FeedGau (Franz Christian)
BaukunstBrockhaus 1882

Gau (Franz Christian), Baumeister und Archäolog, geb. 15. Juni 1790 zu Köln, ging 1800 nach Paris, wo er die Baukunst unter Debret und Lebas studierte. Um sich weiter auszubilden, unternahm er 1817 eine Reise nach Italien und Sicilien, wandte sich von da nach dem Orient und durchforschte namentlich unter den schwierigsten Verhältnissen Nubien, wo er von den ältesten Denkmalen der ägypt. Baukunst Zeichnungen aufnahm, die, mit einem Texte von Niebuhr und Letronne, unter dem Titel «Antiquités de la Nubien (13 Liefgn., Par. 1821 —28; deutsch, Stuttg. 1821 —28) erschienen. G. war einer der ersten, die auf den fortlaufenden Zusammenhang zwischen den Epochen der Architektur und den Stadien der Kultur bei den alten Völkern aufmerksam machten. Seine Ansichten hierüber sind niedergelegt in dem Werke 4Les ruines de Pompéiv (Par. 1813), welches von Mazois angefangen und von G. beendigt wurde. G. erhielt 1825 das franz. Bürgerrecht. Die Stadt Paris ernannte ihn zu ihrem Baumeister, und als solcher besorgte er die Wiederherstellung der Kirche St.⸗Julien-le-Pauvre, den Bau der Pfarrei St.⸗Severin, des Gefängnisses La-Roquette u. s. w. Ferner wurde er 1839 mit dem Baue der Kirche Ste.⸗ Clotilde auf dem Platze Bellechasse im Faubourg St.⸗Germain, der ersten neuen Kirche im got. Stil zu Paris, beauftragt. G. leitete denselben seit 1846 bis zu seinem 31. Dez. 1853 erfolgten Tode.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 592Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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