Dachfenster, n., frz. Iucarne, f., vue, f., engl. dormerwindow, lucayne. Man kann sie natürlich sehr verschieden gestalten. Hauptarten sind: 1. Dachluke, frz. Iucarne, im engern Sinn, engl. 1o0uvre-window, ital. Iuminale, span. tragaluz, mit flachem Pultdach nach vorn, gewöhnlich mehr lang als hoch und nicht zum Heraussehen, sondern blos zur oeil de boeuf,engl. bull'séeye; sie haben lothrechte Vorderwand mit kreisrunder oder ovaler Oeffnung u. rundes od. Satteldach; werden meist auf dem Obertheil der Mansarden u. bei den Kuppeldächern angewendet. — 3. Fledermausfenster oder Schwalbenschwanz, frz. Iucarne à tabatière,engl. dead man's eye, in Gestalt eines menschlichen Auges, sehr unschön, aber Material sparend. — 4. Froschmaul, großes Kafffenster, frz. lucarne à lunette; engl. round headed dormer-window, von Halbkreisform. — 5. Dacherker, Dachnase, mit Giebel und Satteldach, frz. lucarne faitiere, vue faitière, engl. gabled dormerwindow, span. guardilla; ist ein Dacherker sehr schmal, so heißt er wohl auchLuginsland, Ausluge,frz. archière. 6. Vlämisches D., frz. Iucarne flamande, engl. flemish dormer-window, span. guardacalada, mit Segmentgiebel u. entsprechendem Satteldach. — 7. Kapuzinerdachfenster, Kappfenster, Gaupe, Gunge, frz. Iucarne à Ja capucine, engl. hip-roofed dormer-window, ital, abbaino, span. buharda, boarda, mit viereckiger Oeffnung in der lothrechten Vorderwand und Satteldach mit Walm. — 8. Jungfernfenster, frz. Iucarne à damoiselle, engl. flatroofed dormer-window, wie das vorige, aber mitziemlich wägerechtem, flachem, weit vorspringendem Dach. — 9. Kafffenster, im engern Sinn, halbkreisförmig, von einem Formstein, dem Kaffziegel, gebildet. — 10. Dachfenster mit Kegeldach, engl. killessed dormer-window, in der spätern Gothik sehr häufig. — 11. Dachklappen oder liegende Dachfenster, frz. lucarne en abattant, engl. folding-dormer-window, gewöhnlich von Blech od. Gußeisen gefertigte Rahmen oder Unterlagsplatten, die mit eingedeckt werden; das Scharnier des Flügels befindet sich an der oberen Querseite, das Fenster wird mittels eines gezahnten Bügels offen erhalten. Diese Fenster sind selbst im verschlossenen Zustand häufig undicht, wenn aber während ihres Offenstehens ein Sprühregen kommt, ist das Einregnen unvermeidlich, wenn nicht der Flügel selbst ringsum mit abgedachten Blechbacken von mindestens 32 em. Breite versehen ist. Etwas besser als die gewöhnlichen sind die von Hilgers in Rheinbrohl, d. Reichspatent. Wo die Dachräume nicht bewohnt werden, sollte man die Dachfläche möglichst wenig mit Fenstern unterbrechen. Man kann die Erhellung der Bodenräume dann ganz einfach durch sogenannte Glaspfannen — das sind starke, in das Dach eingelegte Glasplatten in Form großer Dachziegel — bewerkstelligen. Die Lüftung der Räume geschieht dann, indem die Glaspfannen, ähnlich wie die ebenfalls möglichst zu vermeidenden Dachklappen, aufgehoben werden. Die schwächeren gläsernen D. sind feuergefährlich. Bei versenkten Gebälken bringe man die Fenster in den Umfassungswänden des Gebäudes an; bei direkt an den Balken beginnenden Dächern werden statt der Dachklappen besser kleine Kappfenster oder Dacherkerchen, aus Zink gearbeitet, aufgesetzt.