Dachzerlegung, Dachausmittelung. f., frz. recoulement du passe d'un comble, engl. projection of a carcass. sich im Grundriß u. Aufriß der Dachflächen sämtliche sie begrenzende Linien zum größten Theil verkürzt darstellen, da aber doch bei der Zulage die wirklichen Längen u. wahren Neigungswinkel dieser Linien, gegen die Balkenlage sowohl als gegen einander, der sog. Dachverfall, für die Veranschlagung die wirklichen Größen der Dachflächen bekannt sein müssen, so hat man auf ein Verfahren zu Ausmittelung dieser Größen und Winkel (Dachausmittelung) gesonnen und am zweckmäßigsten zu diesem Behuf die D., d. h. die Umklappung der schiefen Dachflächen ineine wägerechte Ebene, gefunden. Für den im Projektionszeichnen Geübten ist dies etwas sehr Leichtes, in kleinerem Mäßstab auf dem Reißbret auch leicht ausführbar; auf dem Werkplatz aber wird es schon umständlicher. — 1. Bei Gebäuden von gleicher Tiefe. Es sei z. B. bei dem Dach eines Gebäudes efgh, Fig. 1320, die Bedingung, daß alle Dachflächen gleiche Neigung, gleichen Fall haben sollen (der Zimmermann sagt, das Dach soll mit Dachverfällung ausgeführt werden). Nachdem zuerst die Lage der Firstlinie comitten zwischen ge undhebestimmt wurde, so daß à4 c = b oist, müssen die Entfernungen der Punkte von e und gh ebenfalls = a gemacht werden. Hat man dies durch Versuche miteiner Schnur od. Mäßlatte erreicht, so schnürt man o e, of, e g u. ch ab. Trägt man nun in Fig. 1321 die Längen dieser Linien von Naus nach rechts und links ab, von d aufwärts aber die Dachhöhe de, so erhält man die wahren Längen von e a, ce etc. und zugleich die Neigungswinkel gegen die Balkenlage, welche behufs des Abbindens der Sparren u. Gratsparren nöthig ist. Um nun die behufs des Schiftens nöthigen Größen und Gestalten der einzelnen Dachflächen zu bekommen, fällt man gewöhnlich von e aus Winkelrechte auf ef, e getc. und trägt an diese von den betreffenden Fußpunkten (entweder bei beschränktem Platz nach innen auf dem Werksatz selbst, oder, wie hier in Fig. 1320angegeben, nach außen) die gefundene Sparrenlänge ac an; dadurch erhält man die Punkte 6, u. durch Verbindung mit den betr. Ecken des Gebäudes etc. die wirklichen Dachflächen fec,Ehecee. Man kann diese auch erhalten, wenn man von e aus mit e e, von faus mit f(Fig. 1321) Kreise beschreibt, deren Durchschnittspunkt dann cist. — 2. Ist der Grundriß unregelmäßig, wie ghik, Fig. 1323, fo kann das Dach je nach den gegebenen Bedingungen versch. Formen erhalten. a) Alle Dachflächen sollen gleiche Neigung haben, das Dach soll mit Verfällung ausgeführt werden. Manzieht zunächst die in der Figur punktirt angegebenen Parallelen zu den Langseiten, halbirt den durch sie gebildeten Winkel und erhält so die Firstlinie 0 c6, Fig. 1322, dann wie oben die Punkte c u. c; da nun CCeCα b wird, so wird, wie sich aus Fig. 1324 ergiebt, wenn man da und de ansetzt u. a C u. e nach demselben Neigungswinkel zieht, o“ höher liegen als 0 u. der First also ansteigen; die wahre Länge des Firstes, der Grate und Sparren und die wahren Größen und Gestalten der Dachfläche erhält man nun gerade wie oben mit Hülfe von Fig. 1325 u. 1326. b) Der First soll horizontal liegen, die Walme sollen eben sein, Fig. 1327— 1330, erhält man wie oben; da nun db df und doch d d“ C, so muß 4 fflacher liegen als & b, also die Fläche Q»iech' windschief sein; die Gratlinie (Durchschnittslinie zwischen Windschiefe u. Ebene) müßte also krumm werden; da die Sparren der Windschiefen gerade sein müssen, sod kann man die Windschiefe entstanden denken durch eine er-e zeugende Gerade, welche an i h und 6“ als Leitlinie hingleitet, theilt man diese Gerade auf jeder ihrer Lagen inn (3. B. 3) gleiche Theile, so werden die Spuren dieser Theilung ebenfalls gerade Linien, die Durchkreuzungen dieser Spuren aber Punkte der Durchschnittslinie der Flächen sein; mit anderen Worten: wenn man b u. oi in je i 3 Theile theilt, die Verbindungslinie aufschnürt, ebenso an den Walmen die Entfernung von e“ nach der Grundlinie in 3 Theile theilt u. durch die Theilungspunkte Parallelen mit der Grundlinie zieht, so werden die Punkte, wo sich die einander entsprechenden Linien je zweier Seitenflächen schneiden, Punkte der Gratlinie sein; man kann dies auch so auffassen, als wenn man die Dachhöhe in3 gleiche Theile getheilt und durch die Theilungen wägrechte Ebenen gelegt! habe. (Bei größerem Mäß muß man natürlich mehr Theile annehmen.) Die wirkliche Krümmung der Gratlinien erhält man nun, wenn man die Umklappung unter Berücksichtigung der einzelnen Punkte vornimmt. Ebenso muß man bei Umklappung der Windfchiefen erst ob und cf umklappen, theilen, die Theilungspunkte verbinden, diese Linien verlängern, bis e sie die betr. Perpendikel schneiden und so den Punkt des Grats angeben. Fig. 1329 ist ein 6 Profil der windschiefen Fläche, in welcher man, um sie in der Ebene zulegen zu können, o u. in die Ebene von Xy umlegen muß. e) Der First soll horizontal sein, die Walme eben, Fig. 1320. aber die Gratsparren geradlinig. Dies ist nur dadurch zu bewerkstelligen, daß die Dreiecke ibe, Ehe etc. ebensalls eben gemacht werden; in der Zerlegung wird dies dadurch ausgedrückt, daß die Theilungslinien von dem Punkte aus, wo sie z. B. kschneiden, parallel der Grundlinie hf bis zum Grat weitergeführt werden. Da diese Zerlegung bei weitem einfacher ist, so geben wir hier keine Zeichnung. d) Das Dach soll gleiche Höhe u. keine Windschiefe haben. Zu Erfüllung dieser Bedingung muß statt des Firstes eine Plattform angewendet werden. In Bezug auf das Aussehen ist diese Anordnung jedenfalls allen bisherigen vorzuziehen. Die Zerlegung ist sehr einfach. — 3. Ist der Grundriß aus geraden und krummen Linien zusammengesetzt, so werden auch die Dachflächen theils eben, theils windschief, theils krumm sein; die Zerlegung geschieht aber immer nach denselben Grundsätzen wie oben, d. h. bei Annahme gleicher Dachneigung wird die Firstlinie durch Aufsuchung einzelner Punkte gefunden, die von beiden Seitenlinien gleichen normalen Abstand haben, die Höhe durch Austragung der Profile. Bei Annahme gleicher Firsthöhe werden die Horizontalebenen, resp. die Theilung der Sparrenlängen in gleiche Theile zu Hülfe genommen. Die Abwickelung der krummen Flächen geschieht nach der in dem Art. Abwickelung gegebenen Anweisung, und ist nur zu bemerken, daß bei Annahme gleicher Dachneigung die krummen Flächen Kegelflächen sein werden, bei Annahme gleicher Firsthöhe aber häufig zu Cylinderflächen werden können. — 4. Besteht das Gebäude aus mehreren Flügeln von verschiedenen Tiefen, so wird bei Annahme gleicher Dachneigung, also verschiedener Firsthöhe, der First des schmäleren Flügels den Grat des breiteren treffen, der First des Gebäudes also von a nach b, Fig. 1332, hori-Fig. 1325. Fig. 1326. Art. Dachzerlegung. zontal gehen, nach beaber steigen, nach od wieder horizontal gehen etc. Kehle u. Grat fallen da nicht in eine Linie. Bei gleicher Firsthöhe aber, wie in Fig. 1331, werden die Dachflächen verschiedene Neigungen annehmen; Kehle u. Grat aber werden in eine Linie fallen. — 5. Bei noch so komplizirten Grundrissen werden doch immer die bisher angeführten Fälle wiederkehren. Wie sich bei solchen Aufgaben der Dachverfall herausstellt, zeigen deutlich die Fig. 1331 u. 1332. Bei Fig. 1332 ist gleiche Neigung für alle Sparren angenommen. Die Dachflächen 1—19 und 25 sind Ebenen; 21 ein halber gerader konvexer Kegel, 20 ein Stück eines geraden konkaven Kegels, 23 ein Stück eines konvexen geraden Kegels, 24 Stücke von konkaven geraden Kegeln. Bei Fig. 1331 ist gleiche Firsthöhe angenommen, hier sind die Flächen 1, 2, 7, 8, 9, 10, 11, 14, 15, 16, 19, 25 steiler, die Flächen 3, 4, 5, 6, 12, 13 flacher, 21 ein schiefer konvexer Kegel, 20 ein Stück eines schiefen konkaven Cylinders, 23, 24 bilden zusammen eine verschieden gewundene schiefe Eylinderfläche. 8.