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NaturlehreBau-Lexikon 1881

Kalksode, k., so heißen aus Kalkerde gestrichene, wenig gebrannte Ziegel, die dann in Wasser aufgelöst werden. Man macht auf diese Weise die beim Brechen etc. entstehenden Bröckchen und Abfälle zu gute. lisée, calcaire, m., engl. calcareous, spar, wird der in der Natur vorkommende krystallisirte kohlensaure Kalk genannt. Die reinste Art desselben ist der Doppelspat; andere Kie enthalten häufig geringe Mengen anderer Bestandtheile, wie Eisen, Mangan und Talkerde. Der K. krystallisirt vornehmlich in Rhomboédern, die Krystalle des Arragonits (s. d.) unterscheiden sich von denen des K.s; sie sind nur nach einer Richtung vollkommen theilbar und von muscheligem Bruch. Die reinsten Kalkspatvarietäten sind vollkommen farblos und durchsichtig und mit ausgezeichneter Strahlenbrechung begabt. Die grünlich, gelblich oder graulich gefärbten K.e sind mehr oder weniger undurchsichtig. Das spezif. Gewicht schwankt zwischen 2,66— 2,8. Die Härte ist gering, der Strich weiß. In Säuren ist der K. leicht und vollkommen unter Kohlensäureentwickelung löslich. Die Hauptfundorte des K.s sind der Harz und das sächsische Erzgebirge. Balkstein, m. (Miner.), frz. alcaire, m., engl. Iimestonè. So heißen diejenigen Gebirgsmassen unserer Erdrinde, welche kohlensauren Kalk zu ihrem Hauptbestandtheil zählen und zu den verbreitetsten Gebirgsarten der Erdrinde gehören. Nach ihrer Textur theilt man die Kee in krystallinische, körnige und dichte. Als Beimengungen kommen vor: Kieselerde, Thonerde, Eisen, Mangan, Magnesia und Alkalien, auch Phosphorsfäure, namentlich in solchen Kren, welche viel Muschelschalen enthalten. Die krystallinischen Ke, welche sämtliche Arten des Marmors umfassen, sind größtentheils frei von organischen, bituminösen Substanzen, während die übrigen K.e Spuren oder beträchtlichere Quantitäten organischer Substanzen enthalten. Die Härte der Kalksteinsorten ist verschieden. Die reinsten K.e haben die Härte des Kalkspates. Ueber die zum Bau und zur Mörtelbereitung derwendbaren Kee s. d. Art. kalkige Gesteine. Balksteinschiefer, w. (Miner.), s. v. w. Kalkschiefer. KRalktuff, m. (Miner.), ein poröser Kalkstein, welcher sich aus kalkreichen Quellwässern absetzt. Die Farbe ist graulich⸗ und gelblichweiß, der Bruch uneben oder erdig, mit zahlreichen Höhlungen u. Blasenräumen, im Innern gewöhnlich mit Kalkspaten in einer tropfsteinartigen und nierenförmigen Gestalt, die, wenn die Höhlungen gänzlich zugewachsen, als regelmäßig weiße Flecken erscheinen. Der K. erhärtet stark an der Luft. Reiner K. wird von der d Witterung weniger als der thonige angegriffen; letzterer e SIEIIoTHEE zerfällt, wenn auch langsam, zu kalkreichem Boden. Vgl. auch d. Art. Bröckeltuff, Duckstein, Konfektstein re. tKalktünche, f. 1.eigentl. Tünche (s. d.) beim Putzen. — t2. Auch für Anstrich mit Kalkfarbe gebraucht; s. Kalkmilch. Kaltzwasser, u., s. d. Art. Kalk. Gebraucht wird es „zum Abkalken (s. d.), zum Beizen (s. d. A. 2.) etc. Aallenschnitt, m. (Forml.), s. v. w. Zickzack (s. d.). Kalliope Mythol.), Muse der hervischen Gedichte (Heldengedichte, Epopöen), eigentlich vornehmste Muse, hälteine Tuba oder Trompete, mit einem Lorberzweig umwunden.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 138Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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