Amarantus Tourn. (Amarant; im Volksmunde der meist lang herunterhängenden, schweifartigen Blütenstände wegen Fuchss ch wanz genannt), Pflanzengattung aus der Familie der Amarantaceen: einjährige, aufrechte oder niederliegende, kahle oder weichhaarige Kräuter mit abwechselnden, am Grunde in den Blattstiel verschmälerten Blättern und kleinen oder sehr kleinen, weißen, grünen, rosenroten oder purpurnen, in achschtändigen Knäueln oder in dichten, end⸗ und achselständigen, oft rispig verzweigten, meist hängenden Scheinähren stehenden, einhäusig-vielehigen Blüten. Die Blütenhülle der letztern ist meist dien (selten nur ein⸗ bis drei⸗) blätterig und wie ie ähnlich gefärbten Deckblätter bare und meist bleibend, unverwelklich und lange seine frische Farbe bewahrend (daher auch der wissenschaftliche nur zu ein bis drei vorhanden und ihre Fäden am Grunde frei. Der verkehrt-eiförmige Fruchtknoten trägt zwei bis drei sitzende Narben und entwickelt sich zu einer nicht oder quer aufspringenden Schlauchfrucht. Die etwa 45 Arten enthaltende Gattung ist in den Tropen weit verbreitet, in den emäßigten Klimaten wenig vertreten. Deutschand zählt drei Arten, von denen A. Blitum L. (wegen der nicht en Muuten-Guc Früchte und der meist dreigliederigen Blüten auch wohl als eigene Gattung Albersia Kti. abgetrennt) als Unkraut auf bebautem Boden und an Wegen (meist in der Nähe von Dörfern) zerstreut auftritt. Ahnlich verhält sich der gleichzeitig von Juli bis September und auch grün blühende A. retroflexus L. Bekannter sind eine Anzahl als Zierpflanzen gezogener, dem warmen Asien entstammender Arten, von denen A. caudatus L., A. paniculatus L., A. speciosus Sims, A. melancholicus Mog. und A. salicifolius Veitch die wichtigsten sind. Erstere Art besitzt O,6 —1s m hohe, einfache oder oberwärts ästige, meist grüne Stengel, ei⸗ oder länglich-eiförmige, beiderseits verschmälerte, frischgrüne Blätter und schön dunkelpurpurne (amarantrote), selten weiße Blüten in sehr lang herabhängenden, rispig verzweigten Scheinähren. A. paniculatus L. undurch die sich von voriger Art auf den ersten Blick durch die aufrechten, meist amarantroten (selten grünen) Blütenstände; der Stengel ist meist rotgestreift. Die Blätter sind am Rande gewöhnlich rot, oft auch völlig blutrot gefärbt (var. sanguinea A. sanguineus L.). A. speciosus Sims besitzt einen gefurchten roten Stengel und schmalere Blätter als A. paniculatus, dem er sonst sehr ähnlich ist. Von A. melancholicus Mog., der von allen voraufgehenden Arten durch die kleinen, hellgrünen, in den Blattachseln stehenden Blütenknäuel verschieden ist, wird mit Vorliebe die var. tricolor (A. tricolor L.) kultiviert, deren länglich⸗ oder eilanzettliche Blätter dreifarbig sind: die jugendlichen zeien das untere Ende des Blattrandes bis zur Mitte bell urpurn oder dunkelkarmesinrot, darüber einen großen hellgelben Fleck, der sich oft weit bis zur äußersten grünen Spitze ausdehnt; die ältern Blätter sind meist nur noch zweifarbig, in der untern Hälfte karmesin⸗ oder dunkelrot, in der obern grün oder auch Merden auch noch andere Farbenvarietäten werden kultiviert. Die letzte, weidenblätterige Art (A. salicifolius Veiten) ist infolge des schon dicht über dem Boden verzweigten, fast meterhohen Stengels von pyramidenförmigem Wuchse; sie zeichnet sich vor allen durch die sehr schmalen (oft kaum 1 em breiten), aber bis 35 em und darüber langen, in der Jugend grünen und mehr oder weniger bronzefarbig schattierten, im Alter an der Spitze der Hauptzweige leuchtend Buschel bi sich färbenden, schöne federbuschartige Büschel bildenden, am Rande welligen oder sogar krausen Blätter aus. Alle zuletzt genannten Arten sind besonders als Dekorationspflanzen für Rasenplätze, Gebüschgruppen u. s. w. verwendbar. Sie werden gewöhnlich im April in das Mistbeet gesäet, später pikiert und gegen Ende Mai je nach Bedarf einzeln oder in Gruppen ausgepflanzt. Die Blütezeit fällt von Juli bis Oktober. Auch als Gemüse⸗ und Mehlpflanzen spielen. 27 Arten der Gattung eine nicht unwichtige Rolle. Die Blätter des schon erwähnten, durch ganz Süd⸗ und Mitteleuropa sowie in Agypten, Arabien und Ostindien verbreiteten A. Blitum werden in Südeuropa —— als Gemüse gegessen und die Samen wie Hirse benutzt; auch waren früher die Blätter als Herba Bliti albi offizinell. In gleicher Weise werden A. silvestris Desf. (in Deutschland gar nicht, in Deutsch-Gsterreich nur bei Prag vorkommend) und A. prostratus Balbis. (Euxolus deflexus Rafin.) in Südeuropa verwendet. A. oleraceus L. Euxolus oleraceus Mog., in Ostindien, Java und (gypten zu Hause, wird in der Heimat, wie bei uns Spinat, gegessen, und der 2m hohe A. frumentaceus Buchan. wird in Ostindien im großen Guot ve da die Samen zu Mehl vermahlen und zu rot verbacken werden u. s. w.