Linse, k. optische Linse, frz. lentille, loupe, f. engl. Iens, Glaskörper, welche auf einer Seite von einer Ebene und auf der andern von einer krummen, meist Kugelfläche, oder auf beiden Seiten von Kugelflächen begrenzt werden. Diese sphärische Begrenzung ist zwar nicht wesentlich, aber die gewöhnlichste. Man kheilt die Len ein in konvexe, nach der Mitte zu stärkere oder Sammellinsen, und in konkave, am Rande stärkere oder Zerstreuungslinsen; s. dar. d. Art. konkav B. u. konvex 5.; im letzteren Artikel sind die Figurennummern im Text falsch: Fig. 2355 ist die konkav-konvexe und Fig. 2357 die bikonvexe Linse. Konkav-konvexe o und konvex-konkave Lin heißen auch Menisken. Die Krüm mungsmittelpunkte der L. sind die Mittelpunkte der beiden r begrenzenden Kugelflächen; die Achse ist die gerade Linie,! welche beide Mittelpunkte verbindet. Wenn auf eine L. Lichtstrahlen fallen, so werden diese nach den Gesetzen der Brechung von ihrer Richtung abgelenkt, mit alleinigerAuus-e nahme derjenigen Strahlen, welche durch einen bestimmten Punkt der L., den sogen. oplischen Klittelpunkt, gehen und nur eine kleine Verschiebung erleiden. Bei den bikonvexen und bikonkaven Lin liegt dieser optische Mittelpunkt innerhalb der L.; bei den Planlinsen dort, wo die Achse die! krumme Fläche schneidet, u. bei den Menisken außerhalb. Fallen Strahlen parallel zu der Achse auf die gerade Seite einer plankonkaven oder auf die konvexe Seite einer plankonvexen oder bikonvexen L. auf, so werden diese nach dem Austritt so abgelenkt sein, daß sie sich nahezu in einem Punkt der Achse schneiden, welcher der Hauptbreunpunkt heißt. Die Strahlen aber, welche auf die Planseite einer plankonvexen L. oder auf die hohle Seite einer plankonkaven oder bikonkaven L. treffen, divergiren nach ihrem Austritt, und nur ihre Rückwärtsverlängerungen treffen nahezu in einem Punkt zusammen. Ebenso begegnen sich bei allen bikonvexen Lon alle Strahlen, welche von einem beliebigen Punkt ausgehen, entweder selbst od. in der Verlängerung nahezu in einem Punkt, welchen man, besond. wenn jener Punkt in der Achse liegt, den zu jenem Ausstrahlungspunkt zugehörigen Brennpunkt nennt. Bei konvexen Lin ist der Brennpunkt ein wirklicher, solange der leuchtende Punkt außerhalb der Hauptbrennweite liegt; liegt er dagegen innerhalb, so divergiren die Strahlen nach ihrem Austritt. Betreffs Lage u. Größe der Bilder, die das Auge von den durch Lin gesehenen Gegenständen empfängt, ergeben sich folgende Sätze. Eine Bikonvexlinse giebt ein wirkliches, aber umgekehrtes Bild, wenn sich der Gegenstand außerhalb der Brennweite befindet, u. zwar ist dasselbe dem Gegenstand gleich, wenn derselbe genau um die doppelte Brennweite von der L. absteht; wenn mehr, ist es kleiner; wenn weniger, größer. Befindet sich der Gegenstand im Hauptbrennpunkt, so wird das Bild zu einem Punkt verschwinden; befindet sich derselbe aber innerhalb der Brennweite, so ist das Bild kein wirkliches mehr, dagegen aufrecht und vergrößert. Bikonkavlinsen geben stets nicht wirkliche, aufrechte und verkleinerte Bilder. Bei den gewöhnlichen Lin erhalten die Bilder infolge der verschiedenen Brechung der einzelnen Bestandtheile des weißen Lichtes farbige Ränder; um dieselben zu vermeiden, hat man die sog achromalischen Linsen (s. d.) konstruirt. Nicht eigentlich zu den Lin gehören die Fresnelschen Polygonal-HEIDELBERG O Universitats linsen, welche, aus mehreren Ringen oder Gürteln aufgebaut, die Leuchtthurmblüse umgeben.