FeedRouleau
TechnikBau-Lexikon 1881

Rouleau, frz., engl. roll, roller, A. überhaupt Rolle, Walze, bes. B. Rollvorhang. Der Gegenstand selbst ist bekannt genug. I. Die verschiedenen Arten sind folgende: 1. Schnurenrouleau nach der gewöhnlichen Konstruktionsweise durch eine dem Rouleautuch entgegengesetzt auf das Ende des Stabes zwischen zwei Blechscheiben gerollte Schnur beweglich, die aber bei zu zeitiger Loslassung der Schnur sehr leicht aus der Rolle herausschnappt. — 2. Durch eine oben über die Rolle am Ende des Stabes,. unten über eine andere Rolle oder mittels irgend eines der verschiedenen Rouleauklemmer straff gespannte Schnur ohne Ende lenkbar; solche Schnuren reiben sich leicht durch. — 3. Englisches Patentrouleau mit einem Zahnrad welches durch einen Sperrkegel zum Stehen gebracht wird, sobald man die Schnur los läßt; kann nicht überschnappen, erfordert aber viel Kraftaufwand. Es giebt noch eine ganze Menge sogenannter Ronleauklemmer, richtiger Schnurenklemmer und kommen deren immer neue zum Angebot, so daß ihre Aufzählung kaum möglich wäre. — 4. Durch eine dünne Kette ohne Ende vermeidet man die meisten Uebelstände. — II. In Bezug auf den Stoff hat man 1. weiße Zeugrouleaus, jedenfalls der häßlichste Theil der moderma/it Oelfarben oder als Cerophanien mit Wachsfarben bema/alt; können passend zur Dekoration des Zimmers gemalt und brauchen nicht gewaschen zu werden, leiden aber sehr durch die Sonne. — 3. Holzrouleaus, bestehen aus schmalen Holzstreischen, die durch Bindfadenumziehung mit einander verbunden sind, sind sehr zweckmäßig; nur werden die Rollen etwas dick, auch ist das Gewicht doch bei weitem größer als bei gewöhnlichen Rouleaus: s. d. Art. Rollladen. — CO. Walze zum Steintransport; r. sans sin, Walzen, die sich mit eisernen Zapfen in einem Gebrück bewegen und zur Fortschaffung großer Werkstücke dienen. — D. Schnecke einer Konsole, Schriftrolle, Spruchband.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 4, S. 79Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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