Gallasklavinnen sind unter den Afrikanerinnen am meisten geschätzt. Auch ihrer Sprache nach haben sie weder mit den Negern noch mit den Kaffern Verwandtschaft; dieselbe gehört vielmehr mit dem Agaw, Bedscha, Saho, Dankäli, Somäli zufammen zu der äthiop. Gruppe der hamitischen Sprachen. Geschichtlich bekannt wurden sie zum ersten mal im 16. Jahrh., wo sie vom Südosten her eindringend das Abessinische Reich furchtbar verwüsteten und viele Länder desselben eroberten. Erst allmählich wurden sie dort teilweise überwunden oder vertrieben, aber noch immer haben sie, teils selbständig, teils tributpflichtig, viele Landstriche Abessiniens, namentlich die Thäler des Abai und Hawasch, große Teile von Amhara, Damot, Godscham, Begemeder, Schoa inne, ferner die südl. Länder Gurage, Enarea, Kaffa u. s. w. Auch mit den Somäli sind sie in fortwährenden Fehden, und selbst südwärts vom Aquator bis gegen Mombas hin sind sie in neuern Zeiten vorgedrungen. Die G. haben keine polit. Einheit und zerfallen in eine zahllose Menge kleinerer oder größerer Stämme, welche besondere Gemeinwesen bilden und sich häufig untereinander bekriegen. Die aus Abessinien und den Grenzländern näher bekannt gewordenen Gallastämme sind teils Hirten, teils Ackerbauer, haben aber ihren wildkriegerischen Geist noch nicht abgelegt und dienen vielfach als Soldaten der abessin. Fürsten. Ihrer Religion nach sind sie Heiden; manche Stämme Norden und Osten haben den Islam angenommen, wenige das Christentum. Vgl. Isenberg, „Abessinienv (Bonn 1840); Krapf, «Outline of thé elements of the Galla languagen (Lond. 1840); derselbe, «Reisen in Ostafrika (Kornthal 1858); Tutschek, Lexikon der Gallasprache » (3 Bde., Münch. 1844 —45); Beke, On the origin of the 6.v (Lond. 1848); Massaja, Lectiones grammaticales linguae Amaricae et Oromonicae (Par. 1867); Schmidt, 0 Shoagallagrammatiko (in der Seitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft o, Bd. 22).