Bandlappen, nicht viereckig gelassen, sondern ornamental gestaltet wird, so nennt man das Band ein Bocksi[hornband, frz. pommelle simple en S. Fig. 408 giebt einige alte Bockshornbänder. a, b, d befinden sich im Dom 1zu Regensburg, e, e, K in der Sammlung des Verfassers. 1—5. Lange Bänder, frz penture longue, englstrap⸗ (hinge, strap-loop. Es ist oft nöthig, durch die Bänder den Verband von Holzthüren u. Thoren zu verstärken, wie bei Anwendung von Winkelbändern, s. oben b 2. Wenn der Thürflügel aus Bretern besteht, welche vertikal neben einander gesetzt und irgendwie mit einander verbunden sind, so macht man cher auf der Thüs be festigt wird, s Hang, daß er die o d.wenigstens mehrere Breter übergereift. Das Band w ird dann mit den e inzelnen Bre ern vernagelt oder verschraubt, se ltener in das Holzwerkeingelassen. Im Mittelalter, wo man selbst die Zimmerthüren aus vertikalen Bretern in Spundung oder mit Federn zusammensetzte, benutzte man die langen Bänder zu Verbindung der Thürbreter unter einander und zug leich vielfach zu Verzierung der Thüren, indem man die Bänder in manchfache Rankenverzweigungen ausgehen ließ. Man gewann hierdurch nicht allein eine Dekoration, sondern vermehrte auch die Berührungspunkte des Bandes mit der Thüre. Es ist uns eine große Zahl solcher, oft sehr schöner Beschläge überkommen; wir geben in Fig. 409 einige Beispiele. Bei dem Entwerfen solcher Zierbänder, franz.pentureés ornées, engl. ornated hinges, ist zu beachten, daß die Verschlingungen nicht aus einzelnen Theilen, welche ohne Verbindung unter einander sind, bestehen dürfen, sondern daß die Enden der Ranken immer wieder an benachbarte stoßen, so daß das B. nur ein, zwar stellenweise durchbrochenes, aber an vielen Stellen zusammenhängendes Ganze bildet; auch bei der Ausführung ist darauf zu achten, daß, wenn man der leichteren Herstellung wegen die ganze Form aus einzelnen Stücken bildet, diese zusammengeschweißt sind. In Fig. 410 u. 411 sind zwei verschiedene Haken u. Oesen für lange Bänder für Thore u. Thüren, nach der Konstruktion von Bedmund in London, dargestellt; diese Bänder lassen sich sehr gut in der Schmiere erhalten. Das lange Band a, welches auf den beweglichen Flügel geschraubt wird, ist an dem einen Ende mit der Hülse b versehen, welche auf dem konischen Dorn ruht u. sich um denselben dreht; in der Hülse b befindet sich ein Oelbehälter d, welcher durch ein Schräubchen von oben verschlossen wird, und, wenn er gefüllt ist, den Berührungsflüchen des Dorns u. der Bandhülse Oel zuführt. Der Dorn ist auf eine Eisenplatte gesetzt, vermittels welcher er an dem Thürgewände angeschraubt wird. 6. Flämisches Band, frz. penture flamande, engl. flemishloop. Ein solches kann nach irgendeiner der unter 1—5 aufgeführten Formen gestaltet sein, erhält aber zwei Lappen, von denen der eine an der hintern, der andere an der vordern Seite der Thürliegt; die Zierbänder des Mittelalters sind meist so konstruirt. Da beide Bänder durch Schraubenbolzen mit Muttern verbunden werden können, so gewähren diese Bänder große Festigkeit. Fig. 412 stellt ein solches B. im Grundriß dar. 7. Gekröpftes, gekripptes Band. Jedes Charnierbandkann gekröpft, frz. Coudé, engl. bent, sein, s. Fig. 395, aber auch jedes Aufsatzband, indem die Lappen nach einem Winkel gebogen werden, u. zwar entweder nach vorn, recht gekröpft, wie in Fig. 413, was gewöhnlich geschieht, wenn die Gewände vorstehende Glieder haben, oder nach hinten, verkehrt gekröpft, wie