FeedRaum
ErdkundeBau-Lexikon 1881

Raum zwischen den Häusern einer befestigten Stadt und dem Wall; r.-beam, Sturmwalze. Rampe, f. frz. rampe, f., engl. ramp, ascent, 1. Anschüde, Abstieg, frz. rastelle, engl. ascent, als Auffahrt dienende, also für Wagen befahrbare, meist durch Erdanschüttung hergestellte schräge Fläche, gewissermaßen als Freitreppe dienend; s. appareille, Anberg, Eisenbahn. Die Laderampen, frz. rampes découvertes, für Vieh, Equipagen auf Bahnhöfen sind mit einer Neigung von höchstens 1:12 anzulegen, man hat auch transportable. 2. R. d'escalier, Treppenarm; r. par ressaut, Treppenflucht, die durch einen . W unterbrochen ist. Rampentreppe, k.,s. d. Art. Treppe. Rampico, rampinus, rampo, ramponus, lat., Krampe (. d. u. Crampon). Ram's eye, 8., engl., Loch des Kropfeisens. Ram-tongue, s., engl., s. Adlerzange. Ranche, f., ancher, m., frz., s. d. Art. échelier. Rand, m., lat. Iimbus, 1. Einfassung, s. z. B. Schildrand. — 2. s. v. w. Rain. Randae, f. pl., randi, m. pl., lat., Schranken, Balustrade. Randhlei, n., s. d. Art. Fensterblei 2. NRändeleisen, n., frz. molette, engl. punching-iron, Werkzeug der Drechsler; Stäbchen mit gemustertem Rad, drehbar an einer Handhabe befestigt, womit gekerbte oder ähnliche Ränder an runde Gegenstände angedreht werden. rändeln, trs. Z., franz. aléser, cordonner. Randholz, Nandsomholz, u., franz. ornière, f., engl. fashion-piece (Schiffb.), 1. die krummen Hölzer, welche mit dem Heckbalken u. Wrangen das Gerippe des Schiffspiegels bilden. — 2. Die vom Hintersteven bis an den Heckbalken reichenden beiden unteren Arme derselben; man nennt ihre Verlängerungen Auflanger, Randleiste, frz. rebord. Rondkante u. Randeche, k., s. d. Art. Hexagonal. Random, s., engl. (Bergb.), Sohlenstrecke, Feldstrecke, Gezeugstrecke. Random-eourse, s., engl., Schicht von Steinen ungleicher Dicke, ohne Auswahl. Randstheibe, k. (Hütt.), Scheibe von geschmolzenem Kupfer, wenn es noch nicht rein genug ist. Randstein, m., 1. Brunneneinfassungsstein. — 2. f. v. wie Bordstein und Ortstein. Randstreif, m. (Schiffb.), das oberste Barkholz. Rang, m., im Zuschauerraum moderner Theater s. v. wie Logenreihe oder Gallerie. Range, k. im Flußschiffbau das, was Sente im eigentlichen Schiffbau ist. Range, 8., engl., 1. Flügel eines Gebäudes. 2. Feuerbock. 0 LIOTHEK OELBERG O Universitätsbibli Rangée, f., oourante, franz., gerade Flucht eines Gebäudes. ank, adj., frz. jaloux, faible du coté, engl. crank, heißt ein Schiff, das sich leicht und viel auf die Seite legt. Rank, m. pl., Ränke (Straßenb.), s. v. w. Kehr oder Kehre einer Serpentine. Rankenwerk, Rankenornament, Rankenzug etc., m. (Forml.), franz. ramage, rineeau, pampre, engl. trail, vine-branch, branched ornature ete., Ornament aus einer fortlaufenden und sich verzweigenden Ranke, besteht also statt aus einem Rankenstengel, frz. tige du rinceau, engl. twig, tigee of the trait, und Blättern, Blumen, „Früchten etc.; s. d. Art. Avabesken, Laubwerk, Glied F., Ornamente u. Rollwerk. Ein mit R. ausgefüllter Fries heißt Rankeufries, s. Fig. 2917. Ransoms Flaschenzug, m., s. im Art. Flaschenzug III. Ransoms Steinmasse, k. ein Teig aus kieselhaltigen gemahlenen Stoffen und der Löfung eines kieselsauren Alkalisalzes (s. Wasserglas). Ranzen, m., s. in d. Art. Bauholz F. I. n. 2. Raondha, Garten hinter einer Moschee mit dem Turbeh, d. h. mit dem Grab des Gründers. s. d. Art. Putz; Rauhbewurf und Anwurf 1. Rappverputz, m., hessischer Prov. für Bewurf; s. Putz. Rapsöl, u., frz. huile de colza, s. im Art. Oel. rarsüulig, adj. (Forml.), s. d. Art. Aräostylos. Rasamalabaum, m. (Bot.), s. d. Art. Storax. Rasen, m., Gras, n., franz. gaszon, m., engl. sward, 1. dient zu Belegung oder Bekleidung von Dossirungen, Grabensohlen etc. Man verwendet ihn a) als Flachrasen, indem man einzelne ausgestochene Platten, Kluften, Rasenziegel (Bollen, Soden, Docken, Dolen, franz. gazon, engl. sod) neben einander mit ihren breiten Seiten auflegt; b) als Kopfrasen, gleich Mauersteinen flach über einander gelagert (besonders bei steilen Abdachungen). Die Legung des R.s, die Rasenarbeit, franz. gasonnage, engl. sod-Work, geschieht am besten im Herbst und Frühling: im Sommer nur bei feuchter Witterung, wobei man noch häufig gießen muß. Beim Ausheben des R.s, Abplaggen, Abrasen, schneidet man zunächst mit dem Rasenmesser oder haut mit der Rasenhaue, frz. pioche au gazon, engl. sodmattock, sich durchkreuzende Schnitte in die Rasendecke, frz. gazon de la praire, engl. sward of the meadow, ein, theilt sie also in viereckige Stücke u. hebt diese dann einzeln mit dem Rasenheber, engl. sod-likter, der Rasenschaufel od. dem Rasenpflug, frz. dégasonnoir, charrue à peler, engl. Paring-plough, aus. Vergl. d. Art. Abstechen 10. Die Rasenbekleidungen, frz. revstements en gazon, engl. sodrevetement, sind unter allen Erdbekleidungen die besten, wohlfeilsten; angewendet können sie jedoch blos da werden, wo die zu bekleidenden Flächen nicht zu steil sind, unter Wasser gar nicht; s. übr. d. Art. Deichbau, Decksoden etc. — 2. Graswuchs, der in Kultur gehalten ist, z. B. in Gärten. Rasenbrust, k. (Wasserb.), Rasenbekleidung des Ufers, R an einem Kanal oder Graben. Abfe Rasendach, v. In Oberbayern, Norwegen, Schlesien, die T der Lausitz etc. hat man Rasendächer. Die Dachung ist seitli dann natürlich sehr flach u. wird aus Schalung mit wasser-Gese dicht gemachtem Papierüberzug ([.d. Art. Holzeement) od. K aus Baumrinde od. Rohrschauben u. dgl hergestellt, mit Rech Lehm thunlichst dicht verstrichen, dann mit Erde betragen, R mit Rasen belegt od. besäet. Solange die Lehmschicht dicht. E bleibt od. die sonstige wasserdichte Verwahrung der Sparren aushält, bedarf ein R. fast gar keiner Reparaturen. Raseneisenstein, m., Li. monit, Artstein, ., Sumpferzz, Modererz, u. (Miner.), franz. oxydé des lacs, mine f. de marais, engl. morass ironore,swamp-ore; s. Eisenerz, Eisenstein, Bausteine A. I. 3. 1., Legirung a. etc. Rasenhaupt, m., 1. (Wasserb.) dichte Rasenwand, die in der Mitte von Dämmen, besonders an Fischteichen, eingebaut wird. — 2. s. v. w. Rasenbrust. — 3. Untere Schicht einer Rasenbekleidung. Rasenkohle, k. (Bergb.)/ s. d. Art. Blätterkohle. Rasenläufer, m., Cagegehäuge, n. (Bergb.), Gang nahe unter Tag. Rasenleger, m., franz. gazonneur, engl. builder of SodWorle, Arbeiter, der die Rasenbekleidungen etc. macht; s. Rasen. Rasenparlerre, v. (Gartenbau), s. Parterre. Rasenstein, m. (Hütt.), einzelner Klumpen Raseneisenstein. Rasenterf, m., leichteste U. dichteste Torfart, bei mächtigen Torflagern die oberste Schicht. Hat gewöhnlich fein- oder grobfaserige Struktur und lichte Farbe. Rasière, f., franz., Getreidemäß; s. d. Art. Maß. rastren, trs. Z., franz. démolir, démanteler, engl. boraze, to dismantle, wird das Abtragen von Festungswer ken, das