Hayez (Francesco), ital. Historienmaler, geb. in Venedig 1791, wo er an der Akademie die ersten Studien machte. Dann begab er sich nach Rom zu Pelagi, verdankte übrigens die bedeutendste Anregung Canova. Er gewann den Preis der Akademie von San-Luca für sein Gemälde der siegreiche Athlet, einen zweiten sodann in Mailand für das in der Brera befindliche Werk: Tod des Laokoon. Bis dahin war H. Klassizist im Geiste der David-Appianischen Richtung gewesen, wendete sich nunmehr aber dem Studium der ältern Geschichte Italiens zu. Sein erstes derartiges Werk: dem Grafen Carmagnola wird das Todesurteil verkündigt, verschaffte ihm die Professur an der mailänder Akademie. Andere histor. Kompositionen sind die Sicilianische Vesper, Pietro Rossis Abschied von seiner Gattin (1820), Filippo Visconti und die gefangenen Königinnen von Navarra und Aragon (1829), die beiden Foscari (kaiserl. Galerie in Wien), Romeo und Julie, Petrus der Einsiedler; endlich malte er auch religiöse Stoffe, wie Magdalena in der Wüste, St. Jakobus und Philippus. Als Porträtmaler ist H. wenig charakteristisch, als Illustrator hat er sich mit 22 Blättern zu Walter Scotts «Ivanhoer (Mail. 1834) versucht. 5. repräsentiert für die ital. Malerei seiner Zeit die Wendung zur Romantik, deren allgemeine Schwächen seine Kunst teilt. Seine Kompositionen sind theatralisch, der Ausdruck süßlichsentimental. Er starb 11. Febr. 1882 in Mailand.