Ambo, m., Ambon, m., Ambone, f., lat. ambo, m., frz. ambon, m., engl. ambo (auch gradus, lectorium, thrinum, specula, suggestus, analogium, pyrgus, auditorium, dictorium), vom griechischen Wort aπεν, erhabener Rand, Erhöhung, od. von ambop lat., beide, zwei, die Kanzeln in den altchristlichen Kirchen— Jede Kirche hatte ursprünglich zwei Ambonen; diese standen einander gegenüber an den Gittern (cancelli, daher unser Kanzel) des Chors, und zwar auf der, vom Altar aus gesehen, rechtsliegenden Männer- oder Evangelienseite, also ursprünglich im Süden, nach Umkehrung der Orientirung im Norden, eine größere zu Verlesung der Evangelien, welche nach einem bestimmten Ritus vorgenommen ward, infolge dessen die Gestalt des Evangelienambo folgende war: nach Osten und Westen hatte er gerade Treppen von 6 Stufen, oben einen Podest mit zwei halbkreisförmigen oder viereckigen Auskragungen nach Norden und Süden, auf deren Brüstung je ein Pult angebracht war; neben dem Evangelienambo nach Osten zu stand ein großer Marmorleuchter für die Osterkerze. Der Epistelambo, ihm gegenüber, an der Epistel⸗ od. Frauenseite, war kleiner: nach dem Altar (also im Anfang nach Westen, später nach Osten) zu hatte dieser ein Pult zu Verlesung der Epistel; auf den nach der entgegengesetzten Seite zu hinabführenden Stufen war ein Ruheplatz mit einem nach Osten, später also nach Westen zugerichteten Pult zum Absingen des danach Graduale benannten Lobgesanges; von da führten die Stufen weiter hinab gegen Süden, später nach Norden, in das Innere des Chors; gepredigt wurde von diesen Kanzeln herab nicht. Diese durch den Ritus bestimmte Hauptform wurde manchfach Sbibliothek Heidelberg auf reichste Weise ausgeschmückt. Die Brüstungen waren in der Regel v. Marmor u. mit oft sehr schönen Mosaikverschlingungen ausgelegt od. sonst aus kostbarem Material gefertigt, später wurde auch Hauptform sowie Stellung der Ambonen hier und da etwas verändert und ging allmählich in die der Kanzeln über; Näheres s. i. Art. Kanzel.