Gebinde (im Bauwesen) oder Gespärre ist die Verbindung eines Dachbalkens mit seinen beiden Sparren oder auch die letztern allein. Das G. bildet in der Regel ein gleichschenkeliges Dreieck oder bei mittelbarer Verbindung der Sparren mit den Balken ein Dreieck verbunden mit einem Rechteck an der Basis. (S. Dach.) Man unterscheidet Leergebinde (Leergespärre) und Bindergespärre (Binder). Letztere nehmen den Querverband, sowie den Längenverband des Dachs in sich auf und dienen, in Entfernung von 3,5 bis 4 m voneinander gestellt, zur Unterstützung der zwischenbefindlichen (drei bis vier) Leergebinde. Nicht zu verwechseln ist das Leergebinde mit dem Lehrgebinde, d. h. demjenigen Gebinde, welches bei dem Bearbeiten des Dachstuhls auf dem Werkplatze zuerst hergestellt wird und als Lehre oder Anhalt für die Herstellung der übrigen Gespärre dient. „Gebinde, Gebind, auch Fitzen (frz. échevette; engl. lea, cut), ein Garnmaß, dessen Länge aber je nach der Art des Garns und der verschiedenartigen Weife (deutsche Weife, beziehungsweise preuß., sächs., dann engl., franz., böhm. Weife) eine ungemein verschiedene ist. Das G. ist eine durch Umbinden eines Fadens bezeichnete Unterabteilung eines Strähns, welche aus einer je nach dem üblichen Numerierungssystem verschieden großen Anzahl von Fadenumgängen besteht. Ferner bezeichnet man auch mit dem Namen Gebinde die zur Aufnahme von Flüssigkeiten bestimmten Fässer, namentlich diejenigen größern Inhalts.