Leichenhaus, Todtenhaus, u., Gebäude auf Friedhöfen, um Leichen, bei denen man Scheintod vermuthet, einige Tage aufzustellen, bis deren Wiederbelebung oder eintretende Fäulnis die Unsicherheit beseitigt, sowie überhaupt, um Leichen vom Tod bis zur Beerdigung aufzubewahren; es enthält zunächst den eigentlichen Leichensal mit Gestell für die Auflegung der Leiche, mit Klingelzügen, die, sehr leicht beweglich, an die Fingerspitzen etc. der Leichen befestigt werden etc., ferner einen Leichenwaschraum, mit Kessel etc., eine Wohnung für den Wächter, eine große Küche, ein Badezimmer etc., um bei wiederkehrendem Leben die nöthigen Hülfsmittel, Bäder re. anwenden zu können.
Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 276Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei