Galanthus L., Schneeglöckchen, eine zu den Amaryllideen gehörige Gattung. Diese ist charakterisiert durch eine kronartige, oberständige, glockenförmige, bis auf den Grund sechsteilige Blütenhülle, von denen die äußern Abschnitte abstehen, die innern viel kürzer und ausgerandet sind. hr dem Griechischen entlehnter Name bedeutet Mi chblume und bezieht sich auf die weißen Blumen aller hierher gehörigen Arten. Die in Deutschland, Kärnten, Italien u. s. w.einheimische Art ist G. nivalis L., auch unter dem Namen Schneeflöckchen, Schneekröpfchen, als Verkünder des nahenden Frühlings stets freudig begrüßt. Die kleinen weißen Zwiebeln liegen gehäuft beisammen, und die Blätter sind lineal, grasartig, stumpf, flach, graugrün. Die nickenden Blumen stehen einzeln auf dem 10 bis 12 em hohen Schafte und sind weiß, die innern Abschnitte aber haben an der Spitze einen grünen halbmondförmigen Flecken und außerdem sechs bis acht grünliche Längsstriche. Diese Art hat eine reizende Varietät mit dicht gefüllten Blumen hervorgebracht, deren Füllblätter alle den grünen Flecken zeigen. Sie ist empfindlicher als ihre Stammart und muß bei strengerer Kälte etwas bedeckt werden. Je nach der Witterung blüht das Schneeglöckchen im Februar und März und ist in dieser noch blütenarmen Zeit, truppweise auf den Rabatten des Blumengartens gepflanzt, eine recht anmutige Erscheinung, besonders in Verbindung mit früh lichtblühenden Blausternen (Scilla) oder mit Crocus. Auch gedeiht es recht gut in licht gepflanztem Parkgehölz. In neuerer Zeit bepflanzt man auch wohl den Gartenrasen truppweise mit Schneeglöckchen, und auf dem jungen Grün sind die schneeigen Blumen von ganz vorzüglicher Wirkung. Kommt die Zeit eran, wo der Rasen gemäht wird, so haben die lätter ihre Aufgabe, den Zwiebeln Reservenahrung für die Einleitung der nächstjährigen Vegetatation auhtenn Miti bereits erfüllt und können ohne Nachteil mit hinweggenommen werden. Gleich dem Crocus kann das Schneeglöckchen im September zu sechs bis acht Zwiebeln in einen Topf gepflanzt, im Freien an einem schattigen, später an einem gegen Frost geschützten Orte aufbewahrt und im Januar anfangs in einem kühlern, später in einem wärmern Zimmer aufgestellt werden, wo es nach etwa 14 Tagen seine Blumen zur Entfaltung bringt. G. plicatus Bieb. (G. Clusii Fisch.) ist eine im südl. Europa und im Kaukasus einheimische robustere Art mit breiten, gekielten, mehr blaugrünen, am Rande längs gefalteten Blättern und größern Blumen. Sie läßt sich in derselben Weise benutzen wie die vorige. Dieser Art steht G. Elwesi J. D. Hool. nahe, welche auf dem Gebirge im Norden des Golfs von Smyrna einheimisch ist. Zwiebel kugelförmig, mit dicken, fleischigen Häuten. Blätter 6 bis 8 em lang, am Grunde gekielt. Die von einem 15 em hohen Schafte getragene Blume hat fn 4 em im Durchmesser und ist weiß und jeder einer Abschnitte grün, weiß gerandet. Das früheste und großblumigste aller wethe Blumem ist G. Imperati Ten. Es hat perlweiße Blumen auf 24 em hohem, bisweilen höherm Schafte.