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BaukunstBau-Lexikon 1881

Zinne, k., frz. merlon, m., pignon, penne, engl. cop, altengl. oupis, lat. rostra, fora, pinna muri, merla, merula, mina, ital. merlo, span. merlon, Zinnenzahn, Mauerzacke, Kasten, Schartenpfeiler, Tinne, Tindur, Moiatberga, Brüstungsmauerstückzwischen zweichießscharten, Zinuenlücken, Scharten, Zinnenfenstern, frzereneau, dentelure, chancrure, embrasure, altfrz. earnel, creniau, quernal, aguarriau, engl. Joop-hole, crenel, kernel, ital. allatojo de merli, lat. cernelium, cranellum, crenum. Die Benennung Zin wird auch auf die durch eigentliche Zin u. Zinnenlücken gebildete Binnenreihe, Binnelung, Bezinnung, Schartenzeile, frz. battlement, erénelage, orénéelure, engl. embattaihnent, batteling, erest, lat. cresta, alld. Wer, Wehr, übertragen, die als Dacheinfassung od. Brüstung, besin der Kriegsbaukunst u. mittelalterlichen Profanarchitektur, s. d. Art. Burg, doch auch als Dachgallerie an Kirchen in Sizilien, Spanien, England und im Ordensland Preußen vorkommen. Ueber die Gestaltung derselben s. die die einzelnen Stile betr. Art., 3. B. arabischer Stil, Anglo-normannisch, Burg, Gothisch, Normannisch, Englisch-gothisch, Festungsbau. Einige der wichtigsten Zinnengestaltungen geben wir hier, und zwar Fig. 3593 römische Zin, Fig. 3594 von Burg Münzenberg, zwischen 1130 und 1150, Fig. 3595 u. 3596 aus Zeit der um 1200, Fig. 3597 welfische Zen, Fig. 3598 ghibellinische Zin, Fig. 3599 ist ein Thurm von der Jerpoint-Abtei in Irland, aus dem 14. Jahrhundert, welcher interessant bliothek Heidelberg gruppirte Z. hat, wie solche auch häufig in Italien vorkommen; Fig. 3600 und 3601 sind Frührenaissancezinnen von den Procuratieen in Venedig. Fig. 3602, Rundzinnen, kamen schon bei den Aegyptern vor, vgl. Fig. 109, und Fig. 3603, Stufenzinnen bei den Assyriern, bei den Azteken und bei den Arabern und Mauren, s. d. betr. Art.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 515Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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