wegfielen, legte man mindestens kleine Truppenabtheilungen in leichte Schanzen vor den Thoren (autumnalia procastria). Die Lager selbst wurden meist quadratisch od. rechteckig angelegt; ihre Eintheilung erhellt vollständig aus Fig. 1067. A ist die porta praetoriana, B porta decumana, O u. D portae principales, EF Querstraße, via quintana, HI via angularis. 1 praetorium, 2 quaestoria, 3 forum, 4 u. 5 Leibgarde des Prätors und Veteranen, Fußsoldaten, 6 und? Kriegsvölker der Bundesgenossen, 8 fremde Hülfsvölker, 9 Zelte der Kriegstribunen. Die übrigen Zeltreihen, strigae, sind von Truppen eingenommen, jedes Zelt von 10 Mann, contubernales, die unter einem decanus standen; die zunächst der Straße stehenden Reihen hatten die Centurionen (Hauptleute) inne. — 2. C. doloris, Katafalk, ein mit schwarzem Tuch tapeziertes od. sonst dunkel drapirtes, einige Stufen hohes, mit Kandelabern verziertes Schaugerüst, für die Ausstellung hoher Verstorbener zugerichtet. Die weitere Ausschmückung des Katafalks richtet sich ganz nach der Stellung, den Eigenschaften etc. des Verstorbenen. Manchmal unterläßt man die Ausstellung des Sarges mit der Leiche und bedient sich dann blos eines leeren Sarkophags. Vgl. auch M. M. a. W.