Linse, auch Erve oder Linsenerve (Ervum Lens L., Lens esculenta Moench), ist eine der ältesten Kulturpflanzen, gehört I den Hülsenfrüchten, Familie der Schmetterlingsblütler, und wird in Europa sowie auch in andern Erdteilen vielfach angebaut. Der 15—20 em hohe Stengel trägt gefiederte Blätter mit sechs bis acht Blütenparen, und nur die obern Blätter gehen in eine Wickelranke aus. Die Kelchzähne der einzeln oder zu zwei auf langem, blattwinkelständigem Stiel befindlichen Blüten sind so lang oder noch länger als die uchen der weißen, lilafarben geäderten oder hellbläulichen Blume. Die Hülsen sind stark zusammengedrückt, kurz und breit, ein⸗, meistens zweisamig. Es gibt einige Varietäten, die sich durch Farbe und Größe der Samen, durch ein⸗ oder zweijährigen, sowie durch Herbst⸗(Winterlinse) oder Frühjahrsanbau (Sommerlinse) unterscheiden. Die bekannteste Varietät mit großen Samen ist unter dem Namen Hellerlinse bekannt. Die L. liebt lockern, mehr sandigen, als thonigen Boden und ist gegen Dürre wenig empfindlich. Der Anbau der L. erfolgt, wegen der Unsicherheit im Korn⸗ und Strohertrage, selten im Großen, sondern fast nur im Kleinbetriebe. An Saat sind 0,6 bis 2,2 hl pro Hektar nötig; der Ertrag beläuft sich auf 8 bis 20 hl Körner à 75 bis 86 kg und 650 bis 1200 kg Stroh pro Hektar. Die Samen der L. gewähren eine sehr nahrhafte und ohne die Hülsen zugleich leicht verdauliche Speise, während das Stroh dem Wiesenheu an Futterwert gleichkommt. Das Linsenstroh ist ein treffliches Viehfutter, ebenso das grüne Kraut. Aus dem feinzerteilten Linsenmehl wird die Ervalenta dargestellt, ein nahrhaftes Speisepulver.