FeedCarvajal (Tomas Jose Gonzalez)
GeschichteBrockhaus 1882

Carvajal (Tomas Jose Gonzalez), span. Staatsmann und Schriftsteller, geb. 21. Dez. 1753 zu Sevilla, studierte zuerst von 1773—74 hlosophie auf der Universität seiner Vaterstadt und bekleidete bereits 1781 eine annuße daselbst. Doch ließ ihm sein Wissensdrang keine Ruhe. Er begann von neuem zu studieren, diesmal Theologie und ichen ramiun Im J. 1785, nachdem er auch die juridischen Examina gemacht, ging er nach Madrid. Er machte sich hier durch einige Arbeiten im Verwaltungsfach und in der Philologie bekannt und wurde 1790 im Finanzfach angestellt. Im J. 1795 ward er zum Intendanten der in der Sierra Morena und in Andalusien neu nach Sey Kolonien ernannt, zog sich jedoch 1807 nach Sevilla zurück. Nach Ausbruch er Nationalerhebung gegen die Franzosen trat er 1809 als Intendant in das Patriotenheer, zuerst bei der Armee von Mallorca, 1810 bei der von Valencia und 1811 bei der vereinigten Armee der vier Königreiche von Andalusien. Sein Eifer und seine Thätigkeit verschafften ihm die Ernennung zum Präsidenten der Finanzjunta 1812, sowie zum Staatssekretär des Finanzministeriums 1813. Auf seinen Wunsch ward er jedoch dieser Stellung enthoben und zum Direktor der Studien von San-Isidoro ernannt. Allein von der Partei der Restauration verfolgt, abgesetzt und verhaftet, indem man es ihm zum Verbrechen anrechnete, an der unter seiner Leitung stehenden Studienanstalt einen Lehrstuhl für konstitutionelles Recht errichtet zu haben, wurde er 1815 nach Sevilla abgeführt und dort konfiniert. Hier lebte C. bloß seinen Studien, bis er durch die Revolution von 1820 auf seinen frühern Posten eines Studiendirektors nach Madrid zurückberufen wurde. Noch in demselben Jahre ward er zum Mitglied der Censurjunta, 1821 zum Staatsrat ernannt. Durch die Gegenrevolution von 1823 sah er sich gezwungen, Madrid wieder zu verlassen; 1827 zurückgekehrt, ward er 1833 zum Mitglied des obersten Kriegsrats und 1834 zu dem des Rats von Spanien und Indien in der Abteilung des Kriegs, bald darauf zum Procer des . U ernannt, starb aber schon 9. Nov. 1834. Als Schriftsteller erwarb sich C. einen europ. Ruf durch seine metrische ÜUbersetzung der poetischen Bücher der Bibel direkt nach dem Hebräischen. Auch als Dichter hat sich C. versucht und sich dabei vorzüglich Luis de Leon zum Vorbilde genommen. Es erschienen von „Los libros poeticos de la Santa Biblias (6 Bde., Valencia 1827) und 40pusculos ineditos en prosa Y versop (13 Bde., Madr. 1847).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 27Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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