FeedFraucavilla di Sicilia
ErdkundeBrockhaus 1882

Fraucavilla di Sicilia, Stadt in der Provinz Messina, am linken Ufer des Alcantara, 36 km im SSW. von Castroreale, mit (1881) 4432 E., hat Seiden⸗ und Baumwollspinnereien. Sie bietet eine der schönsten Ansichten des Atna, besonders aus dem Garten der Kapuziner. Francesca (Piero della), ital. Maler, genannt di San-Sepolero, wo er nach 1420 geboren wurde. Seine Hauptbedeutung beruht auf dem Umstande, daß er zu denjenigen Quattrocentisten gehört, welche durch gründliches, bereits beinahe wissenschaftliches Studium der damals nach den Schriften der Alten neu betriebenen Kunde der Perspektive die Malerei auf eine höhere Stufe der Vollkommenheit hoben. In dieser Hinsicht war er auch In Mailand thätig, wie sein in der Ambrosiana ingendio beweist. Seine Thätigkeit begann in lorenz, wo er schon 1439 mit Domenico Veneziano in Santa-Maria Nuova beschäftigt war. Nach einem kürzern Aufenthalt zu Rom, wo er für Papst Nikolaus V. im Vatikan malte, arbeitete er zu Arezzo (Fresken mit Geschichte des heiligen Kreuzes) und in Rimini, wo er für Malatesta in San-Francesco thätig war. Aber auch Ferrara, Siniaglia, San-Sepolero und Perugia erhielten Werke eines Pinsels, endlich trat er 1469 in Dienste des Nrbino⸗ un Herzogs Federigo Montefeltre II. in Urbino, für den er eine Triumphdarstellung (ietzt in den Uffizien) malte. F., welchem bedeutende Meister, wie z. B. Melozzo da Forli, ihre Schule verdanken, starb erblindet wahrschein 0 um 1510. Sein Stil ist vom Geiste der Antike beseelt, groß, einfach und geistvoll. da Polenta, Herrn von Ravenna und Cervia, und Gemahlin des Herrn von Rimini, Johannes Malatesta, gewöhnlich Gianciotto ( Johannes der Lahme) genannt, ist durch ihr iner dert Ende berühmt, welches von Dante in einer der 7 Episoden der Göttlichen Komödier (Höllev, 5. Ge-Rach geschildert wird. Die Zeitgenossen erzählen: ach langen Fehden machten die Polenta und Malatesta endlich rieden und besiegelten denselben durch Heiraten zwischen ihren Kindern (um das J. 1275). Bernardino da Polenta heiratete Maddalena Malatesta, Giovanni Malatesta dagegen Francesca da Polenta. Da Johannes zwar tapfer und klug, aber unliebenswürdig und lahm war, mußte, um Francesca nicht zurückzuschrecken, dessen Bruder, der Bran und liebenswürdige Paolo Malatesta, als rautbewerber auftreten. Francesca hielt diesen für ihren Verlobten, und erst nach der Hochzeit sah sie sich schmerzlich mnnet halt Da sich ihr Herz der Liebe für Paolo geöffnet hatte, entspann sich bald ein zärtliches Verhältnis zwischen den beiden Schwägern. Ein Diener, der die Liebenden belauscht hatte, verriet sie an Gianciotto. Der beleidigte Gatte überraschte nun die Frau und den Bruder in traulichem Beisammensein, eilte mit gezücktem Schwerte auf Paolo zu, und da sich Francesca zwischen die Brüder warf, wurde zuerst sie, dann auch Paolo durchstochen. Die Blutthat geschah zu Rimini um 1278. Die Verse, in welchen Dante die unglückliche Frau verewigt hat, sind von G. Rossini in Musik esetzt worden; außerdem wurde der Stoff mehrfach dramatisch bearbeitet, so von Silvio Pellico (Francesca da Riminip; deutsch von Max Waldau), Paul Heyse u. a. Vgl. Tonini, MMemorie storiche intorno a Francesca da Riminio (Rimini 1852; 2. Aufl. 1870). Coltwes 101b (Baldassare), ital. Maler, geb. in Volterra 1611, wo sein Vater Bildhauer war, begab sich nach Florenz, um bei Roselli, später unter Giovanni di San-Giovanni zu studieren. Von diesen Meistern eignete er sich die dem Zeitgeschmacke entsprechende große Fertigkeit im Komponieren, Technik und Effekte des Kolorits an. Auch fehlte es ihm nicht an bedeutenden Aufträgen; zahlreiche Kirchen und Profanbauten der Stadt enthalten seine Arbeiten, das Mediceische Haus förderte ihn vorzugsweise. Eine Zeit lang war er auch für seine Vaterstadt thätig, dann zog er nach Rom, kehrte aber wieder nach Florenz zurück. Seine spätern Arbeiten, z. B. die Krönung Marias in der Annunziata, zeichnen sich durch größere Durchbildung und edlern Stil aus. Er starb 1689 haler, ge Franceschini (Marcantonio), ital. Maler, geb. 1648 zu Bologna, wo er in den Traditionen der heimischen Eklektikerschule sich heranbildete. Carlo Cignani hatte besondern Einfluß auf das Weiche, üppige seines Stils und sein schmeichelndes Kolorit. Studienreisen nach Genug und Rom vervollständigten noch die Reife des Künstlers, welcher zu den fruchtbarsten und gewandtesten Dekorateuren palastmäßiger Räume gehört. Deckenstücke mit mytholog. Sujets in großen Figuren, wobei ihm beonders nackte weibliche Körper gelangen, bilden in sas monotoner Fülle den Gegenstand seiner Kunst. In Rom beteiligte er sich 1711 an den Kartons für die Mosaiken von St. Peter, kehrte dann aber nach Bologna zurück. In Genua hatte er den großen Ratsaal al fresco dekoriert, welcher 1777 verbrannte. Sein größter Gönner war der Fürst Hans Liechtenstein in Wien, dessen Palast in der Rossau noch jetzt sämtliche Gemächer mit freundlichen Dekorationen F.s ausgeschmückt enthält. Zu dem Besten gehört daselbst eine mit dem Cupido schlafende Venus. In der dresdener Galerie befindet sich seine heil. Magdalena. Heiterkeit und Lebenslust spricht aus diesen Gemälden. F. starb 1729 in Bologna.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 61Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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