Frauchi Eile (Pierre), s. Francavilla ranchi (Alessandro), Kardinal-Staatssekretär, geb. in Rom 25. Juni 1819, stammte aus einer angesehenen Advokatenfamilie und wurde, nachdem er das Seminar besucht hatte, von dem Kardinalstaatssekretär Lambruschini in die Kanzlei für «außerordentliche kirchliche Angelegenheiteno aufgenommen und zum Range eines Ehrenkämmerers erhoben. Von 1853 bis 1856 war er in außerordentlicher Mission bei dem madrider Hof alkredidiert, um dort die Verhandlungen zum Zweck des Abschlusses des Konkordats zu leiten. Wegen der dabei bewiesenen diplomatischen Umsicht wurde er 1856 zum Internuntius am Hofe des Großherzogs von Toscana ernannt und zugleich 6. Juli zum aen Cuithran Tessalonica in partibus geweiht. Nach der Entt ronung des Großherzogs kehrte er im April 1859 von Florenz nach Rom zurück und übernahm dort 1860—68 die oberste Angen der Kanzlei für außerordentliche kirchliche Angelegenheiten. Nachdem er 1868 kurze Pin Nuntius in Madrid ewesen war, sandte ihn zius IX. 1871 nach Kontantinopel, um mit der Pforte über die armen. Kirchenfrage zu unterhandeln, und ernannte ihn im Dez. 1873 zum Kardinal und zugleich zum Mitglied der Kongregation für Auslegung der Tridentiner Konzilsbeschlüsse. Im Febr. 1874 übernahm er die oberste Leitung der Kongregation der Propaganda. Bei der neuen Papstwahl 20. Febr. 1878 gab eine nicht unbeträchtliche Minderheit von Kardinälen F. ihre Stimme; er selbst entschied die Wahl für Kardinal Pecci (Leo XIII.). Dieser ernannte ihn 4. März zum Staatssekretär, nachdem er die Erhebung des Kardinals Simeoni auf diesen Posten, auf die Vorstellungen verschiedener Botschafter und Kardinäle, wieder rückgängig gemacht hatte. F. eröffnete sofort die Unterhandlungen mit Preußen, erließ nach den berliner Attentaten 10. Juni ein Rundschreiben an die Kirchenbehörden in Deutschland, worin dieselben angewiesen wurden, den Sozialismus zu bekämpfen, und veranlaßte den Papst zur Absendung des münchener Nuntius Masella nach Kissingen, um mit dem Fürsten Bismarck persönlich zu verhandeln. Aber während dieser kissinger Besprechungen starb F. 1. Aug. 1878 nach einem Unwohlsein von wenigen Stunden, nach den offi-Berich Angaben an einer Art Cholera, nach andern erichten an einem von den Jesuiten ihm bereiteten Gift, da diese von dem starren Non possumus Pius' IX. nicht abgehen wollten. Sein Nachfolger war Kardinal Nina.