Epistelpult, n.,frz. épitrier, m., engl. epistledesk, lat. pulpitum, epistolae ete. Als der zur Verlesung der Epistel bestimmte nördliche Ambo (s. d.)bei Umkehrung der Orientirung nach Süden gekommen war, und bald darauf an Stelle der einzelnen Ambonen die Lettner traten, schrumpfte der Epistelambo zu einem Pultzusammen, welches ziemlich verschiedene Formen annahm, oft auch nur in Gestalteines Faltstuhles, engl. faldistory, von beträchtlicher Höhe vorkommt. Das bei dem eigentl. Faltstuhl zum Sitz dienende Tuch, hier durch Verschiedenheit der Beinlängen in schräge Lage gebracht, dient zum Auflegen des Buches. In Fig. 221 ist ein solches E. zu sehen. Auch jetzt sind die E.emeist tragbar, es ist dies aber ein Mißgriff; s. d. Art, Kirche.
Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 258Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei