Krystalldruse, f. (Miner.), Gruppe von gewöhnlich unvollkommenen Krystallen, die auf gemeinschaftlicher, meist fremdartiger Basis aufgewachsen sind. Hrhnstallfenster, n.; die Fenftergewände bestehen aus e hohlgeschliffenen Stäben von gegossenem Krystallglas mit oder ohne Verzierung, welche lüngs hinab Falze haben zum „Einkitten der Scheiben; größere Pfeiler werden aus einzelnen Stücken gefertigt, die man dann zu einem festen „Ganzen verbindet mittels eines metallenen Spannstabes, 1der durch die Mitte der Pfeiler von einem Ende zum an1dern reicht, durch Schrauben befestigt und mit einem ver1silberten Rohr überzogen ist, wodurch der Glanz des Glases wesentlich erhöht wird. Die Glastafeln werden an diesen Pfeilern durch ein wenig, selbst in geringer Entfernung kaum sichtbaren, weißgrauen Kitt festgehalten. Hrystallglas, n., feinstes Bleiglas, s. d. Art. Glas. krystallinische Gesteine, d. h. krystallähnlich gestaltete Gesteine; es sind dies meist solche, welche zur Grundmasse oder zum charakterisirenden Gemengtheil Quarz haben. Vermengt sind sie mitunter mit Thon, Eisenoxydhydrat, (Feldspat, Glimmer, Feldstein, Turmalin und kohligen Theilen. Sie zeichnen sich durch große Härte vor allen „Gesteinen aus, sind unschmelzbar und sehr spröde. krystallisirter Ouarz, m., s. d. Art. Bergkrystall. Arystallographie, f., ist die Lehre von den Gesetzen, nach welchen die Krystalle durch Flächen begrenzt sind. Außer den Flächen hat man dabei noch als Begrenzungselemente zu beachten Kanten, frz. aréte, engl. edge, und Ecken, frz. somumet, engl. solid angle. Es giebt einfache und zusammengesetzte Krystallormen (Kombinationen). An den ersteren findet man nur gleichnamige Flächen, an den Kombinationen sind ungleichnamige Flächen vorhanden;, man kann einfache Formen aus den Kombinationen dadurch bilden, wenn man die eine oder die andere Art gleichnamiger Flächen der Kombinationsform bis zum Verschwinden der andern sich vergrößert denkt. Die dadurch entstehende Form heißt die Grundform. In einem Krystall kann man sich durch dessen Mittelpunkt hindurch Linien so gelegt denken, daß die vorhandenen Flächen in Beziehung auf diese Linien symmetrisch liegen. Solche Linien nennt man Achsen. Nach der Lage, dem Verhältnis der Länge der Achsen zu einander, theilt man die Krystallformen in verschiedene Krystallsysteme, franz. Systermne oristallin, engl. erystal-system. Die Hauptabtheilungen, auf welche die verschiedenen Gestalten zurückgeführt werden können, sind folgende: 1. Das regulüre (tesserale) System, frz. s. régulier cubique, engl. onometric, tesseral s., welches sich dadurch auszeichnet, daß alle seine Formen auf drei unter einander rechtwinklige, vollkommen gleiche Achsen a, b, C (Fig. 2434½) bezogen werden können. Von diesen Achsen kann man jede als Hauptachse nehmen. Als Grundgestalt dieses Systems betrachtet man das Onktasder, Fig. 2434², = O, eine von 8 gleichseitigen Dreiecken begrenzte Form (Alaun, Rothkupfererz). Als einfache Formen des regulären Systems betrachtet man ferner: den Würfet (Fig. 24345) oder Herasder O0 00 (Flußspat, Kochsalzeac.); das Rhomben.Dodekasder 0 (Granat, Phosphor etc.), Fig. 24344, das Cetrakis-Herasder, Fig. 24346 (4946-Flächner) m O 00 (Flußspat, Gold, Kupfer); Fig. 2434 das Triakis-Oktasder (3948-Flächner) m (Diamant, Bleiglanz etc.); Fig. 2434, das Ahositetrasder (24 Trapeze)⸗mOm (Oeucit, Analeimec.); das Cetrasder (4-Flächner, Hemioktasder) O,2 (Fahlerz, Zinkblende etc.), Fig. 2434e, das Pentagon-Dodekasder (12 symmetrische Fünfecke Eisenkies), Fig. 2434. Die aufgezählten einfachen Formen bilden eine sehr große Zahl von Kombinationen unter einander. Erscheinenz. B. an einem vorherrschenden Oktasder die Flächen des Würfels untergeordnet als Abstumpfungen der Oktasderecken, so hat man eine Kombination (Fig. 2434˙0) vor sich. Wenn der Würfel vorherrschend ist, so kann eine Kombination Miothek Heidelberg (Fig. 24341⁷ entstehen durch Abstumpfung der Ecken durch die Flächen eines Oktasders etc. 2. Das guadratische oder tetragonale System, franz. 8. tétragonal, quadratique, engl. dimetric, quadratie 8., hat 3 zu einander rechtw inklig stehende Achsen (Fig. 2434½⁷), von welchen zwei gleichlang, a und b(Nebenachsen),eine ungleichartig, (Hauptachse). Für die genaue Beschreibung jeder in diesem System krystallisirenden Form geht man von einer guadratischen Pyramide =E aus. Wird die Hauptachse dieser Pyramide unendlich lang, so entsteht das quadratische Prisma P. Spitze quadratische Pyramide s. in Fig. 243448, stumpfe Fig. 24344, Prismen Fig. 24341 und 16. Kombinationen des quadratischen Systems entstehen durch Abstumpfung (Fig. 243416) der Ecken einer Grundform; z. B. bildet sich eine Kombination durch Abstumpfung der Endecken einer quadratischen Pyramide durch die Endflächen des Prisma, Fig. 243447 (gelbes Blutlaugensalz). Oder es können auch die Endecken einer Grundform P zugespitzt werden durch eine stumpfere Pyramide; oder die Kanten eines quadratischen Prisma werden durch die Flächen eines zweiten gerade abgestumpft etc., Fig. 243418. Im quadratischen System krystallisiren: schwefelsaures Nickeloxydul, Zinnoxyd (Zinnstein), Kupferkies, Rutil (Titansäure) etc. 3. Das hexagonale System, frz. s. hexagonal, rhom-SIEIIoTHEE bosdrique, engl. bexagonal, rhombobedral 8. Die Krystalle dieses Systems haben 3 gleichartige Achsen, a und b (Fig. 243445), welche in einer Ebene liegen und unter Winkeln von 66 zu einander geneigt sind (Nebenachsen), und eine ungleichartige Achsee, welche auf den Nebenachsen senkrecht steht. Als Grundform in diesem System nimmt man eine heragonale Pyramide (Fig. 2434²⁰⁰ an, welche durch 12 gleichschenkelige Dreiecke begrenzt ist. Eine andere Pyramide 2. Ordnung, welche sich von einer Pyramide 1. Ordnung dadurch Unterscheidet, daß die Seitenkanten da liegen, wo bei denen der 1. Ordnung die Seitenecken liegen, wird z. B. bezeichnet mit m P 2, wobei mbezeichnet, wie die Hauptachse, die Zahl 2 hinter Paber, wie die Nebenachsen von den gehörig vergrößert gedachten Flächen anders geschnitten werden, als bei der Grundform. Flächen, welche mit den Nebenachsen parallel laufen und die Hauptachse schneiden, heißen Endflächen. Entsprechend den Prismen des quadratischen Systems, giebt es auch heragonale Prismen α und ο P 2. Von den hexagonalen Pyramiden leitet sich eine sehr wichtige hemisdrische Form ab, wenn man die abwechselnden Flächen derersteren wachsen u. die dazwischen liegenden verschwinden läßt; dadurch entsteht ein Rhombosder (Fig. 243470), welches durch 6rhombische Flächen begrenzt wird. Das krystallographische Zeichen für das Rhombosder wäre eigentlich — oder . da aber diese Formen sehr häufig vorkommen, so bezeichnet man dieselben mit Kstatt 10 und mit mK statt 2785 — Eine andere hemisdrische 3Form leitet sich von der symmetrisch-zwölfseitigen Pyra⸗ „mide ab: man erhält auch dieselbe Form, welche man Skalenosder (Fig. 2434²2) nennt, wenn man sich die Hauptachse eines Rhombosders auf das Dreifache verlängert und durch die so erhaltenen Punkte auf der Hauptachse und durch die Seitenkanten des Rhombosders Flächen gelegt denkt. Kombinationen des hexagonalen Systems entstehen auf analoge Weise, wie Kombinationen des quadratischen Systems. Im hexagonalen System krystallisiren die Mineralien: Titaneisen, Magnetkies, Pyromorphit re., hemisdrisch: Quarz, Korund,‚ Eisenglanz, Kalkspat, Eisenspat rce. Eis u. Schnee krystallisiren gleichfalls hexagonal. 4. Das rhombische System, frz. s. orthorhombique, rhombique, engl. trimetric, rhombic s., zeichnet sich durch 3 zu einander rechtwinklige Achsen (Fig. 24343) aus, die sämtlich ungleichartig und einzelne Achsen sind. Jede diesem System angehörende Krystallform ist daher oben und unten anders ausgebildet als links und rechts, und vorn und hinten wieder anders, und diese 3 Richtungen sind rechtwinklig zu einander. Als Hauptach se e betrachtet man diejenige Achse, nach deren Richtung sich die Krystalle vorzüglich ausgebildet finden, und stellt sie vertikal. Die längere Nebenachse beh heißt Makrodiagonale, die kürzere a a Brachydiagonale. Als Grundform dieses Systems nimmt man eine rhombische Pyramide (Fig. 24340, eine von 8 ungleichseitig-dreieckigen Flächen begrenzte Form, und bezeichnet sie mit P. „Außer der Grundform kommen auch noch andere Formen vor, deren Flächen eine oder mehrere Achsen in einem andern Verhältnis schneiden, als es bei der Grundform der Fall ist. Denkt man sich in der Grundform die Länge der Hauptachse zu O verkürzt, so hat man eine Fläche, welche, parallel mit sich selbst verschoben, durch die Hauptachse geht und parallel mit den Nebenachsen läuft; man nennt diese Fläche basische Endfläche OF. Wird die Hauptachse unendlich groß, so geht die rhombische Pyramide in das rhombische Prisma über. Die horizontal liegenden Prismen heißen Doma. Makrodiagonales Doma nennt man dasjenige Doma, bei welchem die Kanten der Makrodiagonale parallel liegen. Beim brachydiagonalen Doma laufen die Kanten mit der Brachydiagonale parallell. Die hemisdrische Form aus der rhombischen Pyramide, das rhombische Sphenosder (Fig. 2434 und ), entsteht auf ähnliche Weise, wie das Tetrasder aus dem Oktasder. Die Kombinationen dieses Systems sind sehr manchfach, und namentlich die Kombination des rhombischen Prisma u. der rhombischen Pyramide (Fig. 243427) ist am schwefelsauren Kali beobachtet. Rhombisch krystallisiren die Mineralien: Schwefel, Antimonglanz, Kupferglanz, Schwerspat, Anhydrit, Arragonit, Weißbleierz etc. 5. Das monoklinische, monoklinvödrische System, frz. s. Klinorhombique, engl. monoclinic, clinorhombic s., hat ebenfalls 3 ungleichartige Achsen (Fig. 2434²˙), wovon zwei, ee und bb, einen schiefen Winkel mit einander bilden, während die dritte, aa, bb und oe, auf diesen beiden senkrecht steht. Als Hauptachse wird von den beiden schiefwinkligen diejenige gewählt, nach deren Richtung der Krystall vorzugsweise ausgebildet ist, die andere als Alinodiagonale bb bezeichnet, während die dritte die Orthodiagonale à a heißt. Die Grundform, die monoklinosdrische Pyramide (Fig. 2434²0), hat 8 ungleichartige Flächen; mit +P bezeichnet man die vier Pyramidenflächen, die dem spitzen Winkel des Achsensystems gegenüber liegen; mit — P die anderen vier Flächen. Außer dieser Pyramide existiren drei Arten von Prismen, zwei davon nennt man Hemidomen das dritte Klinodoma. Monoklinosdrisch krystallisiren: Kupferlasur, Gips, Hornblende etc. 6. Das triklinische, triklinvödrische System, franz. s. klinoédrique, engl. trichinic, olinorhomboidal s., hat drei unter schiefen Winkeln zu einander geneigte Achsen (Fig. 243460). Als Hauptachse nimmt man wieder diejenige, in deren Richtung vorzugsweise die Ausbildung des Krystalls stattfindet. Die Nebenachsen werden makrodiagonal und brachydiagonal genannt. Das triklinosdrische System bildet den vollständigsten Gegensatzzum Tesseralsystem da es ihm gänzlich an Symmetrie mangelt. HEIDELBERG O Universitatsb Alle Kombinationen dieses Systems sind aus einzelnen Flächenparen zusammengesetzt; für jede Fläche findet sich immer nur eine gleichartige, die parallele. In diesem System krystallisiren nur wenige Substanzen, z. B. Kupferpvitriol (Fig. 2434, Albit. Ueber die Messung der Krys. d. Art. Reflexionsgoniometer.