Feedkaustisch
PflanzenreichBau-Lexikon 1881

kaustisch, adj., frz. Caustique, brennend,‚ ätzend; kaustisches Kati, s. v. w. Aetzkali; Kaustische Linie, s. d. Art. Brennlinie und Hyperbel. Oliothek Heidelberg India-rubber, Gummi-ciaftihum, Federharz, ist der eingedickte Milchsaft mehrerer Gewächse der heißen Zone, z. B. von der seerosenblätterigen Feige (Ficus nymphaeaetolia und F. populnea W., Fam. Moreae) in Westindien, dem giftigen Feigenbaum (Ficus toxicari- L., Fam. Moreae) auf Sumatra, dem rauhen Feigenbaum (F. Radula W.) in Südamerika, von F. elliptica, prinoides in Neugranada, F. Taeda in Ostindien, F. sylvestris in Brasilien, F. racemosa in Ostindien, F. elastica ebendaselbst,‚ und anderen Feigenarten. Der K. von Para stammt vom brasilianischen Kautschukbaum (Siphoria brasiliensis Br., Fam. Euphorbiaceae). Andere Kautschuksorten kommen von Urceola elastica Roxb. auf Sumatra, Vahea gummifera Poiset auf Madagaskar, Collophora utilis Mart. u. Hancornia speciosa Mart. in Brafilien, Willughbeje in Ostindien u. a. Dieses Harz wird in der Technik vielfach gebraucht: 1. als Reinigungsmittel für Papier durch Reiben mit einem trockenen Stück; 2. als Dichtungsmittel für Thüren u. Fenster; 3. in aufgelöstem oder geschmolzenem Zustande als wasserdichter Anstrich; 4. in schwach gewalzten Platten als Deckungsmaterial. In die Kautschukfabrikation näher einzugehen, liegt außer der Aufgabe dieses Lexikons. Die rohen Kautschukblöcke werden erst in heißem Wasser geweicht, dann zerschnitten, meist durch Kreissägen, dann bis zu Papierdicke gewalzt, dann in einem alkalischen Bad von der natürlichen Fettigkeit gereinigt, oder sie werden statt durch Walzen durch einen Holländer bearbeitet. Der so gereinigte K. wird nun einer Knetmaschine oder einem weitern hohlen Walzenpär übergeben und so in eine bildsame Masse verwandelt. Diefe Masse nun wird in Platten oder Scheiben gepreßt, die so erhaltenen Blöcke werden in dünne Platten oder durch Spiralschnitte in Riemen geschnitten, dann gesponnen oder sonst weiter verarbeitet. Zu dem Gebrauch 2 und 4pflegt man den K. zu vulkanisiren, und zwar mischt man ungefähr 5 kg. Schwefel oder eines Schwefelmetalls, 3. B. Schwefelantimon, Schwefelwismuth etc., bei einer Temperatur von 50—60O. mit 15kg. K. und unterwirft das Ganze der Einwirkung einer Hitze von 120—130 C. Dadurch sichert man dem K. seine Elastizität und ertheilt ihm zugleich die Fähigkeit, eine Temperatur von mindestens 400° E. (204 C.) ohne Nachtheil auszuhalten; s. auch d. Art. Firniß. — Man färbt den K., indem man denfelben zuerst mit einer Auflösung von reinem K. in rektifizirtem Terpentinöl dick überstreicht, dann die mit Terpentinöl und etwas Kautschukauflösung vermischten Farben aufträgt und zuletzt mit der ersten Kautschuklösung wieder überstreicht. Ein sehr schöner Firniß aus Abfällen von vulkanisirtem K. wird hergestellt, wenn man diese Abfälle in einem irdenen Topf vorsichtig schmilzt, nach dem Absetzen der Unreinigkeiten die geschmolzene Masse auf kaltes Metall ausgießt, wodurch man eine bröckelige Platte erhält, deren Stücke man in Benzol löst u. wieder abfetzen läßt. Dieser Firniß kann in goldgelber bis brauner Farbe für Metall dienen. Scno.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 162Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 12

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Pflanzenreich 6