FeedDach; Dachneigung mindestens 30
Handwerk & GewerbeBau-Lexikon 1881

Dach; Dachneigung mindestens 30, Lattenweite 24 bis 27 cm., auf jeder Latte hängt eine Doppelschicht. Man rechnet auf 1 qam. 3—4 m. Dachlatten, 6 Stück Lattensiothek Heidelberg DFC 105—120kg. Spließe fallen weg. Ad 42—6 rechnet man bei böhmischer Dachdeckung außer den gegebenen Mörtel u. pro qm. 20—25kg. Mehrgewicht. Die oberste Latte ist so nahe als möglich am First aufzunageln, damit die Firstziegel gut überdecken. Die untersten Latten aber so, daß die Fußschär mindestens 12m. über das Dachgesims vorstehe. Zum Mörtel eignet sich am besten Härkalk und rechnet man bei böhmischer Deckung pro 1000 Dachziegel 720 J. Mörtel, bei bloser Ver⸗ I streichung 480 J.„ auf 18. Kalk 1 Eg. Kälberhare, f. jedoch d. — Art.Härkalk. Für große Ziegeldächer versäume man nicht, sich passende Ortziegel, sowie Kehlortziegel und Walmortziegel anfertigen zu lassen, da beim Hauen, bes. wenn man Maschinenziegel verwendet, sehr viel Bruch eintritt. —2. Breitziegeldach oder Pfannendach, franz. couverture en tuiles flamandes, engl. pantiling, s. Dachziegel I. 5. — a. In den Ostseeländern: Deckung mit großen Dachpfannen, wird 28 em. weit gelattet u. rechnet man proqm. 3½ m. Latten, 15 Lattennägel, 14 Stück Dachpfannen, 16 St. Spließen u. 25 J. Mörtel; bei Deckung mit kleinen (holländ.) Dachpfannen 24-25em. Lattenweite, pro gm. 4½ m. Latten, 9—10 Stück Lattennägel, 20 Pfannen, 20 Spließen, 36J. Mörtel. Unter die Deckung kommteine Schalung aus Bretern mit 5 em. Uebergriff, darauf Strecklatten (den Sparren parallel) 15 em. breit, 2½ em. stark, 710 bis 1½½ m. von einanderentfernt; darauf erst die Lattung. Der First wird durch eine Bohle von 5 em. Stärke und 15 em. Breite verwahrt, an welche auf jeder Seite ein 15 cm. breites Schalbret u. darauf Zinkblech mit 15 cm. Vorstoß kommt. Das Traufbret wird 3em. stark. P. Am Rhein u. in Holland: bei 25—27 em. Lattung 4½ m. Latten, 7—8 Nägel, 19 Pfannen, 19 Spließe, 500 g. Kälberhäre, 10 J. hydraul. Kalk, 25 J. Sand. Bei 22 cem. Lattung 5⅛½ m. Latten, 10 Stück Nägel, 24 Pfannen, 600 g. Kälberhäre, 12 J hydraul. Kalk, 30 7. Sand. Oft liegt darunter eine Strohschicht, dazu pro qm. 4 Kg. Stroh und 1½ l. Lehm. Zur Sicherung der Grate und Firsten pro 15 m. laufend 1 t. hydraul. Kalk u. 70 J. Sand. Im M.⸗A. u. in der Renaissancezeit wurden sie häufig auf die Strecklatten direkt, also mit Pfetten, d. h. ohne Schalung verlegt und dann aufgenagelt, bes. bei ziemlich steilen Dächern. — 3. Deckung mit Schluß⸗, Krumm⸗ oder Krempziegeln, od. mit förmigen Fittichziegeln, franz. toit à tuiles recourbées, engl. flap-tiling, auch hier und da kleine Dachpfannen genannt, s. Dachziegel I. 6, welche mit Nasen auf den 28—32 cm. weitangeschlagenen Latten hängen, deren konkave Seite durch die konvexe des andern Ziegels in Kalk gelegt gedeckt werden; auf 1m. 3%½ Dachlatten, 5-6 Lattennägel, 20 Dachziegel, 15 J. Mörtel; früher wurden auch diese oft auf Strecklatten vernagelt. — 4. Italienische Dachdeckung sieht