in Fig. 414, was geschieht, wenn die Thür zwischen die Gewände hineinschlagen, oder wenn der Bandlappen an der entgegengesetzten Seite der Thür stehen soll, als wo der Zapfen sich befindet. Auch doppelt gekröpfte Bänder kommen vor. 8. Gebrochenes Band, B.mit Widergelenke, frz. Penture (pommelle, fiche) de brisure, engl. broken or doupled hinge. Bei Fensterladen u. Thüren mit gebrochenen Flügeln wendet man nicht gern einzelne Bänder, am Hinterfries eins und an der Brechung eins, an, sondern lange Charnierbänder od. Aufsatzbänder, die über beide Theile des Flügels hinwegreichen und bei der Brechung ein Gewerbe bekommen. 9. Band mit zwei Haken, frz. che à (deux) gonds; für schwere Thüren, bei denen man fürchtet, daß ein Haken LSERG O Universitatsbibliothe der Last nachgeben möchte, ist diese in Fig. 415 dargestellte Konstruktion anzurathen. Der Dorn ist zum Herausziehen eingerichtet, weil man sonst die Thür nicht ausheben kann. c) Angelband, frz. penture àcrapaudine, engl. sockethinge, 1. Zapfen und Pfanne, franz. piton et pivot, pin-and-socket-hinge. Bei schweren, bes. eisernen Thoren läßt man, wie in Art. Angel ausgeführt ist, häufig den hinteren Endstab als Drehungsachse, Drehspille, für den Thorflügel dienen, indem man denselben etwas länger macht, als das Thor hoch ist, den vorstehenden Theil als Zapfen abrundet und in eine eiserne Pfanne setzt, welche in einen Stein eingelassen wird. Das Thor ruht dann auf diesem hinterenEndstab u.dreht sich unten um dessen Zapfen; oben erhält es einen Angelring oder, wobei aber die Drehspille oben abgeschnitten werden muß, ein flämisches B. Bei leichteren Flügeln wird diese B.⸗Bewegung zuweilen dadurch erreicht, daß man d. Holzthor unten an der Stelle, wo es sich drehen soll, mit einem B., Zapfenband, frz. pivot à équerre, s. Fig. 416, versieht, welches einen Dorn (Gickel), frz. pivot, crapaudine male, engl. pivot, pin, erhält, der in eine Pfanne, frz. rapaudine femelle, piton, engl. step, step-brass, pan, auf dem Fußboden eingesetzt wird. Da sich indessen in die offene Pfanne leicht Schmutz etc. einsetzt, so ist es besser, dieselbeim B. anzubringen und den Drehdorn im Fußboden zu befestigen. 2. Stiftband, frz. penture àpitomsur platine, Fig. 417, wird bei leichteren Thüren häufig angewendet. Der Thürflügel dreht sich um zwei Stifte, welche auf Bandlappen sitzen, die ihrerseits auf der oberen und unteren Kante des Flügels angeschraubt werden. In Fig. 417 ist ein solschés unteres B. in halber natürlicher Größe dargestellt. iglit / mothes 18815d1/0260 Der Lappen a wird in die untere Kante des Thürflügels eingelassen und enthält den Drehstift 6. Der Lappen 5 wird in den Gegenstand, an welchem die Thür angeschlagen werden soll, eingelassen und festgeschraubt; er enthält ein entsprechendes Loch o, fz.Oeil, engl.eye. Damit sich a u. b nicht auf ihren ganzen Flächen an einander reiben, legt man entweder zwischen dieselben über den Stift c ein Metallplättchen, oder versieht die Bänder am Drehungspunkt mit flachen Verstärkungen, wie hier gezeichnet. d) Bänder mit Vorrichtung zum Selbstschließen der Thüre, frz. penture automate, engl. selfacting hinges. Ungemein zahlreich sind die Vorschläge zu Erreichung dieses Zweckes; die meisten solcher Vorrichtungen aber sind überaus komplizirt und daher sehr leicht Beschädigungen unterworfen; wir führen deshalb in Nachstehendem nun einige der einfachsten und bewährtesten an. 1. Schuppenband, d. h. Hakenband mit schiefem Gewinde u. schiefem Klobenansatz; beim Oeffnen wird die Thüre steigen und also durch ihre Schwere das Bestreben erhalten, sich, indem das Band auf dem schiefen Gewinde fortgleitet, wieder zu schließen. 