FeedHär und Zusammensetzungen
Sitten & ModeBau-Lexikon 1881

Här und Zusammensetzungen, s. Haar etc. Haras, m., frz., Stutereigebäude. Harasse, f., srz., die Glaskiste. Harbour, s., engl., der Hafen. Hardening, s., engl., 1. das Härten des Stahls etc. — 2. Das Binden, die Bindung des Mörtels. Harel, n. (Wasserb.), s. Zapfenständer. Harem (spr. Harehm), m., arabisch, eigentlich das Verschlossene, daher in den großen Moscheen der zweite Säulenhof,in der Profanarchitekturdas Frauenhaus; s. Serail. Harfe, f., frz. harpe f., engl. Barp, 1. (nord. Mythol.) Beigabe des Dämons der Wollust. — 2. Attribut Davids, des Bischofs Dunstan, der Hybernia etc. — 3. In der christlichen Symbolik deutet sie auf freudiges Lob Gottes. Hüringsgrätenverband, Fischgrätenverband, m., franz. appareil m. en arétes de hareng, engl. herring-bonebond; f. d. Art. Acoltello und Angelsächsisch. Harke, f., Harken, nu., s. Rechen. Harlekin, m. (antiker), ital. arlechino antico, eine Marmorart mit gelbem Grund und manchfach gefärbten runden Flecken. Harmalin, m., frz., das Anilinviolett. Harmonie, k., Uebereinstimmung, sowohl der Töne als der Farben (s. d. Art. Akkord und Farbe), ferner auch der Formen; s. d. Art. Aesthetik u. Architektur, sowie Einheit 3. Harmotom, m. (Miner.), s. Kreuzstein. Harnkanal, m., österreich. Brutrinne, s. d. Art. über Stallanlagen. Hlarpe, f., frz., 1. die Harfe. — 2. Auch harpon, m., der Stielanker. — 3. Der Zahnstein; harpes, pl., stehende Verzahnung. Harpeau, m., frz., s. Anker E. „Harpokrates (ägypt. Mythol.), der jüngere, lahme Sohn des Osiris und der Isis; Sinnbild der Sonne u. der —Erde nach dem Wintersolstitium in den kürzesten Tagen, —wenn die Lotosblume sproßt, sowie des um diese Zeit rschweigenden Lebens in der Natur, daher auf einer Lotostblume sitzend und mit dem Finger am Mund abgebildet; 8deshalb später für den Gott des Schweigens gehalten. Als Attribut hat er Krokodile, Schlangen, Skorpionen, Hirsche, Löwen, Sphinxe und Habichte. Auch wird erabgebildet in einem Nilkahn stehend, eine Sonne und zwei Sterne über dem Haupt, mit Keule und Füllhorn. eHarpon, m., frz., 1. Haspen. — 2. Anker, bes. Stichanker in einer Fachwand, Stielanker. — 3. Trecksäge, Klobsäge, Schülpsäge; h. des poulieurs, Fuchsschwanz des Blockmachers. Harpyie, f., 1. (Myth.), drei Göttinnen des Sturmes, „des Neides etc., später auch Strafgottheiten für Uebelthäter, eschön gelockt und geflügelt, aber mit Raubvogelklauen. — 2. Im Mittelalter Adler mit Jungfraubüste. Harr, m., hier und da für Schlamm. Ilart, f., franz., Bindeweide, Weide; h. de faseine, „Faschinenband; b. de retraite, Ankerwinde. „Hartbetel, m., s. Hartmeißel. Hartblei, n. (Hütt.), Antimonblei, s. Blei. Hortborst, m., Hartriß, frz. gergure, crevasse, entsteht durch zu schnelles Härten des Stahls. Hartbrand, m., engl. stock-brick, s. v. w. hartgebrannter Ziegel. „Hürte, k., frz. dureté, f., engl. hardness, nennt man 1. den Widerstand, welchen ein Körper dem Eindringen eines andern entgegensetzt. Der Grad der Härte für Mineralien kann nur relativ angegeben werden; man ermittelt denselben dadurch, daß man mit einer scharfen Kante des einen eine Fläche des andern Körpers zu ritzen versucht. Auf dieser Methode beruht die Aufstellung der im Art. Bausteine im 1. Bd. angegebenen Härteskala. Es ist bes. für den Bautechniker das richtige Ermessen der Härte Wichtigkeit; falls er die Auswahl hat, wird er natürlich nur die härtesten Steinezum Straßen⸗„Brücken⸗ u. Fundamentenbau nehmen; er muß dafür sorgen, daß, wo die zur Verwendung kommenden Steine gleichen Zerstörungskräften (wie z. B. das Straßenpflaster etc.) ausgesetzt sind, dieselben womöglich von gleicher Härte gewählt werden. Die Härte des Holzes wird durch den Grad der Verdickung und die Menge der Holzzellen bedingt. Taxus⸗ u. Buchsbaumholz, die zu den härtesten unserer Hölzer gehören, bestehen aus Holzzellen, welche sämtlich starkverdickt sind. Mehrere sogenannte Eisenhölzer (s. d.) der Tropen sind so hart, daß sie sich nur im frischen Zustand oder in Wassser gekocht mit stählernen Werkzeugen bearbeiten lassen. —. 2. Härte, f. engl. hardening-cComposition, Mengung, die zum Härten dient. harte Dachdeckung, k., s. d. Art. Dach, Dachdeckung re. härten, trs. Z., frz. tremper, engl. to harden. Das Härten der Metalle, um ihnen mehr Dichtigkeit u. Festigkeit zu geben, geschieht meist durch Glühen u. schnelles Ablöschen in kaltem Wasser od. durch Hämmern, das Härten des schon bearbeiteten Stahles auch mittels einer besondern Härtemengung; s. Härtewasser und Bessemerstahl, sowie die Art. Metalle, Stahl etc. Harterz, n. (Hütt.), s. Kupfererz, quarzisches. Härtewasser, n. frz. eau de trempe, engl. tremper'ng-Waber, besonders zubereitete Mischung zum Härten des Stahls, s. Stahl. Hartfloß, u., frz. fonte spéculaire, engl. spigle- ron, s. v. w. Spiegeleisen. Hariguß, w. (Hütt.), s. v. w. Kapselguß, s. Guße sen. iothek Heidelberg DFC

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 10Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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