Deckdiele, k., Deckbret, n., Decklade, k., eine Brücke, siehe Fahrdiele. ital. soppalcho, span. plafon, cielo, die Bedeckung eines Gebäuderaumes, die auch wohl zugleich den Fußboden des darüber liegenden Raumes bildet, dann Zwischendecke, österreichisch Oberboden, frz. plancher, engl. roof gen. Sie sind entweder von Holz, von Eisen oder von Stein (Gewölbe), erstere sind meist horizontal, letztere meist nach krummen Linien, jedoch auch zuweilen scheitrecht gewölbt. Man kann sie eintheilen: A.Nachihreräußeren Gestalt; dann verstehtman unter D. im engeren Wortsinn (frz. Plafond) gewöhnlich blos die untere Fläche, welche auf einem verkehrten Grundriß (von unten nach oben gesehen), dem Dechenriß, lat. orophegraphia, entworfen wird. 1. Gerade, flache Decke, Plafond, frz. plafond, plan, engl. flat-ceyling, span. cielo raso, Ebene mit mehr oder weniger großen Hohlkehlen an den Wänden ringsum. — 2. Spiegeldecke, frz. Plafond en are de clottre, engl. coved ceyling, ebene D., deren Hohlkehlen größer sind als der ebene Theil. — 3.Kassetten. decke, kassettirte Decke, frz. Plafond à caissons, engl. coflered ceiling, eine solche, die mit Kassetten (s. d.) versehen ist. — 4. Fachdeche, frz. plafond enfoncé, engl. spau-Ceiling, mit langen Fächern, auch Halkendecke (I. d. 2.) genannt. — 5. Felderdeche, Rippendeche, frz. plafond à nervures, engl. groined ceiling oder roof, durch erhabene Rippen in Felder nach freier Zeichnung getheilt, während bei der Kassettendecke der Schein einer wirklichen Konstruktion gewahrt wird. — 6. Gewölbte Deche, ogendecke, frz. plafond vouté, engl. vaulted ceiling. Diese werden gewöhnlich nicht Din, sondern Gewölbe genannt und nach ihrer speziellen Gestaltung wiederum vielfach eingetheilt; s. d. Art. Gewölbe. — 7. Sichtbarer Dachsinhl, frz. corable à ferme visible, engl. span-roof, Compass-roof. Auch diese werden aufvielfältige Weise gestaltet (s. Dach), indem die neueren Dachkonstruktionen vielfach neue Motive der Ausschmückung darbieten. — 8. Glattgeputzte Deche, frz. plafond enduit, engl. plastered ceiling, s. d. Art. Deckenputz. — 9. Stuckdeche, Gipsdeche, frz. plafond de plätre, engl. plaster-ceiling, s. Deckenputz. — 10. Stuckaturdecke, Decke mit Gipsornamenten, frz. plafond orné de plätre moulé, engl. moulded plastre-ceiling. — 11. Deche mit eingefügten Bildern anf Leinwand, frz. plafond marouflé. Bei Dekoration der Den überhaupt hüte man sich vor allem vor Schwerfälligkeit u. Ueberladung, lieber sei eine Dietwas zu einfach u. leicht, im Vergleich zu den Wänden. als zu schwer. Bes. oft wird hier von den Stubenmalern gefehlt, indem sie die Mittelrosetten zu groß, die Eckstücke und Friese zu leicht machen. Der volle Durchmesser einer Rosette darf nie mehr als den sechsten Theil der Zimmerbreite betragen. Kehlverzierung u. Fries können bis zum achten Theil, ja bei großen Zimmern bis zum sechsten Theil der Zimmerbreite, von der Wand aus gemessen, breit sein. Mehr s. unter Dekoration und Plafond. B. Nach der Konstruktion, welche allerdings bedeutenden Einfluß auf die Gestalt hat. ) Hölzerne Decken sind bei weitem die gebräuchlichsten. Man unterscheidet: Dobbel⸗„Dobel⸗ od. Döbeldecke, in Oesterreich Dippelboden, Diebelboden. a) Ganze Dobeldecke, frz. plancher de poutres juxtaposées. Auf die Mauerlatten oder Rahmen werden Balken dicht neben einander gelegt u. durch hölzerne oder eiserne Dobel mit einander verbunden (verdobelt), s. Fig. 1350. Die Dobel sitzen 1½5 bis 240 m. von einander und zwar in den neben einander folgenden Fugen