2. Das Band mit halbem Schraubengewinde am Kloben, Fig. 418 u. 419, beruht auf demselben Prinzip. Alle derartigen, durch ein Gleiten des Bandes auf der schraubenförmigen u. dabei doch sehr schmalen Fläche des Ansatzes wirkenden Einrichtungen nutzen sich jedoch sehr leicht ab. Einfacher u. solider kommt man zum Ziel, wenn man 3. das untere B. weiter vom Gewände und entsprechend auch von der Thüre abkröpft als das obere. Dabei kann jedoch die Thüre nur nach einer Seite aufgehen; solche Thüren sollen aber in der Regel nach beiden Seiten hin schlagen können. Verfasser dieses kann für diese Fälle aus eigener Erfahrung das von ihm erfundene 4. MKlothes'sche Gabelband, frz. penture à double crapaudine, penture Mothes, engl. Mothes' forked hinge, empfehlen. Die Thüre hängt stumpf in der Mitte des Futters; oben erhält sie ein Nußband, unten die in Fig. 420 dargestellte Gabel a, an die beiden Stifte bu. e durch das Gewicht der Thüre angedrückt. Wird diese nach der Seite von hin geöffnet, so verläßt die Gabel den Zapfen b ganz, und umgekehrt, nach b hin geöffnet, verläßt sie den Zapfen 6. Dadurch nun kommt, weil weder b noch e lothrecht unter der oberen Nuß stehen, die Drehungsachse der Thüre aus dem Loth, und die Thüre wird durch ihr eigenes Gewicht wieder zurückgetrieben; will man den Flügel blos nach einer Seite schlagen lassen, so kann man dies am einfachsten durch einen Anschlagfalz am Futter bewirken; soll fie offen stehen bleiben, so führt man die Gabel aus den Stiften heraus, worauf die Thüre sich, am oberen Nußband hängend, unten mit der Vorderecke auf dem Fußboden feststellt. 5. Man hat neuerdings an Stelle dieses Gabelbands einen halbkreisförmigen Bügel gesetzt, der entweder an der Thüre befestigt, nach b und « hin tiefer, oder, auf dem Fußboden befestigt, nach b und e hin höher steigt u. eine Nuth enthält, in welcher sich ein, im ersten Fall am Fußboden, im zweiten an der Thüre befestigtes Rädchen führt. — Doch HEIDELBERG O niversi ist bei dieser Einrichtung noch keine genügende Sicherheit gegen das Herausschnappen des Rädchens aus der Bahn erreicht worden. Vgl. übrigens die Artikel Thürzuhalter und Thürtreiber. VII. Hand, n., franz. rouette, f., engl. gad, binder (Kriegsb.), 1. auch Würgeband gen.; die um eine Faschine zum Zusammenbinden derselben gelegte Wiede oder Draht. — 2. Die durch den Rand der Flechtung eines Schanzkorbes, zum Verhüten des Aufgehens derselben, 4 —5mal gestochene Wiede oder Draht. Pte. VIII. Zand (Handel), frz. lien, m., engl. bundle, bei Versendung von Eisenstäbchen, Glastafeln etc. vielfach variirendes Volumen⸗ oder Gewichtsmäß. Bei Glastafeln z. B. gehen auf ein B. oder Gebinde, von schwächeren mehr als von stärkeren, gewöhnlich zwischen 3 u. 6 Tafeln. Näheres s. unter Bund, Gebinde u. unter den einzelnen betr. Art. Glas, Eisen etc. IX. gand (Herald.), s. v. w. Rechtsbalken, auch Binde oder Schulterschnitt genannt, s. d. Art. Heroldsfiguren u. d. Art. Band in M. M. a. W. X. Bänder v. Hanfgewebe od dgl. dienen häufig zu Verbindung einzelner Theile; das Band ohne En de oder endlose B., frz. corde f. sans fin, engl. endless band or belt, aus Gewebe oder Riemen, sowie auch das vielgelenkige Band ohne Ende, eigentlich eine flachgliederige Kette, dienen als Transmissionsmittel bei Maschinen.