Signorelli (Luca), einer der bedeutendsten Maler des 15. Jahrh., geb. um 1441 zu Cortona, wurde zuerst von umbrischen Meistern, dann von Piero della Francesca unterrichtet, mit welchem er eine Zeit lang in Arezzo arbeitete; später wirkte er in Citta di Castello, in Perugia, 1478 in Loretto und 1508 zu Rom in der Sirtinischen Kapelle. Auch in Siena und Florenz war er thätig. S. faßte die verschiedenartigen Bestrebungen der florent. Maler nach naturtreuer Darstellung in höherm Sinne zusammen, und sein feines Naturverständnis würde noch stärker wirken, hätte er mehr Farbensinn besessen. Schon unter den verschiedenen Künstlern, die in der Sixtinischen Kapelle zu Rom gemalt hatten, war er als einer der vorzüglichsten aufgetreten. Am schönsten entwickelte er indes seine Eigentümlichkeit in den großen Wandgemälden, womit er samt seinen Schülern seit 1499 die Kavelle der Madonna di San-Brizio im Dom zu Orvieto ausschmückte. Hier wurden von ihm die Letzten Dinge dargestellt: mächtig ergreifende, leidenschaftlich bewegte Kompositionen, meist von nackten Gestalten, die zwar streng, aber edel gezeichnet sind, voll gewaltigen innern Lebens. S. tritt durch Erhabenheit des Stils als Vorgänger Michel Angelos auf. An Tafelgemälden ist nicht viel von ihm vor-Lerten u das Beste befindet sich in den florent. Gaerien und einige charakteristische Bilder im berliner Museum. Er starb 1522. Vgl. Robert Vischer, „Luca S. und die ital. Renaissances (Lpz. 1879). „Signy-I'Abbaye, mittellat. Signiacus, Stadt im franz. Depart. Ardennen, Arrondissement Mezieres, nahe dem Ursprung des Aisnezuflusses Vaux, zählt (1881) 2903 E. und hat Wollspinnerei, Kaschmirshawlweberei und Eisenwerke.