Lindenbast, m., frz. tille, livret de tilleul, engl. linden-bast, wird bes. in Rußland in großen Mengen jährlich gewonnen und verwendet. Ein größerer Baum giebt fast 1 Ctr. Bast, welcher etwa ein Dutzend Matten liefert. Man schält die ganze Rinde in Röhrenstücken ab und legt sie bis zum Einkritt des Frostes in Wasser. Dann trocknet man die abgetrennten Bastschichten, die man in Bänder reißt, und verfertigt Stricke, Lindenbastseile, frz. Gorde de Über, engl. Enden-cordage, s. Bastseil, sowie Körbe und Matten von verschiedener Feinheit daraus. Mit Stricken und Körben von L. werden in den meisten Bergwerken des Ural die Erze zu Tage gefördert. Die Matten werden entweder geflochten od. auf sehr einfachen Webstühlen gewebt.
Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 288Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei