Friedrich VII., König von Dänemark, Herzog von Schleswig-Holstein und Lauenburg, der einzige Sohn des Königs Christian VIII. (I. d.) aus dessen erster Ehe, wurde 6. Okt. 1808 zu Kopenhagen geboren. Seine Erziehung ward einigermaßen vernachlässigt. Bald nach seiner Konfirmation reiste der Prinz (Juni 1826) unter dem Namen eines Grafen von Wagrien ins Ausland und verweilte aun Jahre zu Plongon bei Genf, von wo aus er as südl. Frankreich und Italien besuchte. Dann kehrte er nach Kopenhagen zurück und heiratete 1. Nov. 1828 seine Cousine Wilhelmine Marie, die jüngere Tochter König Friedrichs VI. Diese Ehe blieb jedoch kinderlos und wurde schon 1834 getrennt, endlich Sept. 1837 durch königl. Spruch förmlich geschieden. Seitdem lebte der Prinz in einer Art Verbannung zu Friedericia in Jütland, bis sein Vater (1839) den Thron bestieg und ihn zum Gouverneur von Fünen wie auch zum Mitglied des Staatsrats ernannte. Am 10. Nov. 1841 schloß der nunmehrige Kronprinz F. eine zweite Ehe mit der Prinzessin Karoline Charlotte Marianne von Mecklenburg-Strelitz, welche aber gleichfalls kinderlos blieb und 30. Sept. 1846 geschieden wurde. Nach dem Tode seines Vaters Rantl F. 20. Jan. 1848 den Thron. Zunächst veröffentlichte er 28. Jan. die Entwürfe seines Vaters zu einer Gesamtstaatsverfassung für die dän. Monarchie. Aber es brach die franz. Februarrevolution herein und gab hier das Signal zu tiefgreifenden Volksbewegungen, welche zu einem BCandende Kampf zwischen den dän. und deutschen Landen der Monarchie führten. König F. stellte sich dabei entschieden auf die Seite der Dänen. Während er sich von der kopenhagener Bevölkerung wi — zwingen ließ, der absoluten Königsgewalt (21. März 1848) zu entsagen, schlug er die Forderungen der Schleswig-Holsteiner bestimmt ab, ohne sich jedoch persönlich an dem Kriege gegen dieselben zu beteiligen. Die Popu war, daß er beim dän. Volk eine ungemeine Popularität gewann, namentlich seit der Verleihung des demokratischen Grundgesetzes vom5. Juni 1845. In den Herzogtümern gestaltete sich das mahemfee natürlich anders. Doch auch in Dänemark entfremdete sich F. durch seine dritte morganatische Ehe mit der Gräfin Danner (s. d.) 7. Aug. 1850 den größten Teil des Adels und der gebildeten Stände. An der polit. Leitung nahm der König nach dem Frieden nur geringen Anteil, indem er sich mit der Kompetenz eines konstitutionellen Reenten begnügte und seinen Ministern freie Hand ieß. Ja er vermochte, obwohl persönlich wohlwollend, nicht einmal den Rachegelüsten der eiderdän. Partei Einhalt zu thun. (S. Dänemark und Schleswig-Holstein.) Er war ein eifriger und geschickter Sammler vaterländischer Altertüveranstaltete gern Nachgrabungen, fungierte auch schon als beragöm und bis an seinen Tod als Präsident der Königlichen Nordischen Altertumsgesellschaft zu Kopenhagen und veröffentlichte in den Publikationen derselben mehrere Untersuchungen, von denen eine: allber den Bau der Riesenbetten der Vorzeite (1857), besonders abgedruckt ist. Der größte Teil seiner Privatsammlung ging bei dem Brande seiner Lieblingsresidenz, des Schlosses Frederiksborg auf Seeland, 1859 zu Grunde; das übrige ist durch testamentarische Verfügung dem Museum nordischer Altertümer I7 Kopenhagen überwiesen. F. starb auf dem Schlosse Glücksburg in Schleswig, wo er regelmäßig einen Teil des Herbstes zu residieren pflegte, 15. Nov. 1863 eines plötzlichen Todes, und mit ihm erlosch die ältere Linie des oldenb. Königshauses. Vgl. Giessing, Kong Frederik VII Ungdoms⸗ og Regjeringshistoriers (Kopenh. 1865).