FeedGrundschwelle
BaukunstBau-Lexikon 1881

Grundschwelle, k., 1. frz. racinal, m., sabliére, f. engl. ground-sill (Wasserb.), bei Schleusen die Schwelle, in deren Ende sich die Schleusenthüre mittels Pfanne und Zapfen dreht; sd. Art. Schleuse. Vgl. auch d. Art. Grundbalken. — 2. (Bergb.) auch Grundsohle, frz. 80le; semelle, 1½ engl. sole-timber, ist ein querüber auf die Sohle einer Strecke od. eines Stollns gelegtes Holz, auf welche andere Zimmerungshölzer eines Streckengezimmers gestellt werden, um ihnen eine breitere Auflagerung zu geben und sie somit bei dem durch die Nässe verursachten Weicherwerden der Sohle vor dem Einsinken zu wahren. ². rundstein, m., frz. pierre fondamentale, engl. foundation-stone, 1. einer der Steine, die den Grund des Gebäudes bilden, bes. der zuerst gelegte, meist ein Eckstein; wird gewöhnlich bei öffentlichen Gebäuden mit Feierlichkeiten unter Einlegung von Münzen, Zeitungen, Urkun⸗ „den etc. in den Grund gelegt u. zu diesem Behuf kastenförmig ausgehöhlt. Die betreffenden, in den G. einzulegenden „Papiere verwahrt man am besten in einem mit eingeschliffenem Glasdeckel versehenen Glasgefäß, welches seinerseits wiederum in eine Bleikapsel verpackt wird. Man verwende zu den Urkunden weder ganz weißes, mit Chlor oder Arsenik gebleichtes Papier, noch Alizarintinte, sondern schwarze Galläpfeltinte oder gute Tusche. Bei der Grundseiniegung haben nach altem Brauch der Bauherr, der Architekt, der Meister u. der Polier je drei Hammerschläge zu thun; bei Kirchbauten hat der Priester den Segen zu ertheilen. — 2. Eigentlich Grandstein, s. v. w. Granit. — 3. (Bergb.) eine kalkartige Felsgebirgsart. — 4. frz. gete, engl. bottom-stone (Mühlb.), der untere Mühlstein. Grundstrecke, t. (Bergb.), frz. voiè de fond, niveau m. de bure, engl. water-level, deeplevel, random, tiefste Strecke; s. d. Art. Strecke und Grubenbau. Grundstüt, u., 1. im gewöhnlichen Leben s. v. w. zu einem Besitzthum gehörige unbewegliche Güter; 2. ebenso heißt in den Meißnischen Landen die gewöhnliche Sorte Bausteine von Sandstein. Man unterscheidet trotz aller auf Einführung metrischer Mäße gerichteter Bemühungen der Behörden und des sächsischen Ingenieurvereins noch immer folgendermaßen: vollmäßige 10zollige, 20 Zoll lang 10 Zoll ◻stark; ordinäre 10zollige, 18 Zoll lang, 9 ZollHstark, vollmäßige Szollige, 16 Zoll lang, 8 Zoll 2 stark; ordinäre 8zollige, 14—15 Zoll lang, 6—7 Zoll ◻stark; noch kleinere heißen Hurzeln.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 542Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 12

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Baukunst 6