FeedGemen
ErdkundeBrockhaus 1882

Gemen, Flecken in der vormals reichsunmittelbaren Standesherrschaft G. in der preuß. Provinz Westfalen, Regierungsbezirk Münster, Kreis Borken, an der bocholter Aa, 2 Km nördlich von Borken, Sdit 880 meist kath. E. und hat Leinweberei und tuhlfabrikation. Nahebei liegt Station Borken der Linie Bismarck-Winterswyk der Preußischen Staatsbahnen; das zur Landgemeinde G. gehörige 6.g. Bele mit Park gehört dem Grafen von Lands6. elen und G. man den gemischten Anbau von Getreide und Hülsenfrüchten zum Zwecke der Grünfutter⸗ oder Heuewinnung. Die Vorteile des G. bestehen hauptächlich in Folgendem: höherer Ertrag als der einin gebauter Früchte, Ersatz einer durch Frost, ürre, tierische oder pflanzliche Feinde vernichteten Saat, Ausnutzung von zeitweise unbebauten Feld-Reuelt B. der Brache vor dem Raps. In der egel kchehidie Mischung zu zwei Dritteln aus Hülsenfrüchten, namentlich Wicken, dann Bohnen, Erbsen, auch Buchweizen und zu einem Drittel aus Getreide, vorwiegend Hafer, dann Gerste, Sommerroggen und-Weizen. In mildem Klima baut man auch Wintergemenge mit Winterwicken, Erbsen, Roggen, ⸗Weizen u. s. w. Das G. verlangt ein kräftiges gedüngtes Land in nicht zu trockener Lage. An Saat sind 3—3,5 hli auf 1 ha notwendig. Zum Zwecke der Grünfuttergewinnung wird das G. kurz vor der Blüte geschnitten, fr die Heubereitung kann das Abbringen später erfolgen. Die Erträge schwanken erheblich, man erntet an Trockenfutter zwischen 2000 und 4500 kg pro Hektar. Vgl. Krafft, «Pflanzenbaulehrer (3. Aufl., Berl. 1881).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 738Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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