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ErdkundeBau-Lexikon 1881

Kreis, m., frz. cercle, m., engl. cirele. I. Eine ebene Figur, von einer krummen Linie so eingeschlossen, daß die geraden Linien, welche bis zum Umfang aus einem bestimmten, innerhalb liegenden Punkt gezogen werden, von gleicher Länge sind. Dieser Punkt heißt der M ittelpunkt od. das Centrum, die begrenzende krumme Linie die Kreislinie, auch die Peripherie, die begrenzte Figur die Kreisstäche. — Jede gerade Linie, welche vom Mittelpunkt an den Umfang gezogen wird, heißt ein Halbmesser oder Radius; eine gerade Linie, welche zwei Punkte des Umfängs mit einander verbindet, eine S ehne oder Chorde. Geht diese durch den Mittelpunkt, so wird sie zum Durchmesser. Jede gerade Linie endlich, welche in einem Punkt der Peripherie senkrecht auf dem zugehörigen Halbmesser steht, ist eine Berührung slinie oder Tangente. Aus dem Radius v berechnet man den ibliothek Heidelberg Amfang U und Flächeninhalt F des Kreises mit Hülfe der — 2. Die zuerst von Kochansky angegebene Konstruktion, welche sich besonders dadurch empfiehlt, daß sie mit einerlei Zirkelöffnung ausgeführt werden kann. Man zieht den Durchmesser AB, Fig. 2389, und durch den Endpunkt B eine Tangente BE. Den Halbmesser B trägt man von B nach F, schlägt aus B und F(mit der nämlichen Zirkelöffnung) Kreuzbogen bei G, und zieht OG, welches der Tangente BE in D begegnet. Trägt man nun auf D E von D aus den Halbmesser dreimal ab bis E, so ist A E sehr nahe gleich dem halben Umfang des Kreises, u. zwar bis auf 0,%r. II. Der K. ist Symbol der Ewigkeit (s. d.), kommt auch als Heroldsfigur in Wappen vor; s.d. Art. Heroldsfigur 10.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 225Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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