abwechselnd. Die Dippelbäume, d. h. die einzelnen Balken, werden entweder blos als Halbholz geschnitten u. mit der Schnittfläche nach unten verlegt, oder behauen, wobei man schwächeres Holz verwendet. Auch HEIDELBERG O Universitats kann man Kreuzholz verwenden, wo man dann bei bis 5,, m. Raumtiefe aus einem Stamm von 30—35 em. Durchmesser 4 Dübelbäume schneiden kann, da hier eine Stärke von 17 cm. bei 15 cm. Breite ausreicht. Auf die D. kommt Schuttaufführung, in welcher Fußbodenlager (Polsterhölzer) liegen, die den Bretfußboden tragen. Die Unterseite, die eigentliche D., bedarf keines Ueberzugs, kann auch gehobelt u. gestrichen werden. b) Halbe Dobeldecke, frz. plancher tamponné. Hier werden geschnittene oder unten behauene Dobelhölzer quer zwischen die Balken in Falze dicht neben einander gelegt. Der Raum über den Hölzern bis zur Balkenoberkante wird mit Schutt oder Sägespänen ausgefüllt und die D. unterhalb mit Lättchen beschlagen od. berohrt und geputzt. Bei diesen Din wird 2 Balkendeche, österr. Cramboden, srz. plancher de charpente, engl. ceiling of timbers. Hier liegen die Balken nicht dicht neben einander; über die Konstruktion dieser D.n ist bereits Einiges in Art.Balkendecke u. Balkenlage gesagt, ebensoin Bezug auf Vertheilung der Balken. In Bezug auf die Verbindung der einzelnen Balken unter einander kann man folgende Arten unterscheiden: a) Leere Decke, Hohlboden, frz. plancher creux. Hier wird blos der Fußboden auf die Balken gelegt, als Spündeboden, Sturzboden oder stumpf gefügter Boden, ohne oder mit Fugenleisten. Eine D. im engeren Wortsinn ist dies nicht, gewährt auch nicht viel Dichtigkeit. Ueber die Stärkemäße s. d. Art. Balkenstärke. b) Verschalte hohle Decke, frz. plancher ereux plafonné, plafond creux, wie a, aber an der Unterseite der Balken mit Bretern verschalt, welche gehobelt oder auch berohrt und geputzt oder dergleichen werden köngen; Sbibliothek Heidelberg * FC c)Sturzboden mit Ueberschüttung, s. Fig. 1351 u. 1352. a sind die Balken, in Oesterreich, wo diese Konstruktion bes. gebräuchlich ist, Sturzträme gen., be der Sturzboden od. Stulpboden, d grober, darauf feiner Schutt, e Polsterhölzer, K Dielung, g Blind- oder Feilträme, auch Fehlträme, zum Tragen der Deckenschalung etc. Die Breite der Sturzträme wird, wenn sie mit t m. lang frei liegen, angenommen zu 13 (2t) in em., die Höhe zu 2—5 em. mehr. d) Balkendeckemit Langeinschub, frzplancher rainé avéc entrevous en long (Fig. 1353), kostet viel Holz. e) Quereinschub, frz. plancher rainé et tamponné. Derselbe besteht entweder aus Bretern (dann Faul⸗ oder Fehlboden, Schragboden genannt) oder aus Stakhölzern, dann auch Ausstakung gen.; s. dar. unten. Die Bretereinschiebe werden auf verschiedene Weise zwischen den Balken befestigt, entweder nach Fig. 1354 (dist der Einschub) in dreieckigen eingehauenen Nuthen, oder in gehobelten viereckigen dergl., oder in Falzen, die von oben hinein in die Balken gezogen sind. Besser als alle diese Holzverschwächungen sind an die Balken a seitwärts angenagelte Latten, Einschubleisten bb, Fig. 1355. Die Fugen der Einschubbreter, d in Fig. 1354, c in Fig. 1355, werden von oben mit Lehm verstrichen, dann trockener Schutt, hier und da auch Strohlehmspeise, oder sonstiger Schwebästrich, e, Fig. 1354, aufgebracht, ungefähr mit den Balken gleich; hiernach kommen auf die Balken die Aufgleichungsstreifen h‚ und zwischen ihnen feiner Schutt od. Sand, f, Fig. 1354, um je nach Bedarf die genaue Wägerechte herzustellen, u. darauf die Dielen g, auf