Gummibaum, richtiger Gummifeigenbaum (Ficus elastica), Art der Pflanzengattung Ficus aus der Familie der Moreen, eine der beliebtesten Stubenpflanzen, in Ostindien und auf den Sundainseln einheimisch, ausgezeichnet durch die bis 30 em langen und bis 12 cm breiten, elliptischen, dicklederartigen, ganzrandigen, oben glatten und glänzend grünen Blätter. Sie sind von je einem schön rosenroten, nach der Laubentwickelung schlaff herabhängenden Nebenblatte begleitet. In seiner Heimat ist der G. einer der größten und imposantesten Bäume. Sein kegelförmiger Stamm erreicht unten eine sehr bedeutende Stärke und ist von seilartig herabhängenden Luftwurzeln umstrickt; er trägt eine mächtige, dicht belaubte, oben schön abgerundete Krone. Im kräftigsten Alter stehende Individuen bilden eine kolossale, bis 140 m und darüber breite Krone, welche von zahlreichen schlanken Säulen getragen wird, den zu Stämmen entwickelten Luftwurzeln, welche, von den Asten herabhängend und fortwachsend, endlich den Boden erreichen und sich in demselben festwurzeln. Die Frucht des G. ist eine wahre Feigenfrucht, steht paarweise in den Achseln der Mätter und hat die Form und Größe einer Olive, ist aber ungenießbar. Dieser Baum ist für die Bewohner der asiat. Tropenländer von außerordentlicher Wichtigkeit, indem er in seinem Milchsafte das Kautschuk liefert. Griffith fand ihn in den Gebirgen von Assam in so ungeheuerer Menge, daß er den Bestand eines einzigen Walddistrikts auf 12000 Stämme schätzte. Da jeder derselben jährlich viermal abgezapft werden kann und jedesmal 40 Pfd. Saft liefert, aus welchem mindestens 30 Pfd. Kautschuk gewonnen werden, so erscheint ——. Bericht glaublich, nach welchem dieser Wald, welcher keineswegs der einzige ist, mehr als 2 Mill. Ctr. aufbringen könnte, mehr als alle übrigen Länder zusammen. Übrigens ist dieser Baum nicht der einzige Kautschukerzeuger, sondern auch andere Bäume, welche zum Teil ganz andern Pflanzenfamilien angehören, z. B. Ficus indica in Bengalen, Urceolaria elastica in Ostindien, Siphonia elastica und S. brasiliensis in Brasilien und Guaiana liefern dessen mehr oder minder reiche Mengen. Nach einigen stammt fast aller jetzt in den Handel kommende Kautschuk von den genannten Siphonigarten. Der G. kann nur als ganz junger Baum Bewohner der Warmhäuser und Wohnstuben sein, nichtsdestoweniger aber auch als solcher stattliche Dimensionen erreichen, und ist dann von um so schönerm Ansehen, wenn er von Staub rein erhalten wird und der einfache Stamm von unten bis oben mit Blättern besetzt ist. Wenn, wie häufig, die untern Blätter gelb werden oder abfallen, so wird dies dadurch verschuldet, daß der Abzug des überflüssigen Wassers gehemmt ist. Man hält den G. in mäßig großen Töpfen in einer Mischung aus Laub⸗ und Heideerde mit einem Zusatz von etwas Wandlehm. Im Mai oder Juni jedes Jahres ist er umzupflanzen. Seitentriebe läßt man höchstens dann bis zum fünften oder sechsten Blatte auswachsen, wenn man sie als Stecklinge benutzen will, die sich auch in einem Glase mit Wasser bewurzeln; im andern Falle unterdrückt man sie im Entstehen. Um zu gedeihen und seine volle Schönheit zu erreichen, bedarf der G. nicht nur der Wärme, sondern auch einer reichen Menge von Licht. Sehr gut bekommt ihm öfteres Abwaschen beider Blattflächen mit lauwarmem Wasser. Finden sich Schmarotzerinsekten, z. B. der Blasenfuß, auf der untern Blattfläche ein, so muß diese mit einer Abkochung schlechten Tabaks gewaschen und etwas später mit lauem Wasser gesäubert werden. [fabrikation.