Schleifen, genannt. ö Fig Raso, m., s. d. Art. Elle. Raspel, f., franz. rape, écouane, f. engl. rasp, feilenähnliches Werkzeug von geringem Stahl, weniger hart als WI die Feilen, u. der Hieb aus mehr od. weniger groben einzelnen Zähnen gebildet. Sie können nur auf wenig feste S Substanzen, wie Holz, Horn, kaum auf Elfenbein und Knochen gebraucht werden u. wirken wie die Feile nur auf ge den Stoß; sie sind auf Stein nur mit großer Einschränkung anwendbar, da sich die Zähne zu leicht abstumpfen. Bei weichen Steinarten dienen sie zu letzter Ausbildung kleiner und feiner Theile. 3⁰ Rast, k. frz. Etalage, ua. engl. boshes, pl., Rastgegend, Rastwinßel, s. d. Art. Hochofen I. u. III. Raste, (Wegb.), s. v. w. Abschlag 7. b NIVERSITATS- i9i i-hei zustelle, f., frz. rastel, m., rastelle, f., ital. rastello, ahrt, s. d. Art. Appareille u. Rampe. Auch heißen so Trancheen, in versenkten Batterien od. Festungsgräben ich halb in Einschnitte angelegten Rampen, um mit chützen und Wagen hinabfahren zu können. rastellum, Rastrum, rastrellum, n., lat., Karst, hen, auch Lichtrechen. zatavenu (Forml.), s. d. Art. Hastha und Indisch. zatch, s., engl. (Masch.), gezahnte Sperrstange. g. 2918. Rathhaus zu Brüssel. Ratchet, s., engl., Schiebklaue, Gesperr; ratchetheel, Sperrrad, Schiebrad. Ratchments of an herse, engl., Strebebögen an den tützen eines Baldachins über einem Katafalk. Rateau, m., franz., I. s. d. Art. Einstrich l. und Einerichte. — 2. Rechen, Harke. Rätelier, m., franz., 1. Raufe, Hakenleiste, Rechen. — „Lichtrechen, auch großer Armleuchter. Rath, indisch, 1. Wagen für die Götterbilder bei Proessionen. — 2. f. d. Art. Buddhistisch. Rathebogen, m., s. Korbhenkelbogen. Rathhaus, n., franz. hotel m. de ville (parloir aux Hourgeois), engl. town-hall, oounsel-houseé (in London ELBERG O Universitätsbibliothek in den Geschossen Sitzungssäle für den Magistrat, dessen einzelne Ausschüsse, für die Abgeordneten der Bürgerschaft und deren Ausschüsse, Expeditionen für die einzelnen Verwaltungsbranchen, Kassazimmer, Archivräume, Civilehesäl etc. Näheres wir stets von lokalen Verhältnissen abhängen und kann daher hier nicht gegeben werden. Im allgemeinen kann nur bemerkt werden, daß man alles Unwürdige, z. B. Anbringung vermiethbarer Lokalitäten, bes. Kaufläden, vermeiden muß, mit Ausnahme etwa einer im Souterrain anzubringenden Restauration, eines sog. Rathskellers. Die Räume seien sämtlich hell, geräumig, stattlich, aber nicht prunkhaft, mit Ausnahme der großen Sitzungssäle und etwaiger Festsäle. Das Aeußere sei ernst, würdig, dennoch nicht unfreundlich. Ein R. sollte immer frei liegen und stets mit Uhrthurm versehen sein. Hervorragende Rathhäuser sind die von Münster 1350 ff. (s. Fig. 2920), Braunschweig 1393 ff., Brüssel 1401 (s.Fig. 2918), Halberstadt um 1370, Erker 1531, Portal 1663 (s.Fig. 2918a), Wernigerode 1494(f. Fig. 2919), Bremen 1405—10, dann 1612 in Renaissance umgebaut Fig. 2921), Hannover 1413, 1881 sehr gut lau um 1480, Gent 148 1u. 1518— 1533, Brandenburg um 1520, Leipzig 1556(von Hieronymus Lotter), ferner Augsburg (von Elias Holl) 1615 — 1620, Amsterdam (von Jakob van Kempen) 1648 —1655, Erfurt (von Sommer) um 1880, Bradford (von Lockwoodu Mawson) 1873 (Fig. 2922), Chieago nach 1873 (Fig. 2923), München (von Haubenrißer) 1867.—1872. Rüthselwappen, n. (Her.), s. v. w. redendes Wappen; se d. Art. Wappen. glit / mothes 18845d4/0028 Ratio architeeturae, f., lat., Säulenordnung, dochstä auch für Baustil. rational, adj., nennt man 1. eine Zahl, wenn sie entweder ganz ist oder doch als ein Bruch mit ganzem Zähler u Nenner dargestellt werden kann, im Gegensatz zu irrationalen Zahlen (s. d.), bei welchen dies nicht möglich ist. — 2. Die Funktion einer veränderlichen Größe X, wenn diese in ihr nur mit ganzzahligen Exponenten und ohne transcendente Verbindung vorkommt, wie in 5 20. Ratsche, Rätsche, f., Ratschbohrer, m., franz. perçoir m. à rochet, engl. ratchet-drill, racket-brace, s. Drillbohrer u. Bohrratsche. Baitan, m. (Bot.), s. d. Art. Rotang. Ratten, k pl. Ueber die Mittel gegen dieselben, die sog. Ratteugifte, s. Borax, Arsenik, Phosphor, Chlorkalk. Rattenschwanz, m., franz. queue de rat, engl. rat-tail, kleine Rundfeile; s. d. Art. Feile b. 3. Rütter, w., Rätterwäsche, k., s. Räder und lung der wirklich entwickelten Wärme u. erzeugen Feuersnicht in gehöriger Menge wird; 2. wenn der Feuerraum durch zu schnelle Ableitung der entwickelten Wärme zu schnell abekühlt wird; 3. wenn die brennenden Gase von großen Massen kalter Luft zu große Mengen Brennmaterial eingeführt werden: 5. wenn das Mate⸗= rial zu viel Wasser enthält. II.Verminderung des Rauches. Vermindert wird der R. unter Rücksicht auf oben Gesagtes am besten durch möglichst vollständige Verbrennung. Zu diesem Behuf ist Folgendes zu empfehlen: 1. Zuführung der nöthigen Luftmenge. Bedingungen hierfür sind: iben; e) genügender Raum zu Bildung der Flamme. Möglichkeit der Verminderung eines zu starken Zuges Fig. 2920. Rathhaus zu Münster. iber dem Feuer. Mittel dazu: a) Biegung der Feuerdes Luftzuges „theils durch die Konstruktion und die nag Wunsch theilweise oder völlig dichte Schließung der Heizthüre, theils durch den Aschenfall. — 4. Allmähliche Zu-IOTHEK ELBERG O Universitätsbiblic womöglich nicht durch —die Heizthüre, sondern durch Trichter rce. — 5. Anlage eines kleinen Rostes unter dem Hauptrost. — 6. Empfehlenswerth sind auch die Treppen-u. Kettenroste, s. d. Art. Rost; Lenkung der Flamme nach unten od. Leitung mit kleinem Feuer, s. d. Art. Rauchverzehrung; übr. s. d. Art. Heizung, Ofen etc. — 7. Man konstruirt eine durchlöcherte Feuerbrücke und läßt zwischen der Oberkante derselben und der Decke des Feuerraums einen freien Raum, Fuchs; ein vom Aschenkasten ausgehender Kanal führt die Luft hinter die Brücke in eineammer, wo sie sich, bereits erwärmt, mit den durch die durchlöcherte Brücke eintretenden Gasen vermischt und dieselben verbrennt. III. Vermeidung des Einrauchens. Gegründet auf Obiges, hat man seit Jahrhuneintretende Zurückschlagen des R.s in Zimmer zu verhindern, vollständig ist dies noch nie gelungen, wird u. kann auch nur in der Theorie völlig gelingen, weil theils im Bau der Oefen und Schornsteine so viele kleine Zufälligkeiten eintreten können, die den Abzug des Ris hindern, theils so viele äußere, vom Willen des Bauenden unabhängige, auch oft kaum zu erkennende Zufälligkeiten und Umstände den R. wieder in den Schornstein hineintreiben können, daß theoretische Berechnung vollständig Boden verliert u. in jedem einzelnen Fall sich die Versuche wiederholen müssen. Einige gute Vorrichtungen sein den Art, Rauchsauger, Schornstein, Ofen etc.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 16Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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