Chaussée, f.,frz., 1. engl. causey, derAufwurf, Damm. E— 2. Der gewölbte mittlere Theil einer Straßendammkrone, bes. aber, eigentl. routechaussée, chemin chaussé, engl. causeway, die Dammstraße, Hochstraße, Kunststraße, der Straßendamm, der chaussirte Weg, Steindamm. Ueber die älteren Arten und die Geschichte des Straßenbaues (s.d.). Wie bei Straßen überhaupt, so auch bei Chausseen, hat man besonders darauf zu sehen, daß sie den möglichst kürzesten Weg zwischen zwei zu verbindenden Orten bilden, daß die Straße möglichst wägerecht geht, d. h. höchstens 124 Längengefälle hat, und daß sie vor Ueberschwemmungen gesichert ist, also ihre Krone über dem höchsten bekannten Wasserstand liegt. Sie erfordert zum bequemen Ausweichen zweier Fuhrwerke eine Fahrwegsbreite von mindestens 6 m., wenn ein Sommerweg von 2, —3, m. Breite daneben liegt, wo nicht, eine Breite von mindestens 7,5 m. Dazu 1,. — 1½ m. Fußgängerbanket u. 1½ — 1½ m. Materialbanket, giebt Totalbreite der Krone des Chausseedammes von 20—13m. An beiden Seiten versieht man sie mit Gräben, Chansséegräben, zum Auffangen des ablaufenden Wassers. Damit letzteres schneller geschieht u. um die Straße thunlichst trocken zu halten, macht man sie in Form eines Bogensegments, gewöhnlich /½1 — ½ der Breite zur Höhe. Die Grabensohle liegt in der Ebene mindestens 0,5 m. unter der Bahn u. ist 0. —0,% m. breit; Böschung, Chansseéewand, 1:1 ½; Gefälle des Grabens mindestens 1m. auf 700 m. Liegt die Chaussee im Auftrag, d. h. höher als das umliegende Terrain, so wird die Dammböschung des Grabens, also die höhere, flacher; die Feldböschung, als die niedrigere, steiler; umgekehrt, wenn die Chaussee im Abtrag, d. h. niedriger als das Terrain liegt. Wo auf einer Seite der Chaussee das Terrain höher liegt als auf der andern, werden beide Gräben durch Durchlässe verbunden; wo nöthig, werden Chansséebrücken angelegt. Den auf diese Weise gewonnenen, an seiner Krone (die dann noch um ca. 0, m. tiefer liegt als die künftige Chaussee) 9, — 13, m. breiten Erddamm läßt man gern einen Winter hindurch behufs der Senkung liegen. Dann werden,‚, 1½ bis 2¾ m. von der Kante weg, zwei Reihen großer Steine von ca. 0,3 m. Höhe, die Bord⸗, Grad⸗,Wandsteine, gesetzt. Zwischen diesen wird die Steinbahn gebildet durch eine 12—15em. hohe Aufschüttung von Steinen von der Größe eines Hühnereies, darunter eine ca. 0, m. hohe Packung, Steinsatz, Packlage, von kopfgroßen Steinen. Diese unterste Schicht wird festgerammt, bei der zweiten bereits das Gefälle, die Wölbung, vorbereitet, auf die dritte kommt noch eine 5—7 em. hohe Schicht feiner Kies. Das Ganze wird hierauf noch mit derChansseewalze, frz. rouléeaude chaussée, engl. planing-roller, festgewalzt. Diese Chausseewalzen sind gewöhnlich von Granit, 1½ —1½ m. im Durchmesser, 0/½ —1½ m. lang, oder, namentlich neuerdings vielfach, von Eisen (bei Gußeisen 5 — 10 em., bei Schmiedeeisen 2½ Cm. Wandstärke); letztere werden mit Steinen gefüllt oder mit einem Kasten überbaut, der, auf dem Rahmen der Walze ruhend, die Steinfüllung enthält, so daß das Ganze 100 —- 120 Ctr. wiegt. Der Rahmen hat vorn und hinten Deichseln. In einem Tag können 1800 qm. von 6—8 Pferden 4—5ömal überwalzt werden. Während des Walzens wird die Chaussee durch Spritzen oder Gießen feucht erhalten. Die obere Beschüttung von eigroßen Steinen od. dergl. wird mindestens jährlich einmal total, außerdem nach Bedarf stellenweis erneuert. Die besten Materialien zu dieser Chausseebeschüttung sind Granit, Dolomit, Basalt, Quarz und ähnliche harte Steine, Kiesel, Eisenschlacken, Sodarückstände, Klinker, Kalkkrumpen etc.; s. darüber die beir. Art. fowie Straßenbau. Die Böschungen, hier und da auch Bankets, werden mit Rasen belegt. tsbibliotheK Heidelberg