Korkteppich, m., Linoleum, n., franz. tapis-Iiége, m. engl. Cork-floor-eloth. Dieser Bodenbeleg wird in England nach patentirtem Verfahren gefertigt, wobei grob pulverisirtes Korkholz und oxydirtes Leinöl die Hauptbestandtheile bilden. Die Masse wird schließlich auf wasserdichtes Segeltuch 2m dick aufgetragen u. mit demselben durch Walzen aufs engste verbunden. Diese gewebte Unterlage fehlte bei dem früher so berühmten Kamptulikon, weshalb beim sogen. Schwinden der Böden oftmals Bruch oder Senkung entstand, und diese Mängel führten zu dessen Verdrängung durch das neue Fabrikat. Es besitzt eine sehr große Dauerhaftigkeit und Weichheit, ist beinahe unempfindlich gegen Wasserdampf, Feuchtigkeit, Hitze und Kälte und hebt das Geräusch des Gehens fast vollständig auf. Die Geschmeidigkeit dieser Bodenbelege gestattet deren Aufrollen in beliebiger Länge, bis zu 30 m.; die Breite ist 182 em. und passen die Kanten der Stücke so genau zusammen, daß dieselben auch in großen Salons ein ununterbrochenes Dessin bilden. Während für Hausgänge und Treppen meist abgepaßte Läufer gewählt werden, sind die für Zimmer bestimmten Linoleumteppiche in verschiedenen Dessins bedruckt und kann die Farbe nach Maßgabe der Tapeten od. Möbel gewählt werden. Vermöge inniger Verbindung mit der Grundmasse erhalten sich die brillanten Farben jahrelang frisch u. werden später für geringe Auslage neu aufgedruckt. Die Anwendung des Linoleum bei Neubauten ist ganz besonders zu empfehlen, da es nur die allerbilligste Unterlage erfordert und weder Feuchtigkeit noch Staub durchläßt, gleichzeitig aber auch den Zimmern und Korridors eine gewisse Eleganz und Komfort mittheilt. In der Regel läßt man Linoleumteppiche permanent liegen und daher festmachen. Vor allem werden Unebenheiten ausgefüllt — bei Steinböden durch Portlandeement, bei alten Holzböden durch eine Mischung von Sägmehl mit Kleister oder Leim; glatte Legung wird erleichtert, wenn man die Oberfläche des Linoleums unmittelbar vorher mit heißem Wasser abwäscht, was bes. bei Treppenläufern nöthig ist. Letztere werden mit den üblichen Messingstäbchen befestigt, bei anderen Läufern und beim Zusammenfügen mehrerer Stücke ist ein Festmachen nicht nöthig (außer mit wenigen Stiftchen), weil das Linoleum zufolge seiner Schwere und Geschmeidigkeit sich flach an Miothe Heidelberg den Boden anschließt. Oft wird jedoch theilweise Befestigung vorgenommen, indem man Leinwandstreifen auf den Boden spannt und die Kanten der zusammengepaßten Stücke darauf klebt, während an stark frequentirten Stellen ein totales und direktes Aufkleben an den Boden mittels Tapezierkleister die Dauerhaftigkeit bedeutend erhöht. Auf Steinplatten ist der beim Einkauf mit zu beziehende Linoleumeement als Klebmaterial nöthig. Zu etwaiger Einfassung von Läufern und Vorlagen liefern die Fabriken gezogene Messingkanten, ebenso Messingecken, Messingstifte, Messingbänder u. messingene od. verkupferte eiserne Stäbchen für Treppen. Das Reinigen geschieht für gewöhnlich durch Kehren, von Zeit zu an mittels Wasser u. Bürste (Soda ist zu vermeiden). Linoleum wäscht sich leicht und ist augenblicklich trocken gerieben, da das Material keine Wassertheile absorbirt u. den Schmutz nur schwer annimmt, bes. wenn der schnell trocknende (geruchlose) Linoleumfirniß von Zeit zu Zeit angewendet wird.