Flaschenzug, m., frz. moufle, poulie mouflée, engl. tackle of pulleys, ein aus Seilen und Rollen bestehendes Hebezeug. Theoretische Begründung der Kostenersparnis bei Anwendung dieses Hebezeugs s. d. Art. Rolle. Bei den hier gegebenen Resultaten ist Reibung und Steifigkeit des Seils (s. d. betr. Art.) nicht in Rechnung gebracht. IJ. a) Einfacher Flaschenzug, 736. 1788. Fig. 1739. „System Ransome. Dide System Weston. Zustand des Gleichgewichts die Kraft gleich der halben Last; um also eine Last aufzuziehen, muß die Kraft etwas mehr als die Hälfte derselben betragen. Das Gewicht der unteren Flasche und 905 halben Seils ist zu der Last zu addiren; die Last bewegt sich halb so schnell⸗ wie die Kraft. D) Flaschenzug mit 21008283 Rollen Goppelter, dreifacher etc. F.),s. Fig. 172. m, n, O sind als feste, d, e,f Gleichgewicht die Kraft gleich der gesamten Rollen (also verhalten sich die Geschwindig-Flaschenzügen wohl auch statt det u. ordnet dann die Rollen leicht eine Verschiebung Klobens, Ausspringen was stets Erhöhung der Ziffern in unserer Figur deuten die Reihenfolge beim Einziehen des Seils an. Je stärker die Seile sind, um so größer muß natürlich der Durchmesser der Rollen sein. F.od. Rollenzug. a) Mit Aufhängung ßam Gerüst (Fig. 1734). Die Kraft K Eist im Gleichgewicht mit der LastL, wenn bei n beweglichen also hier, da K als feste Rolle nicht mitzählt, wenn L= Dabei kann aber, weil die Seile selbst ihre Länge nicht verändern, die Last nur um ungefähr den nten Theil der Gesamthöhe aufgezogen werden, wenn man auch bei untenhängender Last die Rollen so knüpft, daß sie einander berühren. Es entfernen sich nämlich dieselben während des Aufziehens von einander; während A Im. aufsteigt, geht 1 m. Seil von Liebig. b nach e, dadurch wird d um Im. aufsteigen, dabei wird n um fnachggeht; Omuß also u. Im um 4 m. kürzer, dieser Unbequemlichkeit ist Übrigens muß man das Geder zu ihnen gehörigen Anknüpfung aller 1735). Ist die Anzahl (2) K, also hier L m. gehoben werden, so m 1 m. länger werden, aufwärts geht, so kommen sich wirdn um 2 m. länger, demkommen sich also um 4 m. zwei beweglichen Rollen Gesamthöhe heben. von Ransome & Comp., Differenzenrolle oder Differenzenwelle (s. d. Art. Welle) konstruirt (s. Fig. 1736). In der oberen Flasche liegt eine doppelte Kettenrolle, deren beide Läufe verschiedene Durchmesser haben und zwar so, daß in dem größeren Umfang U z. B. 24, in dem andern Ud z. B. 18 Vertiefungen zu Kettengliedern sind. Eine endlose Kette, doppelt geschlungen, bildet zwei herabhängende Maschen, in deren jeder eine lose Rolle mit Haken hängt; bei jeder Umdrehung im Sinn des Pfeils in unserer Figur werden auf der einen RRolle 24, an der andern 18 Kettenglieder von a nach b laufen; es wird also àc um 24 Glieder, eg um 18 Glieder kürzer, zugleich aber bgum 24, Fig. 1741. Schraubenflaschenzug. Fig. 1742. Sackflaschenzug. längen gehoben, während die Kraft sich 24 Gliedlängen bewegt. Umgekehrt wie diese Wege verhalten sich die Größen der Kraft und Last, d. h. Kraft verhält sich zu Last wie die halbe Differenz der Gliederzahl zur Gliederzahl der großen Rolle; P: Q d/2: U; oder E oder K: LRET: 2R, also KL. 2R. L-Rr Das günstigste Verhältnis wird also erreicht, wenn 1⸗ 2 ist, wobei man allerdings sehr an Geschwindigkeit einbüßt. Diesen Flaschenzügen sind oft, ohne das System zu verlafsen, verbesserte Konstruktionen gegeben worden. Eine der ersten zeigt Fig. 1737. Hier ist die große Rolle mit 12, die kleine mit 8Zinken versehen, also hat man das Verhältnis der Umfänge U: u, danach auch Rer =12:8 = 3:2 demnach Umfang u der kleinen Rolle 2 Glieder weniger als auf dem Umfang der großen, ist also d 2, u 2, so wird R:r U:U= 2 d. h. die Kraft verhält sich zur Last wie 1 zu Anzahl der Kettengliederzinken auf dem Umfang der großen Rolle etc. hek Heidelberg DFC Auf den Umfang der Rolle Bkommt bezüglich dieses Verhältnisses nichts an. Bei Anbringung von Zinken macht man aber gern den Durchmesser von B, a a b Ceed =r + ½R — T). Fig. 1738 u. 1739 stellt den Differenzialflaschenzug nach Westons Patent, nebst der vergrößerten Lastrolle, dar, deren Einrichtung hier das Charakleristische der Veränderung bildet. Bes. zweckmäßig konstruirt ist der Differenzialflaschenzug von R. Liebig in Reudnitz-Leipzig, Fig. 1740, welchen man mit oder ohne Seilrad anwenden kann, wobei ersterer wegen der leichteren Herrschaft über Stillstand u. Weitergang vorzuziehen ist. IV. Der Schraubenflaschenzug Fig. 1741 wirkt ähnlich wie der Differenzialflaschenzug, gewährt aber ruhigern Betrieb, verursacht nicht die beim Differenzialflaschenzug unvermeidlichen Erschütterungen, auch geschieht das Herablassen der Last ohne jede Anstrengung, u. hängt dieLast beim Verlassen der Zugkette (oder des Zugseils) frei, ohne abzugehen und kann man durch Anbringung einer untern Kettenrolle die Tragkraft auf das Doppelte erhöhen. Im Gehäuse a befindet sich ein Schneckenrad, mit demselben ist auf gemeinsamer Welle eine verzahnte Kettenrolle befestigt, über welche die Kette mit beiden Haken gelegt ist u. infolge der Zähne in der Kettenrolle nicht rutschen kann. Unter dem Schneckenrad befindet sich die treibende Schneckenwelle mit Antriebrad. Die zu gewinnende Hubkraft liegt in der Steigung der Schnecke. V. Der Sackflaschenzug Fig. 1742 ist eigentl. ein gemeiner F. bei dem die große u. kleine Rolle in einer Flasche hängen ur die andere Flasche durch das Seil ohne Ende ontbehrlich gemacht ist. Ein Mann kann in der Minute 3 Ctr. beguem 6 m. hoch heben, wobei, wenn der eine Kettenhaken mit der Last oben angelangt ist, das andere Ende der Kette mit dem zweiten Haken unten ist, so daß gleich wieder eine Last angehängt werden kann. Die Last hängt beim Verlassen des Zugseils frei, geht nicht ab, weil dann der Sperrkegel in das Sperrrad einfällt. Uebersetzung ist hier nur die Differenz zwischen den beiden Durchmessern des Antriebrades u. der verzahnten Kettenrolle, über welche die Kette gelegt ist. Im Innern der Kettenrolle befindet sich eine Friktionsvorrichtung, welche die Last frei schweben läßt u. nur durch Bewegung des Antriebrades gelöst werden kann. Claschner, m., s. Klempner.