die sich die Fußleisten i setzen; c ist die Deckenschalung, denn diese Din werden unten meist mit gespaltenen Bretern od. auch wohl mit Schallatten od. Pliesterlatten, s. unten 4, ausgeschalt, darauf berohrt u. geputzt; s. Deckenputz. Diese Bretschalung folgt freilich den Bewegungen der Balken, was leicht Risse nach sich zieht, ein Uebelstand, der allerdings unter Verwendung von mehr Holz, durch die oben sub b erwähnte Einlegung von Fehlträmen, vermieden wird. — 3. Bretdecke, frz. plancher (im engern Sinn) plafond de planches, engl. boarded ceiling. Man verwendetzwar neuerdings hier u da statt der Balken hochkantig gestellte Breter, wodurch eine Bretdecke im wörtlichen Sinn erzeugt wird, s. d. Art. Bretdecke 2.; Bretdecke nennt man aber auch und zwar fast ausschließlich eine Balkendecke, deren untere Verschalung nicht berohrt, sondern gehobelt wird. Die Breter werden entweder quer über die Balken stumpf neben einander vernagelt und Leisten über die Fugen gesetzt, oder gespündet, oder mit Nuth u. Feder an einander gefügt oder gestülpt als Stulpdecke, Sturzdecke, frz. plancher à clin, engl. clincher-built ceiling, d. h. man befestigt sie mit 10—14 cm. Zwischenraum neben einander, und über diese Lücken legt man wieder Breter von 14, resp. 18 em. Breite. Man sieht leicht ein, daß man all diese Din vielfach verzieren kann, indem man an die Kanten der Leisten oder Breter Glieder stößt, die Flächen der Breter und Leisten aber mit Schnitzwerk, Goldleisten od. Malerei verziert. Auch durch die Legung der Breter selbst kann man Muster erzielen, wenn man z. B. die Breter nicht rechtwinklig, sondern schräg gegen die Balken, ährenförmig, fischgrätenförmig, rautenförmig etc. anlegt. Aus dem späteren Mittelalter sind uns sehr schöne Beispiele solcher Din erhalten. Auch bei Balkendecken läßt sich der Einschub, wenn man ihn hobelt, in ähnlicher Weise als Verzierungselement benutzen, wodurch dann zwischen den Balken Streifen von Bretdecken entstehen; s. darüber den Art. Balkendecke. — 4. Lattendecke, frz. plafond latté, engl. lathed ceiling. Hier besteht die untere Verkleidung der Balken aus 2½ em. dicken, nach oben etwas abgeschrägten Latten, sogenannte Schallatten, od. Priesterlatten, welche mit 2½ em. Zwischenraum an die untere Seite der Balken genagelt, mit Härkalk oder Strobenörtel ausgefüllt und dann mit Gipsmörtel überzogen werden. — 5. Lehmdecke, HEIDELBERG O Universitatsb rz. plafond en torchis, engl. mud-ceiling (Wellerdecke, Windelboden). a) Ganzer oder gestreckter Windeli[boden, gestückte u. gewickelte D., Preßdecke. Man umwickelt in der Mitte von einander geschnittene Leiter⸗ „stämme mit Lehmstroh; diese werden über die Balken gelegt und oberhalb mit Lehm verstrichen. Hierbei müssen die Balken hochkantiges Holzsein und 1,½%J—1,% m. von Mitte zu Mitte liegen. Sie werden von unten mit Lehm u. Sand geputzt, beklebt, oberhalb mit Schutt ausgefüllt. b) Hal⸗ (ber Windelboden, gestückte u. gestrichene Decke, Stakdecke. Hier werden Stakhölzer etwa 7—8 om. von der Oberkante der Balken wägrecht liegend eingebracht, Hnachdem sie vorher mit Strohlehm umwickelt worden sind, s. Fig. 1356 u. 1357; oder es werden, und dies nähert sich schon sehr der oben erwähnten Einschubdecke, solche Staken wägrecht liegend statt des Fehlbodens od. abwechselnd ansteigend (wie bei dem Art. Abkreuzung abgebildet) eingebracht, an den Fugen mit Lehmstroh verstrichen und oberhalb mit Schutt, den Balken gleich, ausgefüllt, unterhalb aber mit Lehm beworfen, befetscht. — 6. Ausgemauerte