Amaryllis L. (Name einer schönen, von Virgil besungenen Nymphe), auch Nareissenlilie genannt, Pflanzengattung aus der Familie der Amaryllidaceen: Zwiebelgewächse, welche ihre Blüten häufig gleichzeitig mit oder gar vor den Blättern entwickeln (daher wie die Herbstzeitlose im Volksmunde wohl auch enackte Jungfero genannt). Die am Ende des meist langen Schaftes gewöhnlich doldenartig beis Seerrr w Blüten sind in der Regel groß bis sehr groß, prächtig gefärbt und er doch sich durch eine am Grunde ů1—— oder weniger hoch verwachsene, fast regelmäßige oder mehr oder minder zweilippige Blütenhülle mit abstehenden oder zurückgebogenen Lappen und durch ihre der Blütenhülle eingefügte Staubgefäße mit schaukelnden Staubkölbchen aus, welch letztere sich der ganzen Länge nach mit Längsrissen öffnen. Von den vielen, oft in verschiedene Gattungen gestellten Arten sind manche be⸗ „liebte und enreln des Zimmers und der Gewächsbei un⸗ und einzelne halten bei Donlbtemn Winter ei uns auch im Freien aus. Von letztern Arten ist zu erwähnen: A. Belladonna L. (Coburgia Belladonna Herb.), am Kap heimisch, die angenehm duftenden, rosenroten, hängenden, glockig-trichterförmigen Blüten zu 8—12 an der Spitze der Schäfte und längere Zeit vor den Blättern entwickelnd. A. sarniensis L. (Nerine sarniensis Herb.), in Japan und am Kap zu Hause, auf der Insel Guernsey verwildert (daher Guernsey-Lilies genannt), zeigt die kirschroten Blüten in voller Entwickelung, wenn die Blätter eben aus dem Boden Hedserde mueh Sie wird in Töpfen mit sandiger Heideerde kultiviert, zuerst im „Blätenicheft weiter im Zimmer erst dann, wenn der Blütenschaft sich entwickelt hat. Die aus Südamerika stammende A. vittata Willd. (Hippeastrum vittatum Herb.) wird ebenfalls als Topfgewächs (in Lauberde mit etwas lehmiger Rasenerde und Sand) im Zimmer kultiviert, entwickelt die Blätter vor den Blüten und trägt letztere zu zwei bis sechs am bis 60 em hohen Schafte; das Perigon ist am Grunde grünlich und oft rot gefleckt, während seine ungleich größern, wellig gerandeten Lappen jeder auf weißem oder hellrosafarbenem Grunde drei dunkelrote Streifen besitzen. A. formosissima L. (Sprekelia formosissima Heist., Jakobslilie Lilie von St. Jago) aus Südamerika ist durch die meist einzeln am Schaftende stehenden, stark zweilippigen, samtartig dunkel-purpurroten Blüten ausgezeichnet. Auch diese letztere Art wird in loder gezogen, häufig aber ——— im Mai auf ein locker erdiges Beet in sonniger Lage ins Freie gepflanzt, damit die Zwiebeln recht stark und blühbar werden; im Herbste setzt man sie in die Töpfe zurück, hält die Pflanze zunächst trocken im frostfreien Raume und bringt sie im Februar ins Wohnzimmer, wo sich dann Blätter und Blüten gleichzeitig entwickeln. Die Zwiebeln mehrerer Amaryllisarten sind durch ihre Schärfe ausgezeichnet. So wirken diejenigen der A. Belladonna in kleinen Gaben als Brechmittel, in größern als heftiges Gift, und ihre Blüten sollen krampfstillende Eigenschaften besitzen. Auch die Zwiebeln von A. Reginae L. (Hippeastrum Reginae Herb.) und A. princeps Salni-Dych (Hippeastrum reticulatum Herö.), beide im tropischen und subtropischen Amerika heimisch, sowie von mehrern andern Arten, besitzen gleiche Eigenschaften und sollen von den Eingeborenen sogar zur Vergiftung von Pfeilen benutzt werden. masia, Amasijah, Hauptstadt des Sandschaks A. im türk. Vilajet Siwas im nördl. Kleinasien, südwestlich von Samsun (Amisus) am Schwarzen Meere, liegt 400 m hoch im Felsenthale des Jeschil-Irmak (Iris), dessen steile Ufer hier eine schöne Steinbrücke verbindet. Die Stadt ist umeben von Gärten, Obsthainen, Maulbeer⸗ und einpflanzungen und Tabaksfeldern, hat reiche Seidenanlagen, Fabriken und gutversehene Bazars und zählt 25000 E. Die Seide geht nach dem 50 km im Süden gelegenen Meßort Zileh, um von da nach Aleppo und Damaskus, zum kleinern Teil nach Konstantinopel verhandelt zu werden. A. ist Sitz eines Metropoliten, . 18 reich dotierte Medressehs Gortas mohammed. Schulen) mit ungefähr 2000 Softas (Studenten), die von den Einkünften der Anstalten erzogen werden, viele Moscheen, mehrere Klöster und ein auf sehr steiler Höhe gelegenes Hermman Felsenschloß in Ruinen, mit fünffacher Ummauerung, an Stelle der antiken Akropolis, merkwürdige Felsgrotten, Ruinen eines Tempels und zahlreiche andere Altertümer, die an frühern Glanz erinnern. Die Stadt war nach Mithridates d. Gr. Residenz der Könige von Pontus und ist Geburtsort des Geo — Strabo. Melek-Ghasi aus der Familie der Danischmends entriß sie 1083 den Griechen. Die Seldschuken eroberten sie unter Kilidsch Arslan II. 1174. •5 I. nahm sie 1392, bald darauf Timur nach siebenmonatlicher Belagerung, 1485 Bajesid II. Die Stadt war öfter Sitz von osman. Eeln und Apanage von Sultaninnen. Sultan elim I. wurde daselbst geboren.