Krapp, m., frz. garance, f., engl. madder (Rubia, Fam. Kubiaceae), Färberröthe (s. d.), eine Pflanze, deren Wurzelstock, Krappwurzel, gepulvert wird u. dann zur Herstellung des Krapproths, Alizarin, frz. alisarine, f.,engl. alizarine, dient, einer der geschätztesten rothen Farben. Man baut K. im mittlern und südlichen Deutschland, in Holland, Belgien, Ungarn, der Levante re. Außer den im Art. Färberröthe genannten Sorten enthält auch der westindische u. der herzblätterige K., Rubia cordifolia, Farbstoffe, die aus den Wurzeln der verschiedenen Arten auf verschiedene Weise erhalten werden können. Auf den Anbau der Krapppflanzen wird große Sorgfalt verwendet. Im Handel kommt derselbe gewöhnlich gemahlen vor und hat je nach seinem Ursprung verschiedenes Aussehen. Nach chemischen Untersuchungen enthält derselbe hauptsächlich 2 verschiedene rothe Farbstoffe; jedoch finden sich auch noch gelbe und braune Farbstoffe in ihm. Die beiden rothen Farbstoffe hat man mit dem Namen Krapproth (s. oben) u. Krapppurpur (Purpurin), irz. purpurine, f., belegt. Außer diesen enthält die Krappwurzel noch gelbe und braune Farbstoffe. Die gelben hat man mit dem Namen Rubiaein und Kanthin, Krappgelb, franz. xanthine, die braunen mit dem Namen Krappbraun belegt. Der K. findet seine Anwendung in der Wollen⸗ und Baumwollenfärberei. Man unterscheidet zwei wesentlich verschiedene Arten von Krappfärberei, nämlich die Türkischrothfärberei und die gewöhnliche Krapprothfärberei. Das Türkischrothfärben erheischt eine große Anzahl von Färbe-Operationen, welche von der Wissenschaft noch nicht gehörig erklärt und daher auch nicht vereinfacht werden konnten, und die wir hier kurz andeuten wollen. 1. Das Waschen der Baumwolle in kochender Potaschenlauge. 2. Ein Wasserbad, worin Potasche, Olivenöl und Schafmist vertheilt ist; die Wolle wird ausgerungen und getrocknet. 3. Ein Oelbad, durch welches die Wolle zu passiren hat; eine Emulsion von Olivenöl mit Wasser u. Potasche. Diese Operation wird, wie die vorhergehende, viermal wiederholt, dann wird 4. die Wolle im Wasser ausgewaschen u. getrocknet; 5. warmer Galläpfeldekokt und Schmack, Ausringen und Trocknen; 6. Passiren des Alaunbades; einer mit Kreide versetzten Alaunlösung; 7. giebt man ein zum Kochen erhitztes Krappbad, bestehend aus Krapp, Schmack u. mit Galläpfel versetztem Blutwasser; 8. kocht man bei höherem Druck in Wasser, welches mit Orleans, Kleie, Potasche u. Seife versetzt ist; auswaschen; 9. kocht man mit Wasser, Seife und mit Salpetersäure und Salzsäure versetztem Zinnsalz, wäscht mit Wasser aus und trocknet. Prüfung des K.s. Der im Handel vorkommende K. enthält natürlich wechselnde Mengen von Farbstoffen. Die rothen Farbstoffe desselben sind für die Güte namentlich maßgebend. Um nun den Gehalt des K.s an Farbstoffen IEIDELBERG O Universitätsbi „zu beurtheilen, hat man vor allem den Wasserstoffgehalt des Kis zu ermitteln, indem man einfach ein gewogenes Quantum bei 1000. trocknet u. dann aus dem Gewichtsverlust die Feuchtigkeitsmenge berechnet. Sodann hat man „eine Farbenskala herzustellen. Man macht sich eine gewisse Anzahl gleichgroßer, mit Alaunlösung gleichmäßig ge⸗ „beizter Kattunstücke, wiegt 1, 2 od. 3 g. einer Krappforte von bekannter Güte ab und bringt jede Probe für sich in „ein Gefäß mit etwa ¾ Liter destillirten, etwa 40ewarmen „Wassers und bringt dahinein ein Stück Kattun. Das Ganze erwärmt man dann 1—2 Stunden auf 70 u. kocht zuletzt / Stunde anhaltend. Der Kattun wird dann gut gewaschen und getrocknet, jede Probe in zwei gleiche Theile getheilt u. die eine Hälfte in ein Seifenbad, bestehend aus 4 Liter Wasser und 10 g. Seife, gebracht, / Stunde auf 40 erwärmt, dann in einem Bad aus 4 Liter Wasser und 4 g. Salpetersäure bei 40° ½ Stunde lang gelassen und nachdem es noch ein dem ersten gleiches, aber siedendes „Seifenbad passirt hat, gut gewaschen und getrocknet. Hat man nun eine andere Krappsorte zu prüfen, so verfährt man mit einem abgewogenen Quantum genau so, wie bei Herstellung der Farbenskala, u. färbt damit ein Stückchen Kattun. Vergleichung der Farben auf den Zeugen ergiebt den Werth der geprüften Krappsorte. Krappe, k., s. den Art. Kriechblume. Krappertrakt, m., der gemahlene oder durch Gährung gereinigte Krapp, Krapphlumen, wird mit Holzgeistod. Aceston, d. h. Brenzessiggeist, welchen man für sich allein oder mit Alkohol gemischt anwendet, durch Maceriren u. Auspressen gesättigt. Der aus dieser gesättigten Lösung durch einen Zusatz von Wasser gefällte Niederschlag bildet nach [dem Filtriren und Trocknen den Krappextrakt. Will man die Bildung des Niederschlags beschleunigen, so macht man das Wasser mit Schwefelsäure schwach sauer; der Niederschlag muß aber dann gutmit Wasser ausgewaschen werden.