Galvani (Luigi), berühmter ital. Physiolog, geb. zu Bologna 9. Sept. 1737, studierte anfangs Theologie, widmete sich aber später dem Studium der Medizin und insbesondere der Anatomie und Physiologie und wurde 1762 außerord. Professor der Medizin und 1775 (nach dem Tode seines Schwiegervaters G. Galeazzi) Professor der praktischen Anatomie an der Universität zu Bologna; seit 1782 war er auch daselbst Professor der Ge⸗ „burtshilfe. Der Beifall, welchen seine Abhandlung über die Uringefäße der Vögel fand, brachte ihn zu dem Entschlusse, die Physiologie der Vögel t vollständig zu bearbeiten; doch beschränkte er sich äter auf die Untersuchung ihrer Gehörwerkzeuge. Der Zufall führte ihn (6. Nov. 1789) zu der Ent-2 deckung des nach ihm benannten Galvanismus (s. d.), welche er in der Schrift KDe viribus electricitatis in motu musculari commentariuso (Modena 1792; l deutsch von Mayer, Prag 1793) mitteilte. Auf einer Reise, die er nach Sinigaglia und Rimini machte, fand er die Ursache der bei dem Zitterrochen sich zeigenden elektrischen Erscheinungen. Als er während der Revolution der Cisalpinischen Republik (1797) den Beamteneid zu leisten verweigerte, verlor er seine Amter und Einkünfte, wurde aber bald rehabilitiert und starb 4. Dez. 1798. Eine Gesamtausgabe seiner Schriften erschien 1841 zu Bologna. Seine Statue — Bologna wurde 10. Nov. 1879 enthüllt. Vgl. Alibert, Eloge de G.v (Par. 1806).