Geographische Gesellschaften sind Vereine welche die Förderung der geogr. Wissenschaft dur ihre Bemühungen und Geldmittel zu ihrem alleinigen Zwecke machen und meistens ihre Verhandlungen, Vorlesungen und Korrespondenzen, die Resultate der auf ihre Kosten unternommenen Entdeckungsreisen u. s. w. in Monatsberichten oder Jahrbüchern veröffentlichen. Die erste dieser Art wurde 15. März 1821 zu Paris durch Maltebrun und Barbieé du Bocage ins Leben gerufen, welche monatlich ein «Bulletin de la Sociéêté de géographie à Pariso herausgibt. Diese Bestrebungen fanden in Deutschland zu einer Zeit, wo durch A. von Humboldt, K. Ritter und L. von Buch die Naturanschauung in neue Bahnen gelenkt worden war, ihre volle Beachtung. In Berlin bildete sich 20. April 1828 die Gesellschaft für Erdkunde, nächst der in Paris die älteste. Ihre rege Thätigkeit wurde von Männern wie K. Ritter, Ehrenberg, Lichtenstein, Dove, H. Barth, Bastian, von Richthofen u. a. geleitet und spricht sich in der bedeutend angewachsenen Zahl von Mitgliedern aus. Die von H. Barth gegründete Karl Ritter-Stiftung besaß Ende 1880 ein Kapital von 34200 Mark, dessen jährliche Zinsen verschiedenen Reisenden als Reisestipendium zuerkannt werden. Nach der Zeit ihrer Gründung geordnet schließen sich folgende