FeedFücherpalme
BaukunstBau-Lexikon 1881

Fücherpalme, f., s. Palme; ihre Verwendung in der ö Ornamentik s. unter d. Art. Arabesken. Decke oder Gewölbe, welches in Felder eingetheilt ist, die sich fächerförmig ordnen. Cachgerten, f. pl., gespaltene Stäbe, ca. 2½ om. stark, womit die mit Fachholz (Stakholz, Packholz) ausgestakten Fache der Wände schlangenförmig ausgeflochten werden, worauf dann der mit Stroh vermischte Lehm aufgetragen wird; s. d. Art. ausstaken und Stakwand. Fachverband, m., frz. apparail en echiquier, engl. checker-work, ist ein Deckverband bei Pflasterung aus auf die breite Seite gelegten Ziegelsteinen oder sonstigen Platten mit durchgehenden Lang⸗ und Querfugen. Fachwand, bundwand, Zindwerkswand, Riegelwand, Bleichwand, k.,frz. Cloison f. à pans de bois, de charpente, de colombage, engl. framed partition, quarter-partition. Fachwände sind aus Holz konstruirte schwache Wände, größtentheils als Scheidewände, seltener als Umfassungen angewendet; sie stehen auf der (wenn sie quer über den Balken stehen) auf die Balken aufgeplatteten od. aufgedollten, sonst auch auf dem Fundament, aber mindestens 0,35 m. über der Erde liegenden Schwelle, Fachwerksschwelle a, a“ Fig. 1645, und sind nach oben begrenzt durch den Rahmen, das Plattstück b oder Rischholz (s. d. Art. Blattstück), auf welchem die Balken der oberen Etage ruhen; in diese beiden sind die Fachwandsäulen, ürz. potéeaux, engl. post, o, C., ,, 6t, (Ständer, Pfosten, auch Stiele gen.) eingezapft, welche oft ausgehauen werden (s. Fach 1), ebenso die Bänder d (Strebe u. Biege, auch Sturmband, Schubband, Sturmbüge, Windstrebe gen.), welche schräg gestellt, das Verschieben der Wände verhüten; zwischen diese Theile sind dann horizontal die Fachwandriegel oder Bundriegel e, sowie Thür- und Fensterriegel 6“ und e“ eingezapft, auch vielleicht noch hier und da Stempel oder Stelzen feingesetzt. Säulen und Bänder werden blos im Plattstück verbohrt, auch pflegtman bei zweimaliger Verriegelung nur die oberen Riegel zu verbohren. Thür⸗ und Fensterriegel erhalten Versatzung. Ueber die so entstandenen Fache s. Fach 1. Die Fache werden bei uns meist mit Ziegeln ausgemauert und der Putz auf die Holztheile mittels Berohrung od. dgl. aufgebracht. 1am Fachwand mit Ziegeln ½ Stein stark auszumauern erfordert etwa 44 Stück Ziegel und ½ eCbm. Mörtel. 13 Oma. stark auszustaken erfordert etwa %½% ebm. Stakholz, ,/% ehm. Lehm u. / Bund Stroh. In Amerika läßt man die Fache vielfach leer u. belastet sie beiderseits mit Lättchen von 2—2½ em. Stärke, deren Zwischenräume 1—1 ½ em. betragen. Dabei ist natürlich wägrechte Lage der Latten zweckmäßiger als lothrechte.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 276Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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