FeedGasmesser
TechnikBau-Lexikon 1881

Gasmesser, m., auch Gasuhr, f., auch Gaszähler, m., frz. compteur m. au gaz, engl. gas-meter, station-meter, Apparat, welcher die durch denselben hindurchgegangene Gasmenge anzeigt. Er besteht im wesentlichen aus einer Blechtrommel, in deren Mitte das Gasrohr einmündet, sich jedoch durch ein Knie nach oben fortsetzt. In jener Trommel ist nun, leicht drehbar, eine Welle mit eigenthümlich gebogenen Flügeln, welche Scheidewände bilden, eingesetzt. Der Apparat ist bis dicht unter die Mündung des Gasrohres mit Wasser (besser mit Glycerin oder Alkohol) gefüllt. In die durch die Flügel gebildeten Abtheilungen kann das Gas in der Mitte eintreten; dieselben müssen sich drehen, wenn sie sich füllen, u. thun letzteres, bis die Eingangsöffnung jeder Abtheilung unter Wasser taucht; dadurch kommt aber auch die am andern Ende (an der Peripherie) befindliche Austrittsöffnung außer Wasser, das Gas kann also frei in die Trommel und von dort in die weitere Rohrleitung übergehen. Bringt man nun an der Welle der Scheidewände ein Räderwerkmit mehreren Uebersetzungen an, so kann man Zeiger über Zifferblättern in Bewegung setzen, welche durch die Anzahl Drehungen der Welle die Quantität des durchgegangenen Gases an eigen, wenn man den Inhalt der durch die Flügel gebildeten Abtheilungen kennt. Die Größe der G. richtet sich nach dem nek Heidelberg durchschnittlichen Gaskonsum, also nach der Anzahl der gewöhnlich benutzten Brenner. Während es angenehm wäre, möglichst große G. anzuwenden, um der häufigen Kontrole enthoben zu sein, so verbietet sich das doch wegen der schwereren Beweglichkeit der größeren Apparate, die auch einen verhältnismäßig stärkeren Gasstrom bedürfen. Doch haben große Etablissements solche, die bis 2500 Km. Gas zählen können. Zu warnen ist davor, daß man sich dem G. mit einem brennenden Licht nähere, wenn man ihn irgend im Verdacht der Undichtheit hat, weil durch die Mischung von Gas und Luft heftige Explosionen entstehen können. Das Einfrieren des G.s wird am besten dadurch verhindert, daß man ihn nicht mit Wasser, sondern mit Glycerin oder Alkohol füllt. Die trockenen G. bieten natürlich diese Gefahr nicht dar, sind auch sonst den anderen vorzuziehen.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 404Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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