Bambusa (Bambus), eine von Schreber aufgestellte Pflanzengattung aus der Familie der Gräser, deren Arten vorzugsweise den Tropengegenden angehören. Es sind ausdauernde holzige Pflanzen pvon baumartigem Wuchs, die in den Gegenden, sie einheimisch sind, oft förmliche Waldungen bilden. Die knotigen hohlen und sehr schlanken Stämme dieser baumartigen Gräser übertreffen an Rade die in Die Blarer wachsenden Laub⸗ und Nadelhölzer. Die Blüten sind in Ahrchen gestellt, welche in großer Anzahl zu einer Rispe von oft bedeutender Größe vereinigt sind, sie Gepe sechs Staubgefäße und einen dreiteiligen riffel mit federigen Narben. Die wichtigste und bekannteste Art ist die H1πνά in Ostindien wachsende B. arundinacea Willd.; die Stämme derselben werden bis zu 25 mhoch und am Grunde etwa 20—30 em dick und finden in der verschiedenartigsten Weise Anwendung; die ältern werden zum Baue der Häuser, die ngern zur Anfertigung von Wirtschaftsgerät, zu Waffen u. s. w. verwendet. Ferner werden die hohlen ältern Stämme zu allerlei Gefäßen, Trögen, Rinnen umgearbeitet; auch benutzt man sie zur Versendung des sog. Röhrengummiguttis ( Gummiguttis. In Europa dienen die dünnern etwa 2—4 em dicken Stämme als Spazierstöcke. In China wird aus den Dem Aam der jüngern Triebe ein sehr festes unter dem Namen «Chinesisches Seidenpapier v .2 in Deutschland zum Abdruck von Holzschnitten, I u. s. w. benutztes feines Papier hergestellt. An den Knoten älterer Halme der B. arundinacea finden sich eigentümliche Ausschwitzungen, die hauptsächlich (86 Proz.) aus Kieselsäure bestehen und an der Luft verhärten; sie haben einen zuckerartigen Geschmack, weshalb man sie auch Bambuszucker nennt; bekannter sind sie als Taba-Romen Tabaschir, Tabaxir, unter welchem amen sie in Europa beim Polieren und in der Porzellanfabrikation Anwendung finden. Ahnlich wie die B. arundinacea werden 270 andere Arten benutzt, so die B. Guadua Humb. et Bonpl. und die B. Tagoara Mart. in Südamerika; bei einigen Arten, z. B. bei der letztern, befindet sich in den ältern Stengelgliedern eine süße, klare, wässerige Flüssigkeit, die getrunken werden kann. Von vielen Arten werden die jungen Triebe als Gemüse gegessen, so z. B. von den in Java wachsenden B. Apas Schlecht. und B. verticillata Nild.