Feedfliegende Strebe
BaukunstBau-Lexikon 1881

fliegende Strebe, f., Strebebogen, Schwebebogen, Schwibbogen, m., frz. are-boutant, m., engl. flying buttress. Ansteigender Bogen zu Ueberleitung des Seitenschubs, z. B. von der Ueberwölbung des Mittelschiffs auf die an den Seitenschiffen stehenden Strebepfeiler. Ihr Ursprung möchte wohl nicht ganz mit Unrecht in der nach dem Mittelschiff zu ansteigenden Ueberwölbung der Seitenschiffe zu suchen sein, wie man sie schon in Kirchen aus dem 9. Jahrh., 3. B. in Granson am Neufchateler See, trifft. Die Gurtbögen solcher Ueberwölbungen konnten isolirt als Strebebögen dienen. Zu den frühesten Beispielen von Strebebögen dürften die an der Kathedrale von Chartres aus der Mitte des 12. Jahrh. gehören; in Deutschland treten sie zu Ende des 12., in England erst im 13. Jahrh. auf. Beispiele davon s. in d. Art. Gothisch, Romanisch, u. Strebebogen.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 349Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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