FeedFriedrich von Hausen
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Friedrich von Hausen, Minnesänger des 12. Jahrh., aus einem Rittergeschlecht der Pfalz, urkundlich seit 1171 vorkommend, war mehrmals im Gefolge von Friedrich I. und Heinrich VI. in Italien und wurde wiederholt, ein Zeichen seiner angesehenen Stellung, mit Aufträgen vom Kaiser betraut. Mit Friedrich I. zog er 1189 ins Heilige Land, kehrte aber ebenso wenig wie er in die Heimat zurück, indem er 6. Mai 1190 in einem Gefecht bei Philomelium das Leben verlor. Er ist einer der ältesten Vertreter des nachweisbaren Einflusses romanischer, namentlich provengalischer Lyrik auf den deutschen Minnegesang; er hat Lieder von Folquet von Marseille und Bernhard von Ventadour nachgeahmt. Die Liebesdialektik, welche die Franzosen ausgebildet hatten, findet sich daher auch bei ihm wieder. Seine Lieder sind herausgegeben in (Des Minnesangs Frühlinge von Lachmann und Haupt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 352Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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