sehr nett aus, ist 16 em. weit über die Pfetten mit Strecklatten vom Fuß nach dem First zu abwärts gelattet; eine Reihe gerader Platten a, ital. pianelle, 40—42 cm. lang, 15—16 em. breit, 2½ em. stark, liegt auf den Strecklatten, od. auch auf den 7½—10 em. hohen Querlatten, ohne Ueberdeckung, eine HEIDELBERG O Universitäts Bortziegel b, s. Dachziegel I. 8; ital. tegole, lat. tegulae Imterhalb 26 em. 2 cm. lang. Diese Bortziegel bilden Reihen von oben nach unten, indem jede obere die untere um 7em.überdeckt; zur D Deckung' der Fugenreihen kommen über die aufgebogenen Ränder und die zwischen ihnen bleibenden Lücken HOohlzieglo, ital embrice canali, lat. imbrices, von 40 42 cm. Länge, oben 17em. unten zig. 1283—1285. Griechische Dachdeckung. 22½ em. Breite, welche über die Kanten jener herabgreifen und die Fugen decken. Dachneigung darf nicht wohl über 25 sein. — 5. Antike Dachdeckung, ähnlich der vorigen, nur daß die unteren Ziegel an sich breiter sind, von oben bis unten gleiche Breite daher auch nahe an einander gelegt und die Fugen mit schmäleren Hohlziegeln überdeckt werden können. Diese Dachdeckungsweise hatten schon die Griechen, doch arbeiteten sie für Tempel etc. die sämtlichen Dachziegel aus Marmor. In Fig. 1283 bis 1285 ist diese Dachdeckungsmethode dargestellt; bist der Fußstein, zugleich oberster Stein des Gebälkes, d die Bortsteine, hdie Hohl⸗ od. Deckziegel, 8 ist ein Stirnziegel od. tsbibliothek Heidelberg Antefixuma f die Firstziegelurdie Reiter. Die Hohlziegel waren oft auch nach oben rund,‚ s. Fig. 214 bei Art. Antefixum. Dachneigung 15—20. In Pompeji hat man eine solche D. aufgefünden, welche noch besonders dadurch interessant ist, daß sie außer den Bortziegeln a und Hohlziegeln beine bisher unbekannte Art der Kehlziegel, tegulae colliciares, c, denthielt, sowie einige Ziegel mit Oeffnungen für Beleuchtung, ein Fig. 1286.— 6. Priependach, Hohlziegeldach. Hier besteht die ganze Deckung aus Hohlziegeln, s. Art. Dachziegel I. 3, so zwar, daß zunächst Nonnen, Haken, mit der konkaven Seite nach oben, und auf die Fugen andere, Mönche, Priepen, mit der konvexen nach oben gelegtwerden: . Die Eindeckung geschieht bei Dächern bis zu 50° Neigung auf Schalung, besser auf sparrenrecht herabgehenden Latten, deren Weite sich nach der Breite der Ziegel richtet; bei steilen Dächern auf Querlatten, wo dann die Nonnen mit Nasen auf den Latten hängen, die Mönche jedoch 7—8 em. von ihren oberen Enden stärkere Nasen haben, an die sich der nächste darüber liegende anstemmt. Das Priependach mit Streckatten ist nicht bes. schwer, mit Querlatten schon etwas LIOTHEK schwerer, mit Schalung aber ist es sehr schwer u. erfordert viel Mörtel, wenn man nicht zwischen die Nonnen, unter ihre Ränder, Strohwiepen legt, d. h. lange, dünne Strohseile. Neuerdings hat Dornblüth in Rostock eine Verbesserung des Priependachs vorgeschlagen, indem er die Nonnen bedeutend breiter macht u. mit zwei Nasen am obern Ende 0 bekommen für steile Dächer ein Nagel-Bedarf pro am Stück i5 23 Länge des Ziegels em. 33 3 39 40 4⁰ Breite des Ziegels om. 23 2 2 33 Breite von Falz zu Falz — 19½ 19½ 19 35 Gewicht in kk. 3 2, 2, 2/%s verschied. Gewicht pro qm. in kg. 50 45 45 45 Bedarf an Latten pro Lattungsweite in em. 34½ 39 34 2 3³ Fußlattungsweite in Stark abweichend ist nur die Gestalt der schuppenförmigen Falzziegel von Br. Hädrich in Eilenburg, die sehr Zu empfehlen sind; s. Rombergs Zeitschr. 1881, Nr. 24. Vor Verwendung hat man sehr sorgfältig alle windschiefen etc. Exemplare zu beseitigen. Fig. 12873 giebt die niedrigste Neigung an, bu. e den Firstziegel, du. e die beiden Ortziegel, f das Querprofil, g das Streckprofil, h die Ansicht der Deckung; Alles in ½13 der nat. Größe. — Die Waldmannschen Falzziegel werden auch in Gußeifen, (Cement, Glas mit der entsprechenden Modffikation der Form geliefert, sind aber in allen diesen Arten etwas komplizirter, als die anderen bezüglich der Verwahrung gegen das allerdings bei allen anderen Sorten (außer der Eilenburger) sehr leicht schädlich werdende Heraufziehen des Wassers durch die Kapillarität in der Ueberdeckung. Bei allen Ziegeldächern bringt man gern in der Nähe Alle Ziegeldächer sind schwer, werden bei anhaltendem Regen noch schwerer u. lassen dann auch manchmal Wasser, jedenfalls aber leicht Kälte u. Wärme durch. Hagel halten Biberschwanzdächer schlecht, Hohlziegel und Krempziegeldächer ziemlich gut aus. Die Dauer hängt natürlich sehr von der Güte des Materials ab. II. Schieferdach, frz. toiture en ardoise, slate roofing, slating. Hierbei werden die Sparren entweder mit Bretern verschalt oder — was aber sehr zu widerrathen ist — je nach der Größe der Schieferplatten 7½—15 em. weit gelattet. Die Schieferplatten werden mittels des Dachhammers auf dem Dachdeckeramboß zurecht gearbeitet, dann mit dem spitzen Theil des Hammers Hoder 2 Löcher hindurchgeschlagen und nun auf die Unterlage mit Woder 2 Nägeln (Schiefernägeln) in schräger oder gerader Richtung, je nach der Eindeckungsweise (s.unten) aufgenagelt; an der oberen und unteren Dachkante werden größere Platten angebracht. First u. Grate werden am besten mit Metall gedeckt. Zum Anhängen der Leitern bei Reparaturen werden in die Sparren, 2—2,3% m. Entfernung von einander, gekrümmteeiserne Haken (Dachhaken, Dachknappen) eingeschlagen. Die Schieferdächer sind anwendbar von 20 Dachneigung an bei sehr schwachem u. glattem Schiefer bis zur größten Steilheit. — 1. Deutsches Schieferdach, Schuppendach, Fig. 1288. Die Bearbeitung des Schiefers geschieht während oder kurz vor der Eindeckung. Man unterscheidet Fußsteinef zum Eindecken der Fußschicht a b, dies sind die größten; Binde⸗„ Gebinder⸗, Gebindefußsteine heißen die Anfänger g der Fußschicht; an diese schließen sich die schrägen Schichten, Gebinde, an, welche, das Schuppendach bildend, von der Linken zur Rechten und zwar um so steiler aufsteigen, je flacher das Dach wird, sie bestehen aus ordinär schuppenförmigen Dachsteinen d; ihre untere Linie tbu heißt Fuß, Riß, Bahn, der obere Theil v W Brust oder Kopf, die unterste Spitze t der Arsch; diese Steine sind in jeder Schicht gleich groß, werden aber sür jede Schicht (nach oben zu) kleiner; die Reihe am First besteht aus Firststeinenss und wird gleich der Fußschicht von der Rechten zur Linken eingedeckt. Die Reihen an den Graten hin heißen Straakorte oder Gleichorte und werden mit Straakortsteinen r, ardoise gironnée, eingedeckt. Die Reihe am Giebel herab, gerade Orte, mit Ortsteinen, 2 auf jedes Gebinde, am rechten Ort X, am linken Ort mit dreieckigen Stichsteinen 2, wenn man nicht Säume von Gleichortsteinen überlegt. Für die Kehlen dienen die Wassersteine e (für die Sohle) u. die Kehlsteine h (für die Backen) und unterscheidet man rechte und linke Wasser-u. Kehlsteine. Zu Thurmspitzen dienen die Schlußsteine. Der Schieferdecker verrichtet seine Arbeit auf dem Fahrstuhl (s. d.). Man braucht von unbearbeitetem Schiefer, der nach Centner oder Ries verkauft wird (1 Ries 5 Etr.), zu 1 gm. ½ Ries = 1 Ctr. reichlich, was aber durch die Bearbeitung auf 37—40 kg. reduzirt wird; 25 bis 30 Bordnägel, 120—130 Stück Schiefernägel, Ueberdeckung oben 2½ em. weniger als die Hälfte, seitwärts 7—9 em. Das Freifeld, frz. pureau, jedes Schiefers ist also ca. die Hälfte seiner Größe. — 2. Schuppendach von Schiefer aus der Mosel⸗ und Rheingegend, Bedarf ½ Ries reichlich und 180—200 Stück Nägel pro ‚m. — 3. Deutsches Dach aus quadratisch bearbeitetem Schiefer. Eindeckung in schrägen Reihen. Ueberdeckung wie oben. Bedarf pro qm. 33 —34 Stück 25 cw. ins ◻groß, 25—26 Stück 28 em. groß, 18—19 Stück 35 em. groß, 12—13 Stück 40 cm. groß, 10—11 Stück 45 cm. groß, dazu resp. 1½¼, 1, /, ½, ½ Schock Schiefernägel. Gewicht 33—35 Kg. pro qm. — 4. Deutsches Dach mit Lehestner sechseckigem Schablonenschiefer, pro qm. ca. 35 bis 50 kg. Schiefer und 1—1/% Schock Nägel, je nach der Ueberdeckung, welche stets so groß wird, als die Seite a b SIELIOTHEK des Schiefers, s. Fig. 1289, sich also nach der Größe der Schablone richtet, die man von 20 cm. Breite bei 28 em. Höhe bis 28 em. Breite bei 45em. Höhe haben kann. Von diesen Schablonensteinen lassen sich, wenn man einzelne mitStanniol überzieht, sehr schöne Muster eindecken, auch kann 12—0 röthliche, bläuliche, schwarze, weißliche und ünli sig. 1289. bes. aus Lößnitz in Sachsen. — 5. Deutsches Dach mit englischem Schiefer, schrägreihig eingedeckt, ebenfalls am besten auf Schalung, im Nothfall auf Latten. Dabei gilt folgende Tabelle: Schieferö 5ötze Stück Latten⸗ m. Latten 912 Stü 46/23 23 28 23•%% 1850 46 41/j0 30 23 10⁵⁰ 6⁰ Ueberdeckung oben 4—6 em. weniger als Plattenhälfte, an der Seite 7—8 em. Gewicht pro gm. 25—30 kg. — 6. Französisches Schieferdach mit quadratischem Schiefer. Eindeckung in gerader Reihe in Verband, seitwärts Stoßfuge, oben 2½ em. mehr als Plattenhälfte Ueberdeckung, Lattung also 2½ em. enger als die Hälfte der Plattenstärke, Bedarf pro qAm. 33—35 Kg., s. oben sub 3 die verschiedenen Sorten. — 7. Einfaches englisches Dach, mit englischem Schiefer geradreihig eingedeckt, in kleineren Sorten auf Latten, oben 5 7½ em. weniger als Plattenhälfte, seitwärts 7—8 m. Ueberdeckung. Bedarf wie bei 5. — 8. Englisches Doppeldach, mitenglischem Schiefer. Eindeckung wie bei 6, meist auf Latten, in geraden Reihen; man nimmt die Platten entweder mit der langen Seite parallel den Simsen (Langdach) oder mit der langen Seite sparrenrecht (Streckdach); danach ist der Bedarf etwas verschieden, ebenso dieLattungsweite, welche stets mindestens 2 cm. weniger als die betr. Länge der sparrenrecht stehenden Tafelseite beträgt. Bedarf und Gewicht etwa 40/ mehr als bei 5. Trotz dieses hohen Bedarfs u. Gewichts ist dieses Dach doch unter den hier aufgeführten das beliebteste, namentlich wegen seines netten Aussehens, obgleich das unter 4 angeführte in dieser Beziehung, sowie bes. in Bezug auf schnelle Ableitung des Wassers, ihm weit vorzuziehen, dabei auch viel billiger ist, ganz abgesehen davon, daß der englische Schiefer dem Hagel u. Frost bei weitem nicht so gut widersteht, wie der thüringische. Bei allen diesen Schieferdächern läßt man entweder die Firstschichten auf beiden Seiten genau mit dem First abschneiden und deckt dann First und Grate mit Metallein, wobei man leichtVerzierungen anbringen kann, oder mit den jetzt überall beziehbaren First⸗ u. Gratstreifen od. Wulsten von starkem Schiefer; od. endlich, man läßt die Wetterseite oben 8 em. über die andere Seite überstehen. Das Einwehen von Schnee u. Regen wird dadurch freilich nicht verhindert. Im allgemeinen haben alleSchieferdächer das Unangenehme, daß sie bei starkem Wind klappern; bei Feuersbrunst aber fliegen die Steine, die leicht glübend werden, oft sehr weit und verbreiten so die Gefahr. III. Fliesendechung. Außer den Ziegeln werden auch noch viele andere künstliche Steinmassen zur Deckung verwendet. — 1. Fliesen oder Kacheln von gebranntem Thon mit brauner od. bunter Glasirung, am besten in der Form wie die Lehestner sechseckigen Schablonenschiefer zu verwenden, um Muster zu erzeugen Die unlängsteingeführten und z. B. durch Mutze in Leipzig zu beziehenden Dachsteine mit Salzglasur sind 38 cm. lang, 27 cm. breit, verlangen Lattung von 3½ Cm. Stärke bei 30 cm. Weite u. können bei Dachneigung von 1:6 in Anwendung gebracht werden. Sie werden in Cement gedeckt und wiegen pro qm. 30 bis 33 kg., bei Doppeldach mit 15 cm. weiter Lattung pro am. 47 kg., bei Spließdach mit 22 em. weiter Lattung 36 kg. — 2. Dergleichen Fliesen in Hohlziegelform; sie waren vielfach im Mittelalter, bei Christen u. Mahommedanern, in Gebrauch zur Herstellung gemusterter Dächer. Die gelbglasirten glänzen sehr, so daß ein mit solchen eingedecktes Dach wie vergoldet erscheint. — 3. Cementdachsteine u. Cementplatten in Dachziegelform s. d. betr. Art., sowie oben sub J. 7. IV. Metalldachung, frz. Couvertureé f. en métal, engl. metal-roofing. — 1. Blechdachung, frz. couverture en lame de meétal, engl. sheet-roofing. Einiges Allgemeine darüber s.im Art. Blechdach, bes über Dachneigung, Schalung etc. An der Seite in der Stoßfuge werden die Blechtafeln zweckmäßiger zu runden Falzen umgebogen, als zu scharfen od. glatten Falzen, weil die Dehnung und Zusammenziehung bei Temperaturwechsel in runden Falzen am ungehindertsten vor sich gehen kann, deshalb ist das Löthen der Stöße thunlichst zu vermeiden; bei gebogener Dachfläche freilich ist diese Vermeidung unmöglich. Wo genagelt wird, versäume man nicht das Einlegen von genügend langen Haftblechen. a) Kupfer ist das dauerhafteste und beste Material zur Dachdeckung, aber meist zu kostspielig, obwohl das nicht so schlimm ist als man gewöhnlich denkt; man bräucht zunächst sehr wenig Neigung, bis herab zu 5e od. 1:12. Die Querfalze werden niedergeschlagen u. bedürfen nur 3—4 em. Blechbreite, die sparrenrechten Falze bleiben rund stehen u. bedürfen 7 8 em.; Befestigung auf der womöglich sparrenrecht zu legenden Schalung durch Haftbleche, die in die Querfuge mit eingefalzt werden. Ueber die Plattengröße s. im Art. Kupferblech; weiteres in folgender Tabelle pro qm., wobei die Dachung 1 in rußfreien Gegenden, also auf dem Lande, etwa 200 Jahre Dauer hat; die Dachung 5 selbst unter den ungünstigsten Bedingungen etwa 1000 Jahre. 5 71⁷ 17 2⁷ b) Schwarzblech, schwarzes Eisenblech. Ueber Größe der Tafeln sowie über die Arten des zur D. verwendeten Schwarzblechs s. d. Art. Eisenblech und Blech. Ueber die verschiedenen Systeme der Eisenblechdachung, soweit sie über die Grenzen reiner Dachdeckerarbeit hinausgeht, s. d. Art. Eisendachung. Hier sei nur das zur Uebersicht Nöthige angeführt: Jede Schwarzblechdachung muß gegen die Oxydirung durch einen Ueberzug, am besten von Oelfarbe, geschützt werden; s. aber auch d. Art. Anstrich A. I.1—20; dennoch steht es dem Zink nicht viel nach. Nöthige Dachneigung 18 bis 1:12. — Bei ebenem Schwarzblechdach, welches aus Tafeln hergestellt wird (s. im Art. Blech die Größe etc.) rechnet man pro qm. 4,3 Kg. von starkem Jakobswalder Blech bedarf keiner Schalung. Zur Unterlage für die Tafeln (deren Größen u. Bezugsquellen s.d.Art. Eisenblech) dienen Deckschienen oder Traversen von L-förmigem Querschnitt (s. d. Art. Dach C. IV. 1.). Die unterste Reihe wird meist auf 2 Schienen festgenietet. c) Verzinktes Eisenblech. Die Verzinkung ist deshalb bes. zu empfehlen, weil das Zink sich inniger mit dem Eisen verbindet als Zinn oder Blei. Näheres s. im Art. Eisenblech; auch über die besonders häufig verwendeten Wellenbleche, deren Stärke, Größe rce. Ueber die Dachpfanne und Pfannenbleche aus verzinktem Eisen s. unten sub 2. c4) Dachung aus verzinntem Eisenblechoder Weißblech. Das Material wird meist nach Tafeln, nicht nach dem Gewicht berechnet. Die gangbarsten Sorten sind folgende: Namen. an Tafeln der Tafeln Pontonblech 40 Englisches dsgl. 43 d347 150—160⁰ Kreuzblech 32 2 14 75—80 Englisches dsgl. 35B24 13 7⁰ Forderblech verschieden. 40—44 25—-30 Man rechnet durchschnittlich 1½¼ ꝗm. Blech auf 1 qm.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 100Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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