Gemsblumen oder Wohlverleih nennt man in manchen Gegenden die Blüte von Arnica montana L. (S. unter Arni ca.) „Gemse (Antilope oder Capella rupicapra), die einzige in Deutschland vorkommende Art der großen Familie der Antilopen (s. d.), unterscheidet sich durch die bei beiden Geschlechtern vorhandenen, gerade aufsteigenden, der Länge nach fein gefurchten, an der Basis mit Querringen versehenen Hörner, die in eine glänzend schwarze, glatte, nach rückwärts gebogene Spitze enden. Ob die G. der Pyrenäen, Isard genannt, eine eigene Art ist, dürfte sehr zweifelhaft sein. Wenn nicht, so bewohnt die G. die höhern Regionen der ganzen Alpenkette, der Pyrenäen, Apenninen und des Kaukasus, wie auch den Gebirgszug Demavend in Persien und nährt sich von Alvenkräntern, deren unverdauliche Fasern oft mit Haaren gemischt sich im Magen der G. bisweilen zusammenballen und die Gemskugeln (Aegagropilae) oder die europ. Bezoarsteine (s. d.) bilden. Das Tier besitzt die Fähigkeit, mit der größten Sicherheit über die gefährlichsten Stellen steiler Felswände hinwegzueilen. Es springt über 5mbreite Klüfte mit kaum glaublicher Leichtigkeit und Genauigkeit und führt selbst Sprünge von 6—10 m in die senkrechte Tiefe aus. Die G. halten sich in Rudeln von 6 bis 20 und mehr Stücken beisammen, welche Wachen ausstellen und selbst auf der Flucht sich nur im äußersten Notfalle trennen. Die Brunstzeit fällt in den Spätherbst; die Setzzeit Ende April bis Ende Mai. Da die G. an den unzugänglichsten Orten leben, sehr scheu und aufmerksam sind und scharfe Sinne besitzen, so ist die Jagd auf sie beschwerlich, oft auch sehr gefährlich. Sie wird entweder (wie in der Schweiz) von einzelnen IJägern, die ihr in der Regel leidenschaftlich ergeben sind, ausgeübt, oder es werden (wie in Osterreich) Treibjagden in gut bestandenen und gehegten Refvieren veranstaltet. Bei letztern kommen zuweilen an einem Jagdtage 50—60 und mehr Stücke auf die Strecke. Das Fleisch der G. ist derber als das des Rehwildes und weniger schmackhaft. (S. Tafel: Antilopen I, Fig. 10.) Unserer G. im Leben und Verhalten sehr ähnlich, aber durch die weit bedeutendere Größe, die gelbe Farbe und das Gehörn, das einen seitlichen Zacken trägt, sehr verschieden, ist die Gabel gem selAntilocapra furcifer), welche die nordamerik. Felsengebirge bewohnt.