Combustören nannten die ältern Chemiker solche Elemente, welche die Fähigkeit haben, sich mit andern unter Feuererscheinung (combustio) zu verbinden. Es gehört üte vor allem der Sauerstoff, welcher der mächtigste 97uele Niot ist, ferner der Schwefel, in dessen Dampf viele Metalle verbrennen, das Chlor, in welchem Arsen und Antimon erglühen. Die neuere Chemie hat diese Unterscheidung aufgegeben. Oome (ital.), wie; C. sta, wie es dasteht (ohne Verzierung); wie geht's? OComedia. Dieser span.⸗portug. Name deckt sich keineswegs mit dem, was die alten Griechen und Römer comoedia nannten, oder mit dem, was man jetzt in Deutschland unter einer Komödier verstaht. Er bezeichnet im allgemeinen das gesamte nationgle Kunstdrama der Spanier, so wie es sich in der Zeit seiner höchsten Blüte unter Lope de Vega und Calderon entfaltet hatte, und zwar mit vollem Rechte, da die verschiedenen Formen der comediap den wesentlichsten Hauptbestand des so unendlich reichen, nach vielen Tausenden zählenden Repertoires der span. Bühne ausmachen. Die span. Komödie ist kein Lustspiel; Scherz und Ernst, Tragik und Komik verschmelzen darin zu einem eigentümlichen Ganzen: bald wiegt das tragische Element vor, bald das komische, bald sind beide gleich stark vertreten. Da der Name «Tragikomödied aber gemeinhin eine zwitterhafte Mißgeburt bedeutet, so darf man ihn nicht zur Erläuterung von comedia benutzen, sondern übersetzt den Begrist am besten durch: Schauspiel. Eine Scheidung aller portug. Dramen in Lustspiele und Trauerspiele ist angesichts der erwähnten Mischung nicht möglich, und das stärkere Vorwiegen des Ernsten oder Heitern kann nicht die Grundlage der notwendigen Klassifi ierung aller comedias bilden. Nur ein äußerliches Merkmal bestimmt, welchen Namen ein Bühnenstück erhält; jedes Stück, das in drei Akte Gornadas =Tagereisen, weil urs rünglich jeder Akt die Handlung eines Tages umsaffen sollte) geteilt und in Versen geschrieben ist, heißt C. Kürzere Stücke, und in Prosa geschriebene gehören in die Klasse der Autos, der Loas oder Farças und der Entremeses oder Sainetes. Ihrem Inhalte nach zerfallen alle Schauspieler in comeédias divinas, d. h. in religiöse oder geistliche, und in comedias humanas, d. h. weltliche. Die weltlichen wiederum werden in verschiedene Unterabteilungen gesondert, deren Grenzen freilich sehr bewegliche sind. Nicht die Dichter selbst haben ihre Schöpfungen um bestimmter charakteristischer Züge willen, in die eine oder die andere Gruppe gewiesen; nur das Publikum hat sie nach gewissen äußerlichen Merkmalen geschieden in a) Comedias heroicas oder historiales, Heldenstücke oder geschichtliche Schauspiele. Könige, Fürsten und Helden treten darin auf. Ihr Stoff ist also historisch oder knüpft doch an historische und sagenhaft historische Personen der National-oder der allgemeinen Weltgeschichte an. Sie sind von ernstem Charakter, oft hochtragisch. Doch sind fast immer ränkevolle Nebengeschichten mit der Haupthandlung verwebt, und der Gracioso (s. d.) verfehlt nicht, mit seinen Maum und witzigen Glossen be Komik zu sorgen. an nennt die Heldenstücke auch comedias deriudo, Spektakelstücke, weil sie einen ½ Aufwand von Kostümen, Dekorationen und Maschinerien erfordern; doch fallen in die gleiche Kategorie viele der mythologischen und Mirakelstücke, sodaß die Bezeichnung keine festbegrenzte ist. b) Comedias de capa y espada, Mantel⸗ und Degenstücke. Sie bewegen sich in feinen und gebildeten Lebenskreisen, aber immerhin in der Sphäre des gewöhnlichen Lebens: ihre Figuren tragen daher die Modetracht des — Adels, die capa, d. h. den kurzen Mantel als Kleid, und die espada, d. h. den Degen als Waffe. Sie sind zum Teil romantische Schauspiele, nach dem Leben oder nach ital. Novellen und oft erschütternd und voll an⸗ und In Pathos; am häufigsten aber sind es Lust⸗ und Intriguenspiele, deren Triebfeder Liebe, Eifersucht und der span. Ehrenpunkt sind. Das religiöse, sittliche, politische und gesellschaftliche Leben der Spanier im 16. und 17. Jahrh. spiegelt sich lebendig in ihnen ab. c) Comedias de figuron, Charakterkomödien. Es sind solche Jntriguenstücke, in denen eine, oft bis zur Lächerlichkeit und zur Karikatur stark gezeichnete Figur die Hauptrolle spielt. Nahe damit verwandt sind diejenigen Volksschauspiele, welche die Sitten und Unsitten der niedern Stände mit drastischer Derbheit schildern. Man nennt sie gewöhnlich comedias de costumbres. Die geistlichen Schauspieler zerfallen in gomedias divinas, d. h. in solche, deren Stoff biblische Geschichten bilden, und in comedias de santos, d. h. dramatisierte Heiligenlegenden, doch sind diese Stoffe oft so weltlich behandelt, daß sie mit Recht den comedias zugerechnet werden und in direktem Gegensatze zu andern wahrhaft geistlichen Schauspielen, die eine Klasse für sich bilden, den sog. Autos Ein dritte Gattung von Bühnenstücken bilden die Vor⸗ und Zwischenspiele. Die erstern, Loas, d. h. Lobgedichte, genannt, sind dazu bestimmt, den comedias und autos als Prologe voranzugehen. Demgemäß sind sie kurz, und gewöhnlich nichts als ein Monolog oder ein Dialog, durch welchen die Zuschauer in die Absicht des Dichters oder mitten in die Verwickelung des eigentlichen Schauspiels eingeführt werden. Die zweiten, Entremeses, später auch Sainetes genannt, sind scherzhafte, oft burleske Scenen, welche zwischen den Akten der Komödien oder vor den Autos dargestellt wurden. Sie sind häufiger in Prosa als in Versen geschrieben und greifen aus dem bunten heitern Leben der untern Volksklassen irgend ein ergötzliches Ereignis heraus. Das in den span. comedias vorwiegend zur Anwendung kommende Versmaß ist das der achtsilbien Trochäen, doch ist es keineswegs das einzig getattete. Seit Cueva (s. d.) galt es für gut, recht verschiedenartige Vers⸗ und Strophenformen zu gebrauchen, je nach der Natur des Stoffs und der Situationsstimmung. 3. B. sollten erzählende Berichte in Romanzenform auftreten, für Liebesscenen sollte man die Redondillas verwenden, und für Monologe, d. h. für die Stimmung des Erwartens und Bangens, war das Sonett beliebt, u. s. w. OComédie ist die franz. Bezeichnung für Lustspiel (s. d.„vgl. Französische Litteratur.