Kreide, k., I. (Miner.), frz. craie, f., engl. chalk, weißer, weicher, erdiger Kalkstein, der sich in größerer Verbreitung, besonders in Frankreich, England, auf der Insel Rügen u. in Holland, meist wohl als Meeresablagerung aus Krusten kleiner Kalkschalthierchen, findet. Die Kreide ist porös und färbt leicht ab, man bedient sich daher derselben zum Schreiben, als Beimischung zu den meisten Seimfarben etc. Plänerkalk ist unreine Kreide. Man unterscheidet Obere K., franz. eraie blanche, engl. upper chalk, die gewöhnliche weiße K., mittlere K., franz. eraie grossière, engl. Chall-marl. s. Kalkmergel, ist gröber u. unreiner, und untere K., frz. glauconie f. Crayeuse, craie chloritée, engl. green chalk, Iower chalk, ist chloritisch, sieht grünlich aus. II. Es giebt noch andere Körper, welche gleichfalls den Namen K. führen, aber aus ganz anderen Bestandtheilen zusammengesetzt sind; z. B. 1. rothe K., auch Röthel, Rothstein gen., ein Gemenge von Thonerde und Eisenoxyd; 2. schwarze K., ein kohlenstoffreicher Alaunschiefer; 3. Uthographische K., künstlich bereitete fettige Masse, bestehend aus Wachs, Seife, Talg, Schellack und Ruß. Man bedient sich derselben zum Zeichnen auf die lithographischen Steine; 4. grüne K., a) eine dichte, grüne Kreideart; wird durch Glühen roth; b) arsenilfreie Kupfergrünfarbe, s. d. Art. Grün B. I. e. 5. Der Talk wird auch spanische K., Briangon-K., venetianische K., Schneiderkreide genannt, s. Talk; 6. ebenso wird der Speckstein (s. d.) spanische K. genannt.