FeedGalaktodendron
PflanzenreichBrockhaus 1882

Galaktodendron, d.h. Milchbaum, nannte Kunth einen von A. von Humboldt und Bonpland zuerst beschriebenen, im Küstenlande von Venezuela und auch in andern Tropengegenden wachsenden Baum aus der Familie der Urticaceen, welcher wegen der genießbaren Milch, die er enthält, bei den dortigen Eingeborenen unter dem Namen Palo de vaca, Kuhbaum, bekannt und berühmt ist. Man kennt bisjetzt nur eine Art dieser Baumgattung, G. utile. Es ist ein hochstämmiger Baum mit umfangreicher Krone, wechselständigen, lederartigen, länglichen, zugespitzten, bis 26 em langen und 8—10 em breiten Blättern, einhäusigen Blüten und kugeligen, walnußartigen, einsamigen ablich ten. Stamm und Aste enthalten eine gelbli weiße, kuhmilchartige, angenehm schmeckende, nur etwas klebrige, dabei wohlriechende und sehr nahrhafte Milch, welche aus Einschnitten in großer Menge hervorfließt, besonders bei Tagesanbruch. An der Luft 4. ihre Oberfläche, eine gelbe, käseartige, zähe Haut bildend. Die Bewohner jener Gegenden, wo dieser merkwürdige Baum wächst, genießen seine wohlschmeckende Milch. Galaktométer nennt man alle Instrumente, welche zur Prüfung der Milch auf ihre Güte, d. h. ihre Unverfälschtheit und ihren Fettgehalt dienen. Zu den G. chen 65 die Apparate zur Bestimmung des spezifischen Gewichts der Milch, namentlich das Laktodensimeter von Quevenne, ferner die Rahmmesser oder Cremometer (s. d.), namentlich von Chevallier, die das optische Verhalten der Milch benutzenden Instrumente, die Laktoskope von Donne, Vogel, Feser, Heeren u. a., schließlich die eine direkte Bestimmung des Fettgehalts der Milch bewirkenden Apparate, das Laktobutyrometer von Marchand-Salleron und die aräometrische Fettbestimmungsmethode von Soxhlet. Das Laktodensimeter gibt über den Fettgehalt der Milch nur sehr unsichern Aufschluß, ist dagegen bei der Milchkontrolle ein vorzügliches Instrument; völlig ungenaue Resultate liefern die Laktoskope; zu empfehlen ist das Laktobutyrometer und einen hohen Grad von Duon Sathler gewährt die aräometrische Methode von Sorhlet. Den genauesten Aufschluß über die Zusammensetzung der Milch, üüber die Menge der einzelnen Bestandteile derselben erhält man jedoch immer durch die vollständige Analyse auf gewichtsanalytischem Wege. (S. auch Milch.) Vgl. von der Becke, Die Milchprüfungsmethoden» (Brem. 1883); Kirchner, Handbuch der Milchwirtschafte (Berl. 1882). Miichppn M „ d. h. Milchesser, sich hauptsächlich von 10 nährend.